Wahlbündnis, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wahlbündnisses · Nominativ Plural: Wahlbündnisse
Aussprache [ˈvaːlbʏntnɪs]
Worttrennung Wahl-bünd-nis
Wortzerlegung Wahl Bündnis
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Zusammenschluss von Parteien, gesellschaftlichen Gruppen oder Einzelpersonen, um an Wahlen (2) teilnehmen zu können oder gemeinsam ein besseres Ergebnis zu erzielen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein überparteiliches, breites, oppositionelles, linkes, rechtsgerichtetes, konservatives, bürgerliches, lokales, regierendes Wahlbündnis
als Akkusativobjekt: ein Wahlbündnis schmieden, eingehen, schließen, bilden, ablehnen
in Präpositionalgruppe/-objekt: sich zu einem Wahlbündnis zusammenschließen; sich auf ein Wahlbündnis einigen; für ein Wahlbündnis antreten
mit Genitivattribut: das Wahlbündnis der Parteien, des Ministerpräsidenten
in Koordination: Wahlbündnisse und Parteien
hat Präpositionalgruppe/-objekt: das Wahlbündnis aus [unterschiedlichen] Parteien
als Genitivattribut: der Spitzenkandidat, der Vertreter des Wahlbündnisses
Beispiele:
Künftig wollen [Małgorzata] Tracz und ihre zwei Abgeordnetenkollegen […] gegen Klimawandel kämpfen und sich um sauberere Luft in Polens smogverseuchten Großstädten kümmern. Der Einzug ins [Europa-]Parlament war freilich nur huckepack möglich, in einem Wahlbündnis mit der konservativen »Bürgerplattform«. Allein hätten die Grünen keine Chance gehabt. [Süddeutsche Zeitung, 07.11.2019]
Die Piraten haben am Samstag auf ihrer Mitgliederversammlung in Graz für ein Wahlbündnis zur EU‑Wahl gemeinsam mit der KPÖ (= Kommunistische Partei Österreichs), der Partei »Der Wandel« sowie unabhängigen Kandidaten gestimmt. [Der Standard, 18.01.2014]
Neues Linksbündnis 2006 in Berlin zur Wahl [Überschrift] […] Grundlage für das geplante Wahlbündnis sind Plattformen von Einzelpersonen und Gruppen wie Attac, Gewerkschaften und Splitterorganisationen. Das »Bündnis gegen Sozial‑ und Bildungsraub« ist das aktivste. [Die Welt, 19.03.2004]
Rund 37 Millionen Ukrainer wählen am Sonntag ein neues Parlament. 21 Parteien und neun Wahlbündnisse stellen sich dem Votum der Bürger. Parteinamen wie »Vorwärts Ukraine«, »Weniger Worte« oder »Reformen und Ordnung« finden sich auf der Liste der zugelassenen Gruppierungen. [Berliner Zeitung, 27.03.1998]
Seit Oktober 1997 stellt […] das siegreiche Wahlbündnis aus Solidarnosc und etlichen konservativen Klein‑ und Kleinstparteien zusammen mit der liberalen Union der Freiheit die neue polnische Regierung. [Die Zeit, 21.11.1997]
Die [Ost-]CDU trat am 25. 1. 1990 aus der [ostdeutschen] Regierung […] aus. Am 5. 2. 1990 schloß sie unter dem Motto »Allianz für Deutschland« ein Wahlbündnis mit dem »Demokratischen Aufbruch« (DA) und der »Deutschen Sozialen Union« (DSU), das bei den ersten freien Wahlen zur Volkskammer am 18. 3. 1990 [mit über 48 %] fast die absolute Mehrheit erreichte […]. [Herbst, Andreas [u. a.]: Lexikon der Organisationen und Institutionen. In: Enzyklopädie der DDR. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 7927]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Wahlbündnis‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahlbündnis‹.

Zitationshilfe
„Wahlbündnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahlb%C3%BCndnis>.

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