Wall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wall(e)s · Nominativ Plural: Wälle
Aussprache
Wortbildung mit ›Wall‹ als Erstglied: ↗Wallanlage · ↗Wallgraben  ·  mit ›Wall‹ als Letztglied: ↗Nagelwall
eWDG, 1977

Bedeutung

langgestreckte, künstliche Erhöhung einer (frühgeschichtlichen) Befestigungsanlage; aufgeschüttete Erhöhung zum Schutz gegen Wasser
Beispiele:
einen Wall errichten, aufwerfen, abtragen
auf einen Wall steigen, auf einem Wall entlanglaufen
Auf den Wällen schritten die Posten ihre Strecken ab [KusenbergNicht zu glauben82]
Ist der schöne Wall mit seinen Ulmen und Platanen rund um die Stadt noch erhalten? [I. KurzVanadis58]
bildlich
Beispiele:
ein Wall von Schnee, Wolken
Hinter dem Wall von Stachelbeersträuchern legte er sich ins Gras und überlegte [A. DrossinProbe65]
[der Berliner verbirgt] seine Güte und seinen Hang zur Behaglichkeit gern hinter einem Wall spöttischer Redewendungen [Sprachpflege1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wall m. ‘langgestreckte (künstlich errichtete) Erdaufschüttung’, ahd. erdwal (Hs. 13. Jh.), mhd. wal, auch ‘Ringmauer’, asächs. wal ‘Steinmauer, Wand’, mnd. wal ‘Erddamm, Festungswall, das feste Land’, mnl. nl. wal, aengl. wall, weall ‘Deich, Erdaufschüttung, Damm’, auch ‘Fels(wand)’, engl. wall ‘Wand, Mauer’ sind entlehnt aus lat. vallum n. ‘Gesamtmasse der Palisaden, die um das Lager auf dem Schanzwall eingeschlagen werden, Verschanzung, mit Palisaden versehene Erdaufschüttung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Böschung · ↗Damm · ↗Ufer · Wall
Synonymgruppe
Mauer · Wall · ↗Wand
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bastion Bresche Festung Graben Hecke Jungfernstieg Kasematte Lärmschutzwand Palisade Planke Sandsack Schanze Wall Wassergraben abtragen aufgeschüttet aufgeworfen aufschichten aufschütten auftürmen begrünt bepflanzt meterhoch niederreißen schützend steinern umgeben undurchdringlich unüberwindbar verschanzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf sanft ansteigendem Hügel thront die mächtige Barockanlage, beinahe festungsartig mit Wall und Graben.
Brief von Walter Schmidt vom 27.09.1915. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1915], S. 272
Während früher jede Stadt Wall und Graben hatte, übernehmen jetzt wenige große Festungen den Schutz des ganzen Staates.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 374
Durchwandert man den Park nach Westen, so gelangt man bald auf einen Wall, der einst den Park vor Hochwasser schützen sollte.
Erwin Hemke, Neustrelitzer Seengebiet Wesenberg-Mirow-Fürstenberg: Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1979, S. 20
Nur eine schmale Gasse hatten die Schneeschaufler zwischen den weißen Wällen freizuhalten vermocht.
Heyking, Elisabeth von: Der Tag Anderer. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9679
Die Erde war etwa zwei Meter hoch aufgeschüttet, der Eingang sauber mit Brettern verschalt, im Zickzack durch den Wall geschnitten.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 108
Zitationshilfe
„Wall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wall>, abgerufen am 21.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Walkürenritt
Walküre
Walkmühle
Walkman
Walkingbass
Wallaby
Wallach
Wallanlage
wällen
wallfahren