Wahnwitz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWahn-witz (computergeneriert)
WortzerlegungWahnWitz
Wortbildung mit ›Wahnwitz‹ als Grundform: ↗wahnwitzig
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben
1.
grenzenlose, gefährliche Unvernunft, Unsinnigkeit, Tollheit
Beispiele:
der Wahnwitz des Krieges
dieses Unternehmen ist (ein) Wahnwitz (= es ist wahnwitzig, so etw. zu unternehmen)
2.
veraltend Wahnsinn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wahnwitz · wahnwitzig · wahn
Wahnwitz m. (früher auch f.) ‘abwegiges, törichtes Verhalten, äußerste Sinnlosigkeit, Unsinn, Geistesgestörtheit’ (16. Jh.), wohl nicht (nur einmal bezeugtes) ahd. wanawizzī f. ‘Unvernunft, Wahnsinn’ (um 900) fortsetzend, sondern rückgebildet aus dem Adjektiv wahnwitzig ‘völlig unsinnig, verrückt’ (15. Jh.), einer Weiterbildung von ahd. wanawizzi Adj. ‘töricht, unsinnig’, eigentlich ‘keinen Verstand habend’ (10. Jh.), mhd. wanwiz, -witze ‘verrückt, unsinnig’, frühnhd. wanwitz ‘unverständig, töricht, geistig schwach’ (nur 15. und 16. Jh.). Es handelt sich um eine Zusammensetzung aus dem unter ↗Witz ‘Verstand’ (s. d.) behandelten Substantiv und wahn Adj. ‘fehlend, leer, nichtig’ (nach dem 17. Jh. ungebräuchlich), ahd. (8. Jh.), asächs. wan ‘fehlend’, mhd. wan ‘nicht voll, das volle Maß nicht haltend, leer, unerfüllt, erfolglos’, aengl. wan, anord. vanr ‘ermangelnd’, isl. vanur, got. wans ‘mangelhaft, fehlend’ (germ. *wana-). Dieses führt mit aind. ūnáḥ ‘unzureichend, ermangelnd’, griech. é͞unis (εὖνις) ‘beraubt, ermangelnd’, lat. vānus ‘leer, gelichtet, taub, gehaltlos’ auf eine Bildung mit dem Partizipialsuffix ie. -no- zur Wurzel ie. *eu-, *euə-, *u̯ā-, *u̯ə- ‘mangeln, leer’, zu der vielleicht auch die unter ↗wüst (s. d.) angeführten Wortformen gehören. wahnwitzig bedeutet daher eigentlich ‘ohne Verstand, des Verstandes mangelnd oder beraubt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aberwitz · ↗Absurdität · ↗Irrwitz · ↗Unding · ↗Unsinnigkeit · Wahnwitz · ↗Widersinnigkeit
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Insania · ↗Irrsinn · ↗Narrheit · ↗Stumpfsinn · ↗Tollheit · ↗Torheit · ↗Verdrehtheit · ↗Verrücktheit · ↗Wahnsinn · Wahnwitz  ●  ↗Fadaise  geh., franz. · Hirnrissigkeit  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

menschlich rein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahnwitz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Arbeiten auch noch mit zusätzlichen Steuern zu belasten, wäre mehr als Wahnwitz.
Süddeutsche Zeitung, 13.01.2004
Der Wahnwitz steckt im Detail und muß gar nicht zum Brüllen komisch sein.
Der Tagesspiegel, 06.08.1997
Euripides macht auch nicht halt vor dem „Wahnwitz der Götter“.
Die Zeit, 15.08.1957, Nr. 33
Hier aber schien ihn der Wahnwitz mit seiner entsetzlichsten Fratze anzugrinsen.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 186
Das alles ist Wahnwitz und schlechte Literatur - die sind die Literaten, nicht wir.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 29.05.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16226
Zitationshilfe
„Wahnwitz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahnwitz>, abgerufen am 22.02.2019.

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