Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Weidmann, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Nominativ Plural: Weidmänner
Nebenform Waidmann · Substantiv · Nominativ Plural: Waidmänner
Worttrennung Weid-mann ● Waid-mann
Wortzerlegung weid- Mann
Wortbildung  mit ›Weidmann‹ als Erstglied: Waidmannsbrauch · Waidmannsdank · Waidmannsheil · Waidmannslust · Waidmannssprache · Weidmannsbrauch · Weidmannsdank · Weidmannsheil · Weidmannslust · Weidmannssprache · waidmännisch · weidmännisch
eWDG

Bedeutung

weidgerechter Jäger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weide2 · Weidmann · Weidwerk · Augenweide · weiden
Weide2 f. ‘grasbewachsene Fläche als Futterplatz für Herdenvieh’, ahd. weida ‘Nahrungsgewinn’ (auch vom Menschen und nicht nur in bezug auf Pflanzenkost), ‘Futter’ (9. Jh.), mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weideplatz, Tagreise, Weg, Jagd, Fischerei’, mnd. weide ‘Weideplatz, Nahrung’, mnl. nl. weide ‘Weideplatz, Grasland’, aengl. wāþ ‘Jagd, das Umherstreifen’, anord. veiðr ‘Jagd’ lassen sich mit aind. vḗti ‘richtet sein Augenmerk auf etw., wendet sich an jmdn., trachtet nach, verfolgt’, griech. hī́esthai (ἵεσθαι, aus *ϝῑ́εσθαι) ‘sich vorwärts bewegen, sich beeilen, streben, begehren’, lat. vīs ‘du willst’, lit. výti ‘treiben, verfolgen, nachjagen’, aslaw. vojinъ, russ. vóin (воин) ‘Krieger, Soldat’ vergleichen und auf eine Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯ei̯ə- ‘gehen, auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, verfolgen, ersehnen’ sowie ‘Weg, Reihe’ zurückführen. Als Ausgangsbedeutung kann ‘Ausgang auf Nahrungssuche’ (von Menschen und Tieren) erschlossen werden. Bereits im 11. Jh. ist die heutige Bedeutung ‘Futterplatz für Herdenvieh’ entwickelt. Weidmann m. ‘Jäger’, in älterer Sprache auch ‘Fischer’, mhd. weidemann ‘Jäger, Fischer’. Weidwerk n. ‘Jagd’, frühnhd. auch ‘Fischfang, Jagdgerät’, mhd. weidewerc ‘Jägerei, zur Jagd gebrauchte Tiere’. Augenweide f. ‘Freude für die Augen’, mhd. ougenweide ‘das Umherschweifen der Augen, Erquickung für die Augen, Anblick (jeder, auch unangenehmer Art)’, vgl. mhd. weide im Sinne von ‘Speise, Labsal’. weiden Vb. ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, sich an etw. erfreuen, genießen’, ahd. weidōn ‘Futter suchen, jagen’ (9. Jh.), mhd. weiden ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, ausschlachten, genießen’.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Hubertusjünger · Waidgenosse · Waidmann  ●  Jäger  Hauptform · Jägersmann  altertümelnd, veraltend · Nimrod  scherzhaft, hebräisch
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Weidmann‹, ›Waidmann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach einem Beschluß des norwegischen Parlaments dürfen nur ausgebildete Weidmänner unter ortskundiger Führung jagen. [Die Welt, 06.10.2004]
Die Tiere, wie der Weidmann das weibliche Wild nennt, haben dem Kampf teilnahmlos zugesehen und erkennen ohne weiteres das Recht des Stärkeren an. [Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 68]
Bei ihren Jagden brächten die Weidmänner vielmehr einzelne Enten mit. [Die Welt, 14.10.2005]
Bei ihrem Jägertag forderten die Weidmänner zudem eine Abschaffung der Jagdsteuer in ganz. [Der Tagesspiegel, 10.05.2004]
Eigentlich geht dem richtigen Weidmann und Tierfreund, der kein Aasjäger ist, diese Affenjagd stark gegen das Gefühl. [Hagenbeck, John u. Ottmann, Victor: Südasiatische Fahrten und Abenteuer, Dresden: Deutsche Buchwerkstätten 1924 [1924], S. 184]
Zitationshilfe
„Weidmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weidmann>.

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