Waldmeister, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungWald-meis-ter
WortzerlegungWaldMeister
Wortbildung mit ›Waldmeister‹ als Erstglied: ↗Waldmeisterlikör
eWDG, 1977

Bedeutung

in schattigen Laubwäldern wachsendes, weißblühendes, würziges Kraut, das zum Würzen von Getränken und Speisen verwendet wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wald · waldig · Waldung · Waldmeister
Wald m. ‘große, dicht mit Bäumen bestandene Fläche, Forst’, ahd. wald (8. Jh.), mhd. walt ‘Wald, Waldgebirge, Baumbestand, Holz, die laubigen Äste und Zweige eines Baumes’, asächs. wald, mnd. wolt, mnl. wout, nl. woud, aengl. (westsächs.) weald, (angl.) wald, engl. wold ‘Ebene, Moor’, älter auch ‘Wald’, anord. vǫllr ‘Ebene, Feld, Wiese’, schwed. vall ‘Rasen, Weide’ setzen einen alten u-Stamm (germ. *walþu-) voraus. Weitere Anschlußmöglichkeiten sind unsicher. Vielleicht (über ie. *u̯oltu-) zu verbinden mit griech. lásios (λάσιος, aus *ϝλατι̯ος, ie. *u̯ḷti̯os) ‘dicht behaart, zottig, wollig, dicht bewachsen’, air. folt (ie. *u̯olto-) ‘Haar’, lit. váltis ‘Haferrispe’, russ. (älter) vólot’ (волоть) ‘Faser, Ähre’ (ie. *u̯olti-), so daß von einer Dentalerweiterung einer Wurzel ie. *u̯el(ə)- ‘Haar, Wolle’, auch ‘Gras, Ähre, Wald’ bzw. *u̯el- ‘reißen, rupfen’ (s. ↗Wolle) ausgegangen werden kann. Aber auch Anschluß an lat. saltus ‘gebirgiger, waldiger Landstrich, Waldschlucht, Engpaß’ (aus *su̯al-) wird erwogen. waldig Adj. ‘mit Wald bewachsen’ (15. Jh.). Waldung f. ‘Waldgebiet, Waldbestand’ (17. Jh.). Waldmeister m. Name einer aromatischen, im Wald wachsenden Pflanze (15. Jh.), mit unklarem zweiten Kompositionsglied. -meister im Hinblick auf die (angebliche) hervorragende Heilkraft? Oder hervorgegangen aus mlat. *herba Walteri Magistri, in Anlehnung an einen südfranzösischen Arzt Walter Agilon (13. Jh.)? Vgl. Marzell 1, 469 f.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Himbeere schmecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Waldmeister‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe vor Jahren einmal versucht, eine halbschattige Ecke in meinem Garten mit Waldmeister, im Wald ausgegraben, zu besiedeln.
Der Tagesspiegel, 27.06.2004
Das grüne Zeug in einem makellosen Glas schmeckte nach Waldmeister.
Böll, Heinrich: Billard um halb zehn, Leipzig: Insel-Verl. 1961 [1959], S. 234
Und es ist sehr fraglich, ob wir Waldmeister gerne zu uns nehmen, um uns Natur einzuverleiben.
Die Welt, 02.07.2003
Zu dieser Pflanzenfamilie zählen auch die bei uns bekannten Arten Waldmeister und Gemeines Labkraut.
o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 261
Damals bedeutete der Geruch von Waldmeister oder Franzbranntwein ein wichtiges Erkennungszeichen, gut zu trennen von seinem Eau de Cologne.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 99
Zitationshilfe
„Waldmeister“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Waldmeister>, abgerufen am 23.10.2019.

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