Wahlmonarchie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wahlmonarchie · Nominativ Plural: Wahlmonarchien
Aussprache [ˈvaːlmonaʁˌçiː]
Worttrennung Wahl-mo-nar-chie · Wahl-mon-ar-chie
Wortzerlegung  Wahl Monarchie
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

Monarchie (1), bei der der Monarch durch eine Wahl (2) bestimmt wird
Gegenwort zu Erbmonarchie
Beispiele:
Er [Tuanku Ja’afar] ist gerade als zehnter König Malaysias vereidigt worden – eines Landes, das als einzige Wahlmonarchie der Welt gilt. Es besteht aus insgesamt 13 Bundesstaaten, und neun davon sind erbliche Sultanate, die von einem Fürsten regiert werden. Diese Fürsten wählen auf jeweils fünf Jahre aus ihrer Mitte als Staatsoberhaupt einen König. [Yang di-Pertuan Agong. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000. München: DIZ 2000 [1994]]
Wahlmonarchien wie die deutsche oder die polnische waren [im Gegensatz zu den Erbmonarchien] schwach, Versuche der Monarchen, ihre Nachfolger aus ihren Nachkommen selbst auszuwählen, wie im Russland des 18. Jahrhunderts, endeten in Mord und Totschlag. [Süddeutsche Zeitung, 02.11.2018]
Von seinem noch nicht einmal einen halben Quadratkilometer großen Territorium hinter den Mauern des Vatikans aus leitet Papst Benedikt XVI. die Weltkirche und ist dabei nicht nur das geistliche Oberhaupt. Der Vatikan ist eine absolute Wahlmonarchie. Und er gilt als souveräner Saat mit dem jeweiligen Papst als Staatsoberhaupt, einer eigenen Regierung, einer eigenen Armee und Gerichtsbarkeit. [Die Zeit, 24.09.2011 (online)]
Aus den bis dahin getrennten Nachbarländern [dem Großfürstentum Litauen und dem Königreich Polen] wurde [1386] ein großer und mächtiger Staat, der es nun auch mit dem Deutschen Orden aufnehmen konnte. Aber im Endergebnis ebneten die Zugeständnisse, zu denen sich Ludwig der Große hatte 1374 bequemen müssen, den Weg für eine Wahlmonarchie. [Myers, A. R.: Europa im 14. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte. Bd. 5. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8163]
scherzhaftDie Franzosen sind geborene Zentralisten und leben in einer Art Wahlmonarchie [wegen der starken Stellung des vom Volk gewählten Präsidenten], die Deutschen hingegen sind geborene Föderalisten, die auf ihre Kurfürsten (= Ministerpräsidenten) in den Ländern nicht verzichten wollen und nahezu jeder Zentralisierung misstrauen. [Die Zeit, 17.01.2008]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Wahlmonarchie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahlmonarchie>, abgerufen am 28.09.2021.

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