Wal, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wal(e)s · Nominativ Plural: Wale
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Wal‹ als Erstglied: ↗Walfang · ↗Walfangflotte · ↗Walfisch · ↗Walfleisch · ↗Walfänger · ↗Walross · ↗Waltier
 ·  mit ›Wal‹ als Letztglied: ↗Bartenwal · ↗Entenwal · ↗Killerwal · ↗Pilotwal · ↗Schwertwal · ↗Zwergwal
eWDG, 1977

Bedeutung

dem Leben im Wasser angepasstes, fast haarloses, lungenatmendes, warmblütiges, in vielen Arten vorkommendes, riesiges Säugetier, dessen torpedoförmiger, glatter Körper hinten in eine waagerecht stehende, der Bewegung dienende Schwanzflosse ausläuft
Beispiele:
Wale mit Hilfe moderner Echolot‑ und Radargeräte aufspüren, im Eismeer mit Harpunen fangen
der Wal taucht auf, um Luft zu holen
aus dem Fett des Wals wird Tran hergestellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wal · Weller · Walfisch · Walroß · Walrat · Narwal
Wal m. Name des größten, im Wasser lebenden Säugetiers, ahd. (h)wal (um 800), mhd. wal, mnl. wal, aengl. hwæl, engl. whale, anord. hvalr, schwed. val führt auf germ. *hwala- bzw. *hwali- (vgl. den Plural anord. hvalir neben hvalar). Daneben steht ahd. (h)wal(i)ra (10. Jh.), mhd. walre, waler ‘Wal’, frühnhd. waller, weller ‘Wal’, auch ‘Wels’, nhd. Weller m. ‘Wels’, aus germ. *hwalizōn, einem weitergebildeten s-Stamm. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit apreuß. kalis ‘Wels’. Weitere Beziehungen, etwa zu lat. squalus ‘größere Fischart, Meersaufisch’, sind ganz unsicher. Für das Germ. ist von einer Bedeutung ‘großer Fisch’ auszugehen, die dann auf den größten Süßwasserfisch überging (s. ↗Wels). Als verdeutlichende Zusammensetzung entsteht schon früh Walfisch m. ahd. (h)walfisc (Hs. 13. Jh.), mhd. mnd. walvisch, mnl. walvisc, nl. walvis, anord. hvalfiskr. Walroß n. große Robbenart mit rotbraunem Fell, entsprechend auch nl. walrus, walros, engl. walrus, schwed. valross, dän. hvalros. Das Alter der Zusammensetzung ist schwer zu bestimmen. Der älteste nachweisbare Beleg scheint in nl. wal-rusch (1594), dann in nhd. (Plur.) Walreussen (1599) und Walruschen (um 1600) vorzuliegen. Für ein wesentlich höheres Alter spricht freilich die Entlehnung afrz. galerous (1205), die nur eine anord. Bezeugung voraussetzen kann wie (mit Wechsel der Kompositionsglieder) anord. hrosshvalr ‘Walroß’ (oder Walart?) neben rosmhvalr, aengl. horschwæl, eine volksetymologisch an Roß ‘Pferd’ angelehnte Zusammensetzung aus germ. *rusta- ‘rotbraun’ (s. ↗Rost2) mit germ. *hwala- ‘großes Meerestier’ (s. oben). Vgl. auch (ebenfalls aus dem Anord.) afrz. roal ‘Walroß, das Zahnbein seiner Hauzähne’, frz. rohart. Walrat m. n. fettartige Substanz in Hohlräumen unter der Haut des Pottwals, mnd. walrat, walrod, wolrad, frühnhd. wolrat, walrat, wolart (15. Jh.), wohl umgedeutet aus älterem spätmhd. walrām (zu mhd. rām, rān m. ‘Schmutz’) in Anlehnung an ↗Rat (s. d.) im Sinne von ‘(Hilfs-, Heil)mittel’. Narwal m. ‘Zahnwal, Einhornwal’ (männliche Exemplare mit einem etwa zwei Meter langen Stoßzahn), entlehnt (18. Jh.) aus dem Skandinav., vgl. norw. dän. narhval, schwed. narval, anord. nārvalr. Herkunft des Bestimmungsworts ungewiß. Meist wird darin anord. nār m. ‘Leiche’ vermutet im Hinblick auf die im Alter sich mehrenden hellen, mit gelbweißer Leichenfärbung verglichenen Altersflecken. Oder (nach Brehm) auf Grund der in Winterstürmen verendeten und in großer Zahl an Land geschwemmten Tiere?

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Delfin · ↗Delphin · Wal  ●  ↗Walfisch  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Risso-Delfin · Rundkopfdelfin
  • Gemeiner Delfin · Gewöhnlicher Delfin
  • Grindwal · ↗Pilotwal
  • Baiji · Chinesischer Flussdelfin · Jangtse-Delfin
  • Weißwal  ●  Beluga  wissenschaftlich
  • Golftümmler · Kalifornischer Schweinwal · Vaquita
  • Minkewal · Minkwal · Nördlicher Zwergwal · ↗Zwergwal  ●  Balaenoptera acutorostrata  fachspr., lat., griechisch
  • Südlicher Zwergwal  ●  Balaenoptera bonaerensis  fachspr., lat., griechisch
  • Bartenwale  ●  Mysticeti  lat., griechisch
  • Kaschelott · ↗Pottwal  ●  Physeter catodon  fachspr., lat., griechisch · Physeter macrocephalus  fachspr., lat., griechisch
  • Südkaper · Südkaperwal · Südlicher Glattwal  ●  Eubalaena australis  fachspr., lat., griechisch
  • Spinner-Delfin  ●  Ostpazifischer Delfin  fachspr. · Stenella longirostris  fachspr., lat., griechisch

Typische Verbindungen zu ›Wal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wal‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wal zehrt sich von selber auf, er liefert auch noch den Tran, um sich selbst zu verbrennen.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 404
Japan hatte im Juni angekündigt, in diesem Jahr 260 Wale zu erlegen.
Bild, 23.09.2002
Oder war das der Wal, an einer anderen Stelle wiederaufgetaucht?
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 65
Zehn von ihnen haben sich verpflichtet, den Wal in den kommenden zwei Jahren auf ein Leben in der Freiheit vorzubereiten.
Der Tagesspiegel, 14.09.1998
Sie fühlen sich dann wie ein Wal an Land, unbeweglich und viel zu schwer.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 291
Zitationshilfe
„Wal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wal>, abgerufen am 01.12.2020.

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