Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Walze, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Walze · Nominativ Plural: Walzen
Aussprache 
Worttrennung Wal-ze
Wortbildung  mit ›Walze‹ als Erstglied: Walzenfräser · Walzenlager · Walzenmühle · Walzenstraße · Walzenstuhl · walzenförmig
 ·  mit ›Walze‹ als Letztglied: Ackerwalze · Blechwalze · Dampfwalze · Druckwalze · Farbwalze · Feuerwalze · Glattwalze · Straßenwalze
eWDG

Bedeutungen

1.
Mathematik zylindrischer Körper mit kreisförmigem Querschnitt
2.
aus verschiedenem Material bestehender beweglicher, sich um seine eigene Achse drehender Teil an Geräten oder Maschinen, der die Form von 1 hat
Beispiele:
die Walze der Schreibmaschine auswechseln
die Walzen der Rotationsmaschine, des Stahlwerks, einer Wringmaschine
die Walze der Spieluhr
die rotierende Walze des Teppichklopfers [ Kultur im Heim1968]
salopp, übertragen
Beispiele:
er legt immer wieder dieselbe Walze auf, spielt immer (noch) die alte Walze, hat immer dieselbe Walze (= redet immer dasselbe, hat immer dasselbe Thema, Anliegen)
das ist doch die alte Walze (= das wurde schon öfter gesagt)
das ist doch mal eine neue Walze, nicht dieser ewige sechsundzwanzigste Juli [ FalladaBauern398]
3.
Maschine, deren wichtigster Bestandteil 2 ist
a)
Ackerwalze
Beispiel:
den Boden, Acker mit einer Walze bearbeiten, um Erdklumpen zu beseitigen
b)
Straßenwalze
Beispiel:
der Hof, die Straße wurde mit einer Walze geglättet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Walze1 · walzen1
Walze1 f. ‘Rolle’, ahd. walza ‘(Fuß)schlinge, Fessel’ (10. Jh.), frühnhd. walze ‘Falle, Rolle’ (15. Jh.), mnd. walte ‘Rolle, Walze’, aengl. wealte ‘Ring’, anord. vǫlt ‘Rolle, Walze, Winde’ (germ. *waltō f.) stellt sich wie das Adjektiv anord. valtr ‘unstet, wacklig’, aengl. unwealt ‘standfest’ und das unter walzen2 (s. d.) behandelte Verb zu einer Dentalerweiterung der unter wallen1 (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’. Walze ist wohl ursprünglich ein gedrehtes, gewundenes Instrument (ahd. ‘Schlinge’, s. oben). Die heutige Bedeutung ‘Rolle, zylindrischer Körper’ ist seit frühnhd. Zeit belegt. – walzen1 Vb. ‘mit der Walze (be)arbeiten’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Walze‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Walze‹.

Verwendungsbeispiele für ›Walze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darum ist es auch nicht so umfangreich wie früher gebräuchlich, auf die Walze zu gehen. [Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 11]
Die Walze für das automatische Spiel stammt aus dem Jahre 1783. [Kreps, Dom Jozef: Mecheln. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 35751]
Jeder hat die seine, und jeder dreht nur eine Walze lebenslänglich um. [Tucholsky, Kurt: Die Mühle. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 26031]
Diese alte Walze kennen wir nun doch schon seit langem. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1939]]
Fast einen Meter tief fräst sich die Walze in die Wand des Stollens und beginnt zu kreisen. [Die Zeit, 30.09.1994, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Walze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Walze#1>.

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Walze, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Wal-ze
eWDG

Bedeutung

veraltet, umgangssprachlich auf der Walze sein, auf die Walze gehenals Handwerker wandernd von Ort zu Ort ziehen, auf Wanderschaft sein
Beispiele:
nach der Lehre gingen die Handwerksburschen auf die Walze
Ich habe mich entschlossen, auf die Walze zu gehen [ MarchwitzaJugend108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Walze2 f. ‘Wanderschaft’, s. walzen2 Vb.

Typische Verbindungen zu ›Walze‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Walze‹.

Verwendungsbeispiele für ›Walze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darum ist es auch nicht so umfangreich wie früher gebräuchlich, auf die Walze zu gehen. [Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 11]
Die Walze für das automatische Spiel stammt aus dem Jahre 1783. [Kreps, Dom Jozef: Mecheln. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 35751]
Jeder hat die seine, und jeder dreht nur eine Walze lebenslänglich um. [Tucholsky, Kurt: Die Mühle. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 26031]
Diese alte Walze kennen wir nun doch schon seit langem. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1939]]
Fast einen Meter tief fräst sich die Walze in die Wand des Stollens und beginnt zu kreisen. [Die Zeit, 30.09.1994, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Walze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Walze#2>.

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