Wahlvolk, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wahlvolk(e)s · Nominativ Plural: Wahlvölker · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈvaːlfɔlk]
Worttrennung Wahl-volk
Wortzerlegung  Wahl Volk
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur Bundestagswahl.
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
gelegentlich abwertend Gesamtheit der Wahlberechtigten in der Bevölkerung eines Landes; Gesamtheit der Personen, die für eine bestimmte Partei, Person o. Ä. gestimmt haben oder vermutlich stimmen werden
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das dumme, gemeine, staunende Wahlvolk; das konservative, republikanische Wahlvolk
als Akkusativobjekt: das Wahlvolk (von etw.) überzeugen
als Dativobjekt: dem Wahlvolk etw. anbieten, erklären, verkaufen, versprechen, zumuten
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Stimmung im, beim Wahlvolk; Kontakt zum, mit dem Wahlvolk; der Umgang mit dem Wahlvolk
als Aktivsubjekt: das Wahlvolk entscheidet
hat Präpositionalgruppe/-objekt: das Wahlvolk an der Urne
als Genitivattribut: die Gunst, die Stimmung, der Wille, die Wünsche, die Zustimmung des Wahlvolks
Beispiele:
Politiker wollen Wahlen gewinnen. Dafür versuchen sie in der Regel, das Wahlvolk mit Programmen zu überzeugen. [Berliner Zeitung, 10.06.2005]
Armeniens Wahlvolk hat Paschinjan die Treue gehalten und ihm eine absolute Mehrheit der Stimmen geschenkt. [Armenien-Premier Nikol Paschinjan: Krieg verloren, Wahl gewonnen, 21.06.2021, aufgerufen am 21.06.2021]
Transparenz ist eine unabdingbare Voraussetzung demokratischen Regierens – und wenn der in jedem Jahrfünft einmal angesetzte Wahlgang nicht zur Farce verkommen soll, dann muss Gewissheit darüber hergestellt werden, dass das Wahlvolk weiß, was die Staatsgewalt so treibt. [Die Zeit, 19.05.2014]
Es geht [US-Präsident] Obama um seine politische Zukunft. Viel offener als seine europäischen Bundesgenossen hat er klargemacht: Ich habe verstanden, mein Wahlvolk möchte sich nicht mehr um Afghanistan sorgen, Amerika will nur weg von dort. [Süddeutsche Zeitung, 03.12.2009]
Die Leute mit dem kürzeren Gedächtnis, das gemeine Wahlvolk, wird er erst in den letzten drei Monaten vor dem Wahltag umwerben, aber dann um so eindringlicher. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2003]
Glaubt man den wiederholten Berichten der Tagespresse, dann bietet die SPD dem staunenden Wahlvolk doch tatsächlich eine Neuheit, die die anderen Parteien nicht haben: den Schattenwirtschaftsminister. [Süddeutsche Zeitung, 31.08.1998]
Im Zeitalter mürrischer und wankelmütiger Wahlvölker eine Wiederwahl geschafft zu haben, stärkt den Konservativen auch aussen‑ und europapolitisch den Rücken. [Luzerner Zeitung, 09.05.2015] ungewöhnl. Pl.
2.
selten Volksgruppe, der man nicht durch Geburt, sondern durch bewusste Wahl (1) verbunden ist
Beispiel:
Mir fehlt das Organ für Lyrik, was mich zweifeln macht, ob ich jemals imstande sein werde, ein richtiges Verhältnis zu der Sprache meines Wahlvolkes zu besitzen. [Salomon, Ernst von: Der Fragebogen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1951, S. 87]

letzte Änderung:

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Urnengänger · Wahlberechtigte · Wahlvolk · Wähler · Wählerschaft  ●  Stimmbürger  schweiz. · Stimmvolk  schweiz. · Elektorat  fachspr. · Stimmvieh  derb · Urnenpöbel (meist selbstironisch)  derb · Wahlvieh  derb

Typische Verbindungen zu ›Wahlvolk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahlvolk‹.

Zitationshilfe
„Wahlvolk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahlvolk>, abgerufen am 14.10.2021.

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