Wahlbetrug, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wahlbetrug(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [ˈvaːlbətʀuːk]
Worttrennung Wahl-be-trug
Wortzerlegung  Wahl Betrug
Dieses Stichwort finden Sie in diesen Themenglossaren: DWDS-Themenglossar zur Bundestagswahl, DWDS-Themenglossar zur US-Präsidentschaftswahl.
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
bewusste Manipulation des formalen Ablaufs einer Abstimmung oder von deren Ergebnis
Synonym zu Wahlfälschung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: versuchter, vorsätzlicher Wahlbetrug; angeblicher, mutmaßlicher, vermuteter Wahlbetrug; massiver, großangelegter, gigantischer Wahlbetrug
als Akkusativobjekt: jmdm. Wahlbetrug vorwerfen; Wahlbetrug beklagen, bestätigen, fürchten, kritisieren, vermuten; Wahlbetrug begehen, verhindern
in Präpositionalgruppe/-objekt: Proteste gegen Wahlbetrug; Beschwerden wegen Wahlbetrugs; Wahlbetrug und Wahlfälschung
als Genitivattribut: der Vorwurf, der Verdacht des Wahlbetrugs
Beispiele:
Erneut behauptet der US‑Präsident via Twitter, dass Briefwahl ein Einfallstor für Wahlbetrug sei: »Ausländische Staaten« würden Millionen Wahlunterlagen drucken lassen. [Handelsblatt, 22.06.2020 (online)]
Im April stattete seine [Benjamin Netanjahus] Likud‑Partei 1.200 Aktivisten mit versteckten Kameras aus und entsandte sie zu arabischen Wahllokalen, angeblich, um Wahlbetrug zu verhindern. [Die Welt, 17.09.2019]
Die Opposition [in Bangladesh] boykottiert die Abstimmung, weil sie Wahlbetrug befürchtet. Die Regierung steht deswegen bereits als Sieger fest. Beobachter rechnen mit einer sehr geringen Wahlbeteiligung. [Die Zeit, 05.01.2014 (online)]
Ein Gremium von Fachleuten prüft allerdings noch Vorwürfe des Wahlbetrugs. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2004]
Die Opposition sprach von Wahlbetrug, und auch ausländische Beobachter äußerten erhebliche Zweifel am korrekten Verlauf des Votums. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]]
2.
Täuschung der Wähler, indem vor einer Abstimmung gemachte Versprechen nach einem Wahlerfolg nicht eingehalten werden oder im Wahlkampf nachträglich als falsch erwiesene Aussagen getroffen werden
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: massiver, großangelegter, gigantischer Wahlbetrug
in Präpositionalgruppe/-objekt: Wahlbetrug und Wählertäuschung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Wahlbetrug von Rot-Grün
Beispiele:
Die Wähler fühlen sich getäuscht und sprechen offen von Wahlbetrug, da die angekündigten Sparmaßnahmen […] von den Wahlversprechen der Präsidentin im Wahlkampf 2014 abweichen. [Die Zeit, 16.03.2015]
Die Opposition hatte der seinerzeit siegreichen SPD Wahlbetrug vorgeworfen, weil sie die Wähler über die Finanzprobleme nicht vorab informiert habe. [Die Welt, 11.12.2009]
Wahlbetrug: Die FDP kontert […] Die Bramstedter FDP hat den Vorwurf des versuchten Wahlbetrugs und der Täuschung zurückgewiesen. CDU‑Chef Claus Bornhöft hatte die Liberalen heftig wegen eines Wahlplakats kritisiert, auf dem es heißt »Kein Gewerbegebiet an der Bimöhlener Straße« […]. Damit habe die FDP den falschen Eindruck erweckt, dass dort ein Gewerbegebiet geplant sei, so Bornhöft. [Hamburger Abendblatt, 25.02.2003]
Wenn die SPD nun dennoch mit der PDS zusammenarbeite, werde dies »der größte Wahlbetrug der letzten 50 Jahre«. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2001]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Wahlbetrug · Wahlfälschung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wahlbetrug‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahlbetrug‹.

Zitationshilfe
„Wahlbetrug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahlbetrug>, abgerufen am 24.09.2021.

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