Wacholder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wacholders · Nominativ Plural: Wacholder
Aussprache
WorttrennungWa-chol-der
Wortbildung mit ›Wacholder‹ als Erstglied: ↗Wacholderbeere · ↗Wacholderbusch · ↗Wacholderschnaps
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
zu den Nadelhölzern gehöriger immergrüner Strauch mit schwarzblauen, fleischigen Beeren, die als verdauungsförderndes Heilmittel, als Gewürz und zur Herstellung alkoholischer Getränke verwendet werden
2.
aus Wacholderbeeren hergestellter Trinkbranntwein
Beispiele:
eine Flasche Wacholder
einen Wacholder trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wacholder · Machandel
Wacholder m. spitze, nadelförmige Blätter tragender immergrüner Strauch, ahd. wehhalter (9. Jh.), wahhalter (11. Jh.), mhd. wecholter, wecheltürre, frühnhd. Wachalter, Wacholter (15. Jh.), Wachholder, Wacholder (16. Jh.). Der erste Bestandteil des nur im Dt. bezeugten Namens (germ. *wekl-) läßt sich an die unter ↗Wachs und ↗wickeln (s. d.) angegebene Wurzel ie. *u̯eg- ‘weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst’ anschließen, während der zweite ein altes Suffix für Baumnamen germ. -ðra-, ie. -tro- (wie in ↗Flieder, ↗Holunder, s. d. und s. ↗Teer) fortsetzt. Wacholder ist demnach zu deuten als ‘Baum, dessen Zweige zum Binden, Flechten verwendet werden’. Der bereits frühzeitig nicht mehr durchsichtige Name ist vielfach volksetymologisch umgebildet worden (vgl. Marzell 2, 1073 ff.) wie in Machandel m. nordd. (neben Wachandel, Macholder), mnd. machandelbōm, in Grimms Märchen Machandelboom. Entsprechend Machandel ‘Wacholderschnaps’ (18. Jh.).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Krammet · Quackelbusch  ●  Wacholder  Hauptform · Juniper  geh., selten · ↗Juniperus  fachspr., botanisch · Kranewitt  ugs., süddt. · ↗Machandel  ugs., niederdeutsch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Bleistiftzeder · Virginische Rotzeder · Virginische Zeder · Virginischer Wacholder

Typische Verbindungen
computergeneriert

Birke Duft Eberesche Eiche Esche Ginster Heidekraut Holunder Kiefer Knoblauch Lorbeer Pfeffer Piment Salbei Thymian duften immergrün riechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wacholder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Genau wie mir ein Leser schrieb, der mir riet, den Wacholder nicht überstürzt abzusägen.
Der Tagesspiegel, 07.09.2003
Jetzt sticht blendend ihr Weiß vor dem Fenster, an dem ich schreibe, vom Dunkelgrün des Wacholders ab.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 103
Ich gebe zu: "Holdselig" ist schwer verdaulich und hoffe, daß mit "Wacholder" kein Gin gemeint war.
Bild, 17.01.1998
In den rasch aufgeworfenen Gräben saßen die Gruppen beisammen, schnitzten Kreuze und machten Kränze aus Wacholder und Fichtenzweigen.
Flex, Walter: Der Wanderer zwischen beiden Welten, München: C.H. Beck [1933] [1917], S. 59
Am Nachmittag wurde die Gegend ebener, der Wacholder erschien, zum Zeichen, daß wieder der Rand der Wüste erreicht war.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„Wacholder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wacholder>, abgerufen am 21.10.2019.

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