Wahrnehmungspsychologie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wahrnehmungspsychologie · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [ˈvaːɐ̯ˌneːmʊŋspsyçoloˌgiː]
Worttrennung Wahr-neh-mungs-psy-cho-lo-gie
Wortzerlegung WahrnehmungPsychologie
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

Teilgebiet der Psychologie, deren Forschungsgegenstand die menschliche Wahrnehmung ist
Beispiele:
Seit ein paar Jahren hat die Wahrnehmungspsychologie ein Maskottchen: den Gorilla. Seine Geschichte begann Ende der 90er‑Jahre, als […] US‑Forscher […] für eine Reihe von Experimenten eine Mitarbeiterin im Gorillakostüm durch ein Basketballmatch spazieren ließen. Anschließend fragten sie Probanden, die das Spielgeschehen beobachtet hatten, ob ihnen etwas Besonderes aufgefallen sei. Die Hälfte sagte nein. [Der Standard, 07.05.2015]
Aus der Wahrnehmungspsychologie ist bekannt, dass Privilegien sehr schnell selbstverständlich werden. Im Gegensatz dazu tendieren Menschen aber dazu, all das, was sie nicht haben, ganz besonders stark wahrzunehmen und daher ständig unzufrieden zu sein. [Die Welt, 30.12.2006]
Die Arbeitsgebiete [der Produktentwicklung] sind dabei vielfältig. Neben der Produktoptimierung, bei der Entwickler und Tester eng zusammenarbeiten, geht es um Grundlagenforschung, zum Beispiel auf den Gebieten Arbeitsgestaltung und Wahrnehmungspsychologie. Mitunter werden sogar Consumer‑Geräte wie die Fernsteuerung eines Fernsehers oder Videorecorders auf einem Bildschirm simuliert und Tests zur Verbesserung des Bedienkomforts durchgeführt. [C’t, 1993, Nr. 9]
In der Wahrnehmungspsychologie geht es in erster Linie darum, die Erscheinungsweise der Dinge bzw. der Welt, nicht jedoch deren physikalisch‑chemische Beschaffenheit zu erklären. Die Grundfrage der Wahrnehmung[…] lautet folglich: »Wie kommt es, daß die Dinge so aussehen, wie sie aussehen?« Diese Frage läßt sich nicht allein durch Erforschung der Funktionsweise der Sinnesorgane beantworten. [Flade, Antje: Wahrnehmung. In: Asanger, Roland / Wenninger, Gerd (Hg.): Handwörterbuch Psychologie. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 3752]
metonymischDie Wahrnehmungspsychologie macht uns oft einen Strich durch die Rechnung, wenn wir objektiv sein wollen. Da gibt es den »Halo‑Effekt«: Eine bestimmte Eigenschaft einer Person überstrahlt alle anderen Eigenschaften so, dass sie das Gesamtbild völlig verzerrt. Das ist oft das Aussehen, kann aber auch jede andere Eigenschaft sein, die Sie wichtig finden, wie Pünktlichkeit oder Ehrlichkeit. [Die Welt, 17.09.2011]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Wahrnehmungspsychologie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahrnehmungspsychologie‹.

Zitationshilfe
„Wahrnehmungspsychologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahrnehmungspsychologie>, abgerufen am 17.04.2021.

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