Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wahrzeichen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wahrzeichens · Nominativ Plural: Wahrzeichen
Aussprache 
Worttrennung Wahr-zei-chen
Wortzerlegung wahr Zeichen
eWDG

Bedeutung

etw., das charakteristisch für etw. ist, Zeichen, das symbolhaft für etw. ist, besonders als charakteristisches Merkmal einer Stadt, Landschaft
Beispiele:
der Fernsehturm ist ein Wahrzeichen der Stadt
Wer unbefugt das Wahrzeichen oder die Bezeichnung ›Rotes Kreuz‹ verwendet, wird … bestraft [ Strafgesetzbuch DDR179]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wahren · bewahren · verwahren · Wahrzeichen
wahren Vb. ‘in acht nehmen, hüten, schützen, (einen Zustand) aufrechterhalten’, ahd. warōn (9. Jh.), mhd. war(e)n ‘aufmerken, achten, beachten’, asächs. waron ‘achthaben, beachten, behüten’, mnd. mnl. wāren, aengl. warian, auch ‘warnen’, anord. vara ‘warnen, wahren, gedenken’, norw. vare ‘aufbewahren, aufheben’ ist im Sinne von ‘unter seine Aufmerksamkeit, Obhut nehmen’ von einem in ahd. wara (in wara neman, 10. Jh., wara tuon, um 1000), mhd. war(e) f. ‘Wahrnehmung, Beobachtung, Aufmerksamkeit, Obhut’, asächs. wara ‘Schutz, Aufmerksamkeit’, mnd. wāre, wār, mnl. wāre, aengl. waru, anord. vari belegten Substantiv (germ. *warō f.) abgeleitet. Dieses ist mit den unter gewahr (s. d.) angeführten Formen verwandt, außergerm. mit griech. horā́n (ὁρᾶν, aus *ϝορᾶ-) ‘schauen, aufmerksam sein, betrachten, sehen’, (dehnstufig) ṓra (ὤρα, aus *ϝώρα) ‘Hut, Sorge’, lat. verērī ‘ängstlich beobachten, verehren, fürchten’, air. cō(a)ir ‘passend, richtig’. Zugrunde liegt eine Wurzel ie. *u̯er(e)- ‘achten, gewahren’ (s. auch wahr). Das oben genannte Substantiv ist in die Zusammensetzungen wahrnehmen und verwahrlosen (s. d.) eingegangen. Das Simplex verstärkend bewahren Vb. ‘in Obhut nehmen, erhalten, schützen, behüten’, ahd. biwarōn, mhd. bewarn; verwahren Vb. ‘für etw. sorgen, etw. sichern, behüten, in Bewachung, in Obhut nehmen’, frühnhd. verwaren (15. Jh.). Wahrzeichen n. ‘Merkmal, Kennzeichen’, mhd. warzeichen, gebildet zu ahd. wara f., mhd. war(e) ‘Wahrnehmung, Beobachtung, Aufmerksamkeit’ (s. oben), also ‘Zeichen, das Aufmerksamkeit erregt oder verlangt’. Voraus geht ahd. wortzeihhan ‘(An)zeichen, Beweis’ (um 1000), asächs. wordtēkan, mhd. wortzeichen ‘Zeichen, das ein Wort vertritt oder in Worten gegeben wird, Kennzeichen, Merkmal, Parole’, eigentlich ‘in Stäbchen geritztes Runenzeichen, Buchstabe’, dann auch ‘Merkmal’. Wahrzeichen wird vielleicht über Epiker wie Heinrich v. Veldeke oder Eilhart v. Oberge aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen, vgl. mnd. wārtēken (woraus möglicherweise anord. jarteikn ‘Wahrzeichen, Wunder’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Wahrzeichen · kennzeichnendes Bauwerk
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wahrzeichen‹ (berechnet)

Arteplage Expo Hafencity Hansestadt Kurort Kurstadt Leuchtturm Millionenmetropole Ostseebad Restaurierung Turm Unterengadin Wiederaufbau architektonisch badener eppsteiner erstrahlen glandorfer inoffiziell kasseler kronberger langener markant oberreifenberger pariser schwimmend sichtbar steglitzer weltbekannt weltberühmt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahrzeichen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wahrzeichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem ist der rote Hahn doch, soweit ich mich erinnere, sein Wahrzeichen. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 303]
Einen besseren Platz für die Demonstrationen der 500000, ein gewagteres Wahrzeichen für die wiedervereinte Nation ließe sich kaum denken. [Die Zeit, 03.09.1998, Nr. 37]
Die Alte Saline ist so etwas wie das Wahrzeichen der Stadt. [Die Zeit, 10.10.1997, Nr. 42]
Sie ist fast so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt. [Die Zeit, 13.03.1958, Nr. 11]
Einsam steht das alte Wahrzeichen da, das Empire State Building. [Die Zeit, 17.09.2001, Nr. 38]
Zitationshilfe
„Wahrzeichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wahrzeichen>.

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