Wüterich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wüterichs · Nominativ Plural: Wüteriche
Aussprache
WorttrennungWü-te-rich (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmd., der leicht in Wut gerät, gewalttätig wird
Beispiele:
ein fluchender, tobender Wüterich
sich wie ein Wüterich aufführen
ein grausamer Wüterich (= Gewaltmensch)
»Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!« / Entgegnet ihm finster der Wüterich (= Tyrann) [SchillerBürgschaft]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wut · Wüterich · wüten · wütend · wütig
Wut f. ‘rasender Zorn’, ahd. (um 800), mhd. wuot f. ‘heftige Bewegung, heftige Gemütserregung, Raserei’, mnl. woet f. m., nl. woede f. ‘Wut, Raserei’ und aengl. wōþ f. ‘Ton, Stimme, Dichtung’, anord. ōðr m. ‘Erregtheit, Dichtkunst, Dichtung’ stehen neben dem (im Dt. untergegangenen) Adjektiv ahd. -wuot in firwuot ‘unsinnig, ohne Vernunft’ (11. Jh.), aengl. wōd, engl. (älter bzw. mundartlich) wood ‘wahnsinnig, wütend, rasend’, anord. ōðr ‘wütend, rasend’, got. *wōþs (bezeugt wōds) ‘wütend, besessen’ (germ. *wōda-). Außergerm. sind vergleichbar aind. ápivátati (aus *u̯at-) ‘bläst an, facht an, inspiriert’, lat. vātēs ‘Weissager, Seher’, air. fāith ‘Seher, Prophet’, mir. fāth (aus *u̯ātu-) ‘Prophezeiung, Ursache’, so daß ie. *u̯ā̌t-, *u̯ōt- ‘geistig angeregt sein’ angesetzt werden kann, möglicherweise eine Erweiterung der Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’ (s. ↗wehen). Als Ausgangsbedeutung ist vielleicht ein ‘durch übermenschliche Kräfte (Dämonen, Götter?) verursachter Zustand des Außersichseins, übermächtige Erregung’ anzunehmen. In älterer Sprache bezeichnet das Substantiv unterschiedliche Gemütserregungen wie Raserei, Wahnsinn, Verzückung, zügellose Erregung, rasenden Zorn. Vor allem in der letztgenannten Verwendung ist es bis heute geläufig. Wüterich m. ‘gewalttätiger Mensch’, ahd. wuotarīh (9. Jh.), mhd. wüeterī̌ch, wuoterī̌ch ‘Tyrann, Teufel’. Vgl. ahd. wuoto m. (10. Jh.). wüten Vb. ‘vor Zorn rasen, gewalttätig vorgehen’, ahd. wuoten ‘besessen sein, im Wahnsinn rasen, in heftiger Erregung sein und Gewalt anwenden’ (8. Jh.), mhd. wüeten; dazu wütend Part.adj. besonders seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. im Sinne von ‘heftig’ auf seelische und körperliche (wütender Hunger, Schiller) Vorgänge bezogen. wütig Adj. ‘zornig, tobend’, ahd. wuotīg (9. Jh.), mhd. wuotic, wüetec ‘tollwutkrank, tobsüchtig, wahnsinnig, aggressiv erregt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Berserker · ↗Randalierer · Rasender · Tobender · Tobsüchtiger · Wütender · Wüterich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

arg toben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wüterich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die sägen den Ast ab, auf dem sie sitzen ", klagt Wüterich.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2003
Gleichwohl galt ich bald als ein um sich schlagender Wüterich.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 442
Armstrong ist ein Wüterich, und womöglich fährt er gegen eine andere Uhr als die anderen.
Die Welt, 23.07.2005
Es ist sehr schwer, sich diesen stets gütig dreinschauenden Winnacker als Wüterich vorzustellen.
Der Tagesspiegel, 26.01.2002
Als Wüterich und Unmensch will der Vater auch nicht gerade verschrien werden.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 450
Zitationshilfe
„Wüterich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wüterich>, abgerufen am 19.07.2019.

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