Wahl, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wahl · Nominativ Plural: Wahlen
Aussprache
Wortbildung mit ›Wahl‹ als Erstglied: ↗Wahlabsprache · ↗Wahlakt · ↗Wahlalter · ↗Wahlarithmetik · ↗Wahlaufruf · ↗Wahlausfall · ↗Wahlausgang · ↗Wahlaussage · ↗Wahlausschuss · ↗Wahlbeamte · ↗Wahlberechtigung · ↗Wahlbeteiligung · ↗Wahlbezirk · ↗Wahlblock · ↗Wahlboykott · ↗Wahlbrief · ↗Wahlbroschüre · ↗Wahlcampagne · ↗Wahldebakel · ↗Wahlempfehlung · ↗Wahlentscheidung · ↗Wahlerfolg · ↗Wahlergebnis · ↗Wahlessen · ↗Wahlfach · ↗Wahlfeldzug · ↗Wahlforschung · ↗Wahlfrau · ↗Wahlfreiheit · ↗Wahlgang · ↗Wahlgeheimnis · ↗Wahlhandlung · ↗Wahlheimat · ↗Wahlkabine · ↗Wahlkampagne · ↗Wahlkampf · ↗Wahlkarte · ↗Wahlkommission · ↗Wahlkreis · ↗Wahlkundgebung · ↗Wahlleiter · ↗Wahlleiterin · ↗Wahlliste · ↗Wahllokal · ↗Wahlmanifest · ↗Wahlmann · ↗Wahlmethode · ↗Wahlmöglichkeit · ↗Wahlniederlage · ↗Wahlparole · ↗Wahlparty · ↗Wahlperiode · ↗Wahlpflicht · ↗Wahlpflichtangebot · ↗Wahlpflichtfach · ↗Wahlpflichtkurs · ↗Wahlpflichtveranstaltung · ↗Wahlplakat · ↗Wahlprognose · ↗Wahlprogramm · ↗Wahlpropaganda · ↗Wahlrecht · ↗Wahlrede · ↗Wahlredner · ↗Wahlresultat · ↗Wahlschein · ↗Wahlsieg · ↗Wahlsoziologie · ↗Wahlspruch · ↗Wahltaktik · ↗Wahltaktiker · ↗Wahlurne · ↗Wahlveranstaltung · ↗Wahlverhalten · ↗Wahlversammlung · ↗Wahlversprechen · ↗Wahlverweigerer · ↗Wahlvolk · ↗Wahlvorschlag · ↗Wahlwerbung · ↗Wahlwiederholung · ↗Wahlzelle · ↗Wahlzettel · ↗Wahlzuckerl · ↗wahlberechtigt · ↗wahlfrei · ↗wahllos · ↗wahlweise
 ·  mit ›Wahl‹ als Letztglied: ↗Arztwahl · ↗Berufswahl · ↗Betriebsratswahl · ↗Briefwahl · ↗Bundespräsidentenwahl · ↗Bundesratswahl · ↗Bundestagswahl · ↗Damenwahl · ↗Doppelwahl · ↗Europa-Wahl · ↗Europawahl · ↗Gattenwahl · ↗Gemeinderatswahl · ↗Gemeindewahl · ↗Gewerkschaftswahl · ↗Gruppenratswahl · ↗Gruppenwahl · ↗Kanzlerwahl · ↗Kommunalwahl · ↗Kongresswahl · ↗Königswahl · ↗Landtagswahl · ↗Listenwahl · ↗Lokalwahl · ↗Majoritätswahl · ↗Methodenwahl · ↗Motivwahl · ↗Nachwahl · ↗Namenswahl · ↗Neuwahl · ↗Ortswahl · ↗Papstwahl · ↗Parlamentswahl · ↗Parteiwahl · ↗Partnerwahl · ↗Persönlichkeitswahl · ↗Platzwahl · ↗Proportionalwahl · ↗Proporzwahl · ↗Präsidentenwahl · ↗Präsidentschaftswahl · ↗Rechtswahl · ↗Regionalwahl · ↗Reichstagswahl · ↗Rektorenwahl · ↗Schulwahl · ↗Schöffenwahl · ↗Selbstwahl · ↗Senatswahl · ↗Sortenwahl · ↗Standortwahl · ↗Stichwahl · ↗Stoffwahl · ↗Testwahl · ↗Themenwahl · ↗Unterhauswahl · ↗Urwahl · ↗Verhältniswahl · ↗Volkskammerwahl · ↗Volkswahl · ↗Vorstandswahl · ↗Wiederwahl · ↗Wortwahl · ↗Zuchtwahl · ↗Zwischenwahl
 ·  mit ›Wahl‹ als Binnenglied: ↗Arbeitswahlknopf
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Entscheidung zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten, Dingen, Personen, Auswahl
Beispiele:
eine schwierige, gute, kluge, schlechte, törichte Wahl
eine (un)glückliche Wahl treffen papierdeutsch
die Wahl der Mittel, eines geeigneten Ortes, Zeitpunktes
die Wahl fällt (mir) schwer, nicht leicht
du hast die Wahl, die Freiheit der Wahl
jmdm. die Wahl lassen
mir bleibt, ich habe keine andere Wahl (= mir bleibt nichts anderes übrig) (= ich kann mich nicht anders entscheiden)
wer die Wahl hat, hat die Qual sprichwörtlich
Beispiele:
für seine Wahl war ausschlaggebend, bestimmend, dass ...
jmd. kommt in die engere Wahl (= jmd. gehört zu denen, die nach bereits erfolgter erster Auswahl auch weiterhin noch in Frage kommen)
der Gewinner erhält ein Buch nach seiner, eigener Wahl
vor der Wahl stehen, sich vor die Wahl gestellt sehen, dies oder jenes zu tun
etw. steht zur Wahl
der Mann ihrer Wahl gehoben, veraltet
Beispiel:
Jenny von Westphalen ... hat mit dem unbeugsamen Mut einer Heldin zu dem Manne ihrer Wahl gehalten [MehringMarx16]
2.
