Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wacholder, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wacholders · Nominativ Plural: Wacholder
Aussprache 
Worttrennung Wa-chol-der
Wortbildung  mit ›Wacholder‹ als Erstglied: Wacholderbeere · Wacholderbranntwein · Wacholderbusch · Wacholderdrossel · Wacholderextrakt · Wacholdergebüsch · Wacholderschnaps
eWDG

Bedeutungen

1.
zu den Nadelhölzern gehöriger immergrüner Strauch mit schwarzblauen, fleischigen Beeren, die als verdauungsförderndes Heilmittel, als Gewürz und zur Herstellung alkoholischer Getränke verwendet werden
2.
aus Wacholderbeeren hergestellter Trinkbranntwein
Beispiele:
eine Flasche Wacholder
einen Wacholder trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wacholder · Machandel
Wacholder m. spitze, nadelförmige Blätter tragender immergrüner Strauch, ahd. wehhalter (9. Jh.), wahhalter (11. Jh.), mhd. wecholter, wecheltürre, frühnhd. Wachalter, Wacholter (15. Jh.), Wachholder, Wacholder (16. Jh.). Der erste Bestandteil des nur im Dt. bezeugten Namens (germ. *wekl-) läßt sich an die unter Wachs und wickeln (s. d.) angegebene Wurzel ie. *u̯eg- ‘weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst’ anschließen, während der zweite ein altes Suffix für Baumnamen germ. -ðra-, ie. -tro- (wie in Flieder, Holunder, s. d. und s. Teer) fortsetzt. Wacholder ist demnach zu deuten als ‘Baum, dessen Zweige zum Binden, Flechten verwendet werden’. Der bereits frühzeitig nicht mehr durchsichtige Name ist vielfach volksetymologisch umgebildet worden (vgl. Marzell 2, 1073 ff.) wie in Machandel m. nordd. (neben Wachandel, Macholder), mnd. machandelbōm, in Grimms Märchen Machandelboom. Entsprechend Machandel ‘Wacholderschnaps’ (18. Jh.).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Krammet · Quackelbusch  ●  Wacholder  Hauptform · Juniper  geh., selten · Juniperus  fachspr., botanisch · Kranewitt  ugs., süddt. · Machandel  ugs., niederdeutsch
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Wacholder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt sticht blendend ihr Weiß vor dem Fenster, an dem ich schreibe, vom Dunkelgrün des Wacholders ab. [Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 103]
Genau wie mir ein Leser schrieb, der mir riet, den Wacholder nicht überstürzt abzusägen. [Der Tagesspiegel, 07.09.2003]
Mir ist alles recht, und Wacholder haben sie drüben auch. [Der Tagesspiegel, 27.07.2003]
Ich gebe zu: "Holdselig" ist schwer verdaulich und hoffe, daß mit "Wacholder" kein Gin gemeint war. [Bild, 17.01.1998]
Heute würde ich sie gemächlich, Stück für Stück, einen Wacholder zur Rechten, eine Zigarette in der Linken, genießen. [Die Zeit, 10.01.1955, Nr. 02]
Zitationshilfe
„Wacholder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wacholder>.

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