Würze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Würze · Nominativ Plural: Würzen
Aussprache
WorttrennungWür-ze (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Würze‹ als Erstglied: ↗Würzsauce · ↗Würzsoße  ·  mit ›Würze‹ als Letztglied: ↗Bierwürze · ↗Stammwürze · ↗Suppenwürze
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Stoff, der angenehmen Geschmack, Geruch verleiht
a)
in Speisen, Getränken, Gewürz
Beispiele:
eine feine, milde, kräftige Würze
der Suppe fehlt die Würze
die Soße hat zuviel Würze
der Wein ist nicht ohne Würze
Pfeffer als Würze verwenden
b)
in Pflanzen, Aroma
Beispiele:
die Würze der Kräuter, Nadeln
Blüten streuten köstliche Würzen [G. Hauptm.Ketzer4,155]
2.
Handwerk wasserhaltige Lösung, in der Malz aufgelöst ist und der Hopfen zugesetzt werden muss
Beispiel:
Die gehopfte Würze, die in den Gärkeller kommt [Tageszeitung1955]
3.
übertragen angenehmer, anregender Reiz
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die prickelnde Würze der Ironie
die Trinksprüche waren die Würze des Festmahles
sprichwörtlichin der Kürze liegt die Würze (= Knappheit ist besser als Weitschweifigkeit)
die Kürze ist nicht nur die Würze des Witzes, sie ist die Würze jedes guten Stils [TucholskyPanter298]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Würze · würzig
Würze f. ‘scharfe oder schmackhafte Speisezutat, Aroma, Gewürz’, übertragen (seit 16. Jh.) ‘das Besondere, Reiz’, mhd. wurz(e), würz(e) ‘Gewürzkraut, Aroma’, in dieser speziellen Bedeutung hervorgegangen aus dem als kollektiver fem. Sing. verwendeten Plur. mhd. würze ‘Pflanzen, Kräuter, Wurzeln’ des unter ↗Wurz (s. d.) behandelten Substantivs. Dazu entsteht ein neuer Plural frühnhd. Würzen ‘Aromen, Gewürze’ (16. Jh.). Ebenfalls im 16. Jh. fällt mit Würze f. älteres Wirz ‘Bierwürze’ (flüssige Lösung des Malzextrakts, die zu Bier vergoren wird) lautlich und semantisch zusammen. Letzteres beruht auf ahd. (11. Jh.), mhd. wirz n. f., auch ‘süße, aromatische Flüssigkeit, Saft’, md. werz, mnd. wert(e) f., aengl. wyrt, engl. wort, anord. virtr n., schwed. vört ‘Bierwürze’, das ablautend zu dem unter ↗Wurz behandelten Substantiv steht. würzig Adj. ‘aromatisch, kräftig schmeckend oder riechend, schmackhaft’ (18. Jh.), älter würzicht (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aroma · Würze · Würzessenz · aromatischer Geschmacksstoff
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Geschmack · ↗Geschmacksrichtung · ↗Wohlgeschmack · Würze
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Gewürz · ↗Würzstoff  ●  ↗Spezerei  veraltet · Würze  ugs. · ↗Zutat  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Lorbeer · ↗Lorbeerblatt
  • Muskat · ↗Muskatnuss
  • Nelkenpfeffer · ↗Piment
  • Babylonischer Safran · Curcuma · Gelber Ingwer · Gelbsuchtswurz · Gelbwurz · ↗Gelbwurzel · Gilbwurtzel · Gilbwurz · Gilbwurzel · Gilbwurzimber · Gurkume · Gurkumey · Indianischer Safran · ↗Kurkuma · Kurkume · Mülleringwer · Safranwurz · Safranwurzel · Tumerik · Turmarik · falscher Safran  ●  Curcuma longa  fachspr.
  • Kochsalz · NaCl · ↗Natriumchlorid · ↗Salz · ↗Speisesalz · Tafelsalz  ●  weißes Gold  ugs.
  • Zimt
  • Pfeffer
  • Mostert · ↗Mostrich · ↗Senf
  • Cumin · ↗Kreuzkümmel · Kumin · römischer Kümmel · weißer Kümmel · welscher Kümmel
  • Kümmel
  • Gruit · Grut
  • Japanischer Meerrettich · ↗Wasabi · Wassermeerrettich
  • Curry · ↗Currypulver
  • Echter Galgant · Galgant · ↗Galgantwurzel · Kleiner Galgant · Siam-Galgant  ●  Alpinia officinarum  fachspr.
  • Knoblauch  ●  Chnöbli  schweiz. · Allium sativum  fachspr., lat. · ↗Knofel  ugs. · ↗Knofi  ugs.
Assoziationen
  • Aroma · Würze · Würzessenz · aromatischer Geschmacksstoff
  • Bienenkraut · Duftisoppe · Echter Ysop · ↗Eisenkraut · Eisop · Esope · Essigkraut · Gewürzysop · Heisop · Hisopo · Hizopf · Hyssop · Ibsche · Isop · Ispen · Josefskraut · Weinespenkraut · ↗Ysop  ●  Hyssopus officinalis  fachspr., lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Duft Frucht Geschmack Hauch Kraut Kürze Mahl Salz Sauce Soße Speis Staatssekretär Suppe Säure Witz asiatisch besonder bestechen erdig erotisch exotisch fein flüssig mild nötig orientalisch pikant schmecken verleihen zusätzlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Würze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber nach ein paar Bechern setzt sich die Würze der vulkanischen Erde durch und dann möchte man gar nicht mehr aufhören zu trinken.
Süddeutsche Zeitung, 02.03.2001
Vieles, das bei Tisch geschmacklos ist, ist im Bett eine Würze.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1917]
Mein Vergnügen hatte die Würze eines Witzes - es war sehr kurz.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26500
Doch zuviel Würze kann schaden, kann zu gelindem Zorn reizen.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 127
Das Blatt kann dann allerdings nicht zum Würzen verwendet werden.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 401
Zitationshilfe
„Würze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Würze>, abgerufen am 22.11.2019.

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