Wand, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wand · Nominativ Plural: Wände
Aussprache
Wortbildung mit ›Wand‹ als Erstglied: ↗-wandig · ↗Wandarm · ↗Wandbank · ↗Wandbehang · ↗Wandbespannung · ↗Wandbett · ↗Wandbild · ↗Wandbord · ↗Wandbrett · ↗Wandfläche · ↗Wandfresko · ↗Wandfries · ↗Wandgemälde · ↗Wandkalender · ↗Wandkarte · ↗Wandklappbett · ↗Wandlampe · ↗Wandleuchte · ↗Wandleuchter · ↗Wandmalerei · ↗Wandmosaik · ↗Wandnische · ↗Wandplatte · ↗Wandregal · ↗Wandschirm · ↗Wandschmuck · ↗Wandschrank · ↗Wandschränkchen · ↗Wandspiegel · ↗Wandtafel · ↗Wandteller · ↗Wandteppich · ↗Wandthermometer · ↗Wandtäfelung · ↗Wandtäflung · ↗Wanduhr · ↗Wandverkleidung · ↗Wandzeitung · ↗Wandzeitungsbrett
 ·  mit ›Wand‹ als Letztglied: ↗Abteilungswand · ↗Anbauwand · ↗Außenwand · ↗Backbordwand · ↗Bauchwand · ↗Bergwand · ↗Betonwand · ↗Bildwand · ↗Bootswand · ↗Bordwand · ↗Brandschutzwand · ↗Brandwand · ↗Breitwand · ↗Bretterwand · ↗Buchwand · ↗Böschungswand · ↗Bücherwand · ↗Darmwand · ↗Doppelwand · ↗Duschwand · ↗Eiswand · ↗Eskaladierwand · ↗Fachwerkwand · ↗Felsenwand · ↗Felswand · ↗Fensterwand · ↗Gefäßwand · ↗Gegenwand · ↗Gewitterwand · ↗Grabenwand · ↗Hauswand · ↗Hinterwand · ↗Holzwand · ↗Häuserwand · ