Wachtmeister, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWacht-meis-ter
WortzerlegungWachtMeister
Wortbildung mit ›Wachtmeister‹ als Letztglied: ↗Hauptwachtmeister · ↗Stabswachtmeister
eWDG, 1977

Bedeutung

Unteroffiziersdienstgrad
Beispiel:
ein Wachtmeister der Polizei, der Artillerie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wacht · Schildwacht · Wachtmeister · Wachtstube · Wächter
Wacht f. ‘das Wachehalten, Wachdienst’, ahd. wahta (8. Jh.), mhd. waht(e) ‘das Wachen, Wachsein, Wache, Bewachung, Ort, wo gewacht wird’, asächs. wahta, mnd. mnl. wachte, nl. wacht und (weitergebildet mit dem Suffix germ. -wō bzw. -wa-) got. wahtwō (oder wahtwa) sind mit t-Suffix zu ↗wachen (s. d.) gebildete Verbalabstrakta (s. auch ↗Wache). In ahd. Zeit stehen ahd. wahha (s. ↗Wache) und wahta gleichbed. nebeneinander, im Frühnhd. überwiegt Wacht, unter Luthers Einfluß jedoch wird Wache das herrschende Wort der Literatursprache. Wacht gilt dagegen, begünstigt durch seine Verwendung in den (südd.) Werken zur Kriegstechnik (z. B. Fronspergers und Wallhausens, 16. und 17. Jh.), weithin in der Militärsprache, bleibt aber auch in der Dichtung (im Anschluß an die Literatur der Freiheitskriege, z. B. bei Körner, Brentano, Arnim, dann Rückert, Chamisso, Heine) lebendig. Wacht erscheint daher als Kompositionsglied in militärsprachlichen Bildungen wie Schildwacht f. (neben Schildwache, s. ↗Schild) ‘das Wachehalten, wachehaltende Mannschaft’, mhd. schiltwaht(e); Wachtmeister m. ‘Anführer der Wachmannschaft’ (15. Jh.), auch militärischer Dienstgrad (16. Jh.); vereinzelt mhd. (md.) wachemeister ‘die Wache einteilender Zunftmeister’ (14. Jh.). Wachtstube f. ‘Zimmer der Wachmannschaft’ (17. Jh.). Wächter m. ‘wer Wache hält, auf etw. aufpaßt’, ahd. wahtāri (10. Jh.; vgl. nahtwahtāri, 9. Jh.), mhd. wahtære, wehtære.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gesetzeshüter · ↗Ordnungshüter · Polizeibeamter · ↗Schutzmann · Wachtmeister  ●  (dein) Freund und Helfer  veraltend · ↗Gendarm  österr. · ↗Polizist  Hauptform · ↗Schutzpolizist  veraltet · (der) Arm des Gesetzes  ugs., fig. · ↗Bulle  ugs. · ↗Cop  ugs., engl. · Herr in Grün  ugs. · ↗Kiberer  ugs., österr. · ↗Polyp  derb · ↗Schupo  ugs., veraltet · ↗Sheriff  ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Ordnungshüter  ●  ↗Polizei  Hauptform · Bullen  derb · ↗Bullerei  derb · Das Auge des Gesetzes  ugs. · Freund und Helfer  ugs. · Herren in Grün  ugs. · ↗Polente  ugs. · Polypen  derb, beleidigend · ↗Trachtengruppe  ugs. · weiße Mäuse (50er Jahre)  ugs.
  • Mitarbeiter eines Security Service · SiFa · Sicherheitsfachkraft · ↗Wachmann  ●  schwarzer Sheriff  ugs., fig.
  • Funkstreifenwagen · ↗Polizeiauto · ↗Streifenwagen  ●  Toniwagen  historisch, DDR · ↗Peterwagen  ugs. · grüne Minna  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begleitung Gefangene Gendarmerie Gerichtssaal Rechtspfleger Revier Saal Schwadron Unteroffizier abnehmen dick freundlich hereinkommen schieben tumb überwältigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wachtmeister‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei der Flucht durch mehrere Gärten hängte er drei Wachtmeister ab.
Süddeutsche Zeitung, 13.02.2003
Ein Wachtmeister, der es gesehen hatte, zeigte den Mann an.
Die Zeit, 24.08.1990, Nr. 35
Wachtmeister Schwarz lebte mit einer Frau zusammen, die sich so wenig aufs Einschränken verstand wie er selbst.
Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 12
Die Wachtmeister zeigten noch mehr als sonst in ihrer ganzen Haltung das Bestreben, sich selbst auszulöschen.
Haffner, Sebastian: Geschichte eines Deutschen, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1939], S. 138
Der Wachtmeister ließ die Lumpen aus spitzen Fingern fallen und beugte sich vor.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 384
Zitationshilfe
„Wachtmeister“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wachtmeister>, abgerufen am 21.07.2019.

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