Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wache, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wache · Nominativ Plural: Wachen
Aussprache  [ˈvaχə]
Worttrennung Wa-che
Wortbildung  mit ›Wache‹ als Erstglied: Wachablösung · Wachbeamte · Wachbuch · Wachbude · Wachebeamte · Wacheschieben · Wachestehen · Wachhaus · Wachlokal · Wachschutz · Wachstation · Wachwechsel · Wachzimmer · wachhabend
 ·  mit ›Wache‹ als Letztglied: Bahnhofswache · Bordwache · Brandwache · Brückenwache · Ehrenwache · Feldwache · Feuerwache · Freiwache · Grenzwache · Hauptwache · Küstenwache · Lagerwache · Leibwache · Mahnwache · Nachbarschaftswache · Nachtwache · Polizeiwache · Rettungswache · Schildwache · Sicherheitswache · Strandwache · Tageswache · Torwache · Totenwache · Zugwache
eWDG

Bedeutungen

1.
Person, Gruppe, die etw., jmdn. bewacht
Beispiele:
die Wache des Werkes verlangte den Ausweis
die Wache (= militärische Wachtmannschaft) zieht auf
die Wachen verstärken, ablösen, einziehen
Wir stellten in den Nächten sorgsam Wachen aus [ RennKrieg21]
2.
Wachdienst
Beispiele:
die Wache begann um Mitternacht
Wache haben, halten
der Matrose übernahm die erste Wache
die Wache übergeben
auf Wache sein, stehen, ziehen
saloppein Mann schiebt Wache am Geschütz [ F. HartlaubVon unten gesehen25]
3.
Gebäude, Raum für die, den Wachthabenden
Beispiel:
vor der Wache stand ein Posten
Polizeiwache
Beispiele:
jmdn. zur Wache bringen
Dann mußten sie mit auf die Wache [ CramerKonzessionen424]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wachen · erwachen · Wache · wachsam · Wachsamkeit · wach
wachen Vb. ‘munter sein, nicht schlafen, aufpassen, Wache halten’, ahd. wahhēn (8. Jh.), wahhōn (9. Jh.), mhd. wachen ‘munter sein oder werden, Wache halten’, asächs. wakon, mnd. mnl. wāken, nl. waken, aengl. wacian, engl. to wake, anord. vaka, auch ‘sich bewegen, zeigen’, schwed. vaka sowie aengl. wæcnan, got. gawaknan ‘erwachen’ stellt sich wie Wacht und wacker (s. d.) zu den unter wecken (s. d.) behandelten Formen. Vgl. anord. vakinn ‘wach’, Part. Prät. zu einem starken Verb germ. *wak(n)an ‘erwachen’ (s. wecken). Die Ausgangsbedeutung ‘munter sein’ wird präzisiert zu ‘nicht schlafen’ und ‘Wache halten, wachsam sein’. erwachen Vb. ‘aufwachen’, ahd. irwahhēn (9. Jh.), mhd. erwachen. Wache f. ‘das Wachehalten, die Zeit des Wachehaltens, die wachehaltende(n) Person(en)’, ahd. wahha ‘nächtliches Wachen, das Wachbleiben’ (10. Jh.), mhd. wache, auch ‘das Wachehalten, Wachsamkeit’, frühnhd. ‘Wachmannschaft, wachende Person, Wachzeit’ (16. Jh.), mnd. mnl. wāke, nl. waak, aengl. nihtwacu ‘Nachtwache’, engl. wake, anord. schwed. vaka (germ. *wakōn). S. dazu konkurrierendes Wacht. wachsam Adj. ‘aufmerksam, achtsam’, in älterer Sprache auch ‘wach, munter’ (17. Jh.); zuvor (als Bildung zu Wacht, s. d.) wachtsum (16. bis 18. Jh.). Wachsamkeit f. ‘Aufmerksamkeit, Achtsamkeit’, in älterer Sprache auch ‘das Wachsein, Munterkeit’ (17. Jh.), Wachtsamkeit (um 1600). wach Adj. ‘munter, nicht schlafend, lebhaft’ (16. Jh.), als Rückbildung von Wache (s. oben) an die Stelle von wacker (s. d.) tretend.

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Aufsicht · Beaufsichtigung · Beschirmung · Beschützung · Bewachung · Patrouille · Posten · Schutzaufsicht · Security Service · Sicherheitsdienst · Wachdienst · Wache · Wachehalten · Wachestehen · Wachmannschaft · Wachposten · Wacht · Wachtposten · Überwachung
Assoziationen
Synonymgruppe
Polizeirevier · Polizeiwache · Revier · Wache  ●  Kommissariat  österr. · Polizeidienststelle  Amtsdeutsch · Posten  schweiz.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Ordnungshüter  ●  Polizei  Hauptform · Bullen  derb · Bullerei  derb · Das Auge des Gesetzes  ugs. · Freund und Helfer  ugs. · Herren in Grün  ugs. · Polente  ugs. · Polypen  derb, beleidigend · Trachtengruppe  ugs. · weiße Mäuse (50er Jahre)  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Wache‹ (berechnet)

Beamte Berufsfeuerwehr Bundesgrenzschutz Bundespolizei Fahnder Feuerwehrleute Feuerwehrmann Gendarmerie Polizeirevier Polizist Unterabteilung Wasserschutzpolizei Zivilfahnder abgelöst bewaffnet dietzenbacher gestehen halten harburger hennigsdorfer isenburger konstabler mobil neu-isenburger schieben schinkelschen seligenstaedter stehen zwote überwältigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wache‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wache‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade noch sah sie eine Wache um die Ecke des Gebäudes verschwinden. [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 333]
In dieser Nacht patrouillierten selbst dort mehr Wachen als sonst. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 888]
Die Neue Wache wäre auch gekommen, wenn ich nein gesagt hätte. [konkret, 1999]
Mit dieser Entscheidung wurde die für die Neue Wache absurd. [konkret, 1994]
Sollen wir eine Wache fragen, ob es erlaubt ist, an der frischen Luft zu spielen? [Beyer, Marcel: Flughunde, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1995 [1995], S. 254]
Zitationshilfe
„Wache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wache>.

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