Walstatt, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Walstatt · Nominativ Plural: Walstätten
Aussprache
WorttrennungWal-statt (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

veraltet Kampfplatz, Schlachtfeld
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Walstatt · Walküre · Walhalla
Walstatt f. ‘Schlachtfeld, Kampfplatz’, mhd. walstat, mnl. wal(e)stat ist eine Zusammensetzung mit dem unter ↗Statt (s. d.) behandelten Substantiv. Das erste Kompositionsglied besteht aus im Nhd. ausgestorbenem ahd. wal m. n. (?) ‘Kampfplatz’ (um 900), mhd. wal(e) n. m. f. ‘Schlachtfeld, Kampfplatz’, auch allgemein ‘Feld, Aue’, asächs. wal ‘Tod’, aengl. wæl n. ‘die Gefallenen, Schlachtfeld, Blutbad’, anord. valr m. ‘der Tote auf dem Kampfplatz’, verwandt mit (dehnstufig) ahd. wuol ‘Niederlage, Verderben, Seuche’ (um 800), asächs. wōl ‘Seuche, Verderben’, aengl. wōl ‘Seuche, Pest’. Außergerm. lassen sich vergleichen air. fuil ‘Blut’, mir. fuili ‘blutige Wunden’, lit. vė͂les ‘geisterhafte Gestalten der Verstorbenen’. Ausgehen läßt sich von ie. *u̯ol- bzw. *u̯ōl- ‘töten, Blut(bad), Schlachtfeld’, die als Ablautformen der Wurzel ie. *u̯el- ‘reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden, Wunde’ (s. ↗Wolle) aufgefaßt werden können. Walküre f. ‘Kampfjungfrau, die die auf dem Schlachtfeld Gefallenen zu Odin geleitet’, also wohl ‘die die Toten Auswählende, Totenwählerin’, Gestalt der nordischen Mythologie, in die deutsche Dichtung (18. Jh.) nach anord. valkyrja aufgenommen (vgl. auch aengl. wælcyrige ‘zauberkundige Frau’). Das zweite Kompositionsglied gehört zu der unter ↗Kür (s. d.) behandelten Wortgruppe. Walhalla f. n. in der nordischen Mythologie ‘Aufenthaltsort der auf dem Schlachtfeld gefallenen Krieger’ (Mitte 18. Jh.), auch Walhall f. und n. (von R. Wagner bevorzugt) und vereinzelt (dem Nord. näher stehend) Valholl (1766). Sämtlich Entlehnungen von anord. Valhǫll f.; zu anord. valr m. ‘der Tote auf dem Kampfplatz’ (s. oben) und anord. hǫll f. (s. ↗Halle). Die dt. Form Walhalla (nach Schütze 1750) mit euphonischem Endungs-a als Ausdruck der Erhabenheit wird (1842) auch Bezeichnung für das Pantheon bei Regensburg mit Marmorbüsten berühmter Deutscher.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Held Sieger verlassen zurückbleiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Walstatt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selten haben Politiker am Rande der Walstatt soviel Interesse gefunden wie diesmal.
Die Zeit, 08.02.1988, Nr. 06
Und dann, bei einer nochmaligen Beratung, deckten wieder fünfundzwanzig die Walstatt.
Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 420
Dieses aber blieb unverbrüchlich und unverrückbar die letzte Walstatt der Diven.
Die Welt, 31.07.2004
Es konnte auch selbstverständliche Kriegsmoral sein, die es nicht duldete, daß die Kämpfer die Walstatt verließen, ehe das Schicksal des Volkes gänzlich geregelt war.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 449
Der ungeheure Vernichtungswille, der über der Walstatt lastete, verdichtete sich in den Gehirnen und tauchte sie in rote Nebel ein.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 230
Zitationshilfe
„Walstatt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Walstatt>, abgerufen am 15.11.2019.

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