Abstimmung, durch die eine Person in ein Amt, in eine Funktion oder durch die ein Gremium, eine Vertretungskörperschaft berufen wird
Beispiele:
die Wahl des (neuen) Präsidenten, der örtlichen Volksvertretungen
die Wahl der Abgeordneten für die oberste Volksvertretung
die Wahlen zur Volkskammer
das Ausschreiben von Wahlen
die Vorbereitung, Durchführung, der Verlauf, Ausgang, das Ergebnis der Wahlen
die Forderung fortschrittlicher Kräfte nach freien, demokratischen Wahlen
die Kandidaten in direkter Wahl wählen (= die Kandidaten durch Stimmabgabe für eine Person wählen)
die Kandidaten in indirekter Wahl wählen (= die Kandidaten über Listen wählen)
zur Wahl gehen
sich der Wahl stellen
die Wahl (zum Vorsitzenden) annehmen, ablehnen
[damit] waren erstmalig Voraussetzungen für wahrhaft demokratische Wahlen geschaffen worden [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung12,170]
Um wirklich freie Wahlen zu gewährleisten und ... jegliche Einmischung durch ausländische Besatzungstruppen unmöglich zu machen [Einheit1954]
3.
Güte, Güteklasse
Beispiele:
Waren erster, zweiter, dritter Wahl
die Strümpfe haben kleine Mängel, sie sind zweite Wahl
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wählen · Wahl · Wahlverwandtschaft · Wahlspruch · erwählen · Wähler · wählerisch
wählen Vb. ‘(unter mehreren Möglichkeiten) aussuchen, nach eigenem Ermessen bestimmen’, ahd. wellen (8. Jh.), mhd. weln, wel(l)en, anord. velja, schwed. välja, got. waljan ist zu der unter ↗wollen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’ gebildet. Ahd. wellen (aus germ. *waljan) tritt auch als Infinitiv in das Paradigma des unter ↗wollen behandelten Verbs ein. Wahl f. ‘Möglichkeit, unter mehreren auszusuchen, Bestimmung nach eigenem Ermessen, nach freiem Entschluß’, ahd. wala (9. Jh.), mhd. wal(e), im Genus abweichend anord. val n., schwed. val n.; Bildung zum Verb. Wahlverwandtschaft f. das Bestreben chemischer Stoffe, eine Verbindung einzugehen, ein Übersetzungswort, zuerst (Weigel 1779) für attractio electiva, dann für lat. affīnitas (s. ↗Affinität). Seit Goethe (Die Wahlverwandtschaften 1809) in übertragenem Sinne ‘Verbundenheit in innerer Übereinstimmung’. Wahlspruch m. ‘Motto, Devise’ (1648, Zesen). erwählen Vb. ‘aussuchen, durch Wahl bestimmen’, ahd. irwellen (um 800), mhd. erweln, erwellen. Wähler m. mhd. welære, wel(l)er ‘wer jmdn. in ein Amt wählt’, zuerst von den den König wählenden Kurfürsten. wählerisch Adj. ‘sorgfältig auswählend, schwer zufriedenzustellen, verwöhnt’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auslese · ↗Auswahl · ↗Bevorzugung · ↗Selektion  ●  ↗Blütenlese  geh. · ↗Körung (Tierzucht)  fachspr. · ↗Präferenz  fachspr.
Unterbegriffe
  • Lemmaselektion · ↗Lemmatisierung
  • freie Standpunktwahl · freie Stationierung
  • Antiselektion (bei Lebensversicherungen) · Gegenauslese · Negativauslese · Negativselektion · adverse Selektion · negative Risikoauslese
Assoziationen
Synonymgruppe
Abstimmung · ↗Stimmabgabe · ↗Urnengang · ↗Votum · ↗Wahlgang  ●  ↗Kür  veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Einwanderer · ↗Immigrant · ↗Migrant · ↗Neubürger · Wahl... · Zugereister · Zugezogener · ↗Zuwanderer · ↗Zuzügler  ●  ↗Neuzuzüger  schweiz. · ↗Zuzüger  schweiz. · Reigschmeckter  ugs., schwäbisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Wahlkölner  ●  Imi  kölsch
  • (nach Hamburg) Zugezogener  variabel · Quiddje  hamburgisch, variabel
Assoziationen
  • eingereist · eingewandert · immigriert · zugewandert
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnetenhaus Ausgang Bundespräsidenten Kandidaten Parlament Präsidenten Qual Sonntag Tage abgehalten allgemeinen andere anstehenden antreten bevorstehenden demokratische engere entschieden ersten faire fiel freie geheimer gewinnen letzten nächsten stattfinden teilnehmen verloren vorgezogene

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahl‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer wechseln will, muß nur kurz beim Anbieter seiner Wahl anrufen.
Die Zeit, 20.05.1998, Nr. 22
Die 1913 stattfindenden Wahlen zu einem Parlament waren nicht mehr als ein groteskes Spiel.
Franke, Wolfgang: Chinesische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 9914
Niemals im Leben habe ich eine Wahl getroffen, in diesem Sinne auch niemals geschwankt.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 163
Es blieb mir doch keine andere Wahl, als mich selber zu verwirklichen.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 188
Die Wahl 1957 bescherte der Union einen gewaltigen Triumph, sie erreichte die absolute Mehrheit.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 108
Zitationshilfe
„Wahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahl>, abgerufen am 20.11.2017.

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