Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wüstenei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wüstenei · Nominativ Plural: Wüsteneien
Aussprache 
Worttrennung Wüs-te-nei
Wortzerlegung Wüste -ei

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. wüste Gegend, Einöde
  2. 2. [selten] [umgangssprachlich] wüstes Treiben
eWDG

Bedeutungen

1.
wüste Gegend, Einöde
Beispiele:
eine sandige, heiße Wüstenei
sich in der Wüstenei verirren
Diese Wüstenei wird sich … bald in eine fruchtbare Oase verwandeln [ Urania1965]
2.
selten, umgangssprachlich wüstes Treiben
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
Abends ging dann die Wüstenei los [ Tageszeitung1956]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wüst · Wüste · wüsten · verwüsten · Wüstling · Wüstung · Wüstenei
wüst Adj. ‘öde, nicht bebaut oder bewohnt, verheert’. Das nur westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. wuosti ‘öde, unbebaut, leer’ (um 800), mhd. wüeste, wuoste ‘öde, einsam, verlassen, leer, unschön, häßlich’, asächs. wōsti, mnd. wōste, mnl. woest(e), nl. woest, afries. wōst, aengl. wēste (westgerm. *wōsti-) ist verwandt mit lat. vāstus ‘öde, wüst, leer, plump, roh, ungeschlacht’, air. fās ‘leer’, fāsach ‘Wüste’ und kann vielleicht über ein to-Partizip ie. *u̯āsto- ‘öde’ an die unter Wahnwitz (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *eu-, *euə-, *u̯ā- ‘mangeln, leer’ angeschlossen werden. – Wüste f. ‘unbebauter, unbewohnter, vegetationsloser Landstrich, verheertes Gebiet’, besonders (seit frühem bibelsprachlichem Gebrauch) Bezeichnung der außereuropäischen Sand- und Steinwüsten (vom 18. Jh. an vorherrschend), ahd. wuostī (8. Jh.), mhd. wüeste, wuoste ‘öde Gegend, Wildnis’, aengl. wēste; vgl. daneben (mit dem Suffix germ. -injō, -unjō) ahd. wuostin (8. Jh.), mhd. wuostinne, wuosten, wüestene, asächs. wōstunnia, mnd. wōstine, mnl. woestine, nl. woestijn, aengl. wēsten. wüsten Vb. ‘verheeren, beschädigen, zunichte machen, vergeuden’, ahd. wuosten ‘plündern, brandschatzen, verheeren’ (9. Jh.), mhd. wüesten ‘öde machen, ausplündern, zerstören, Raubbau treiben’, asächs. wōstian, mnd. wōsten, faktitive Bildung zum Adjektiv. verwüsten Vb. ‘verheeren, vernichten’, mhd. verwüesten. Wüstling m. ‘zügelloser, ausschweifender Mensch’ (16. Jh.). Wüstung f. ‘unbebauter, unbewohnter Landstrich, verlassene Siedlung’, mhd. wüestunge, wustunge. Wüstenei f. ‘wüste Gegend, Einöde’, mhd. (md.) wüestenīe, mnd. wōstenie, mnl. woestenie, nl. woestenij, Weiterbildung von ahd. wuostin, mhd. wüestene f. ‘Wüste’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Wüstengebiet · Wüstenlandschaft · Wüstenregien  ●  Wüste  Hauptform · Wüstenei  geh., veraltet
Oberbegriffe
  • Landschafts- und Vegetationstyp · Landschaftsform · Landschaftstyp
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wüstenei‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wüstenei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wüstenei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man sah sie das reiche Land durchqueren wie unbestellte und ungeweihte Wüstenei. [Jünger, Ernst: Auf den Marmorklippen, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1939], S. 48]
Das heißt, einer ist schon vor uns da, steht schweigend in einer grandiosen Wüstenei. [Süddeutsche Zeitung, 15.10.1998]
Sie wanderte in den Wüsteneien herum, in denen nur noch die Sprache dazu dienen konnte, den Raum zu markieren und die Richtung zu weisen. [Der Tagesspiegel, 07.10.2000]
Denn der Iran ist keine belanglose Wüstenei, sondern der zweitgrößte Ölproduzent der Opec. [Bild, 15.12.2005]
Nun ist sie niedergerissen, ringsum eine graue, schüchtern begrünte Wüstenei. [Die Zeit, 11.09.1992, Nr. 38]
Zitationshilfe
„Wüstenei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/W%C3%BCstenei>.

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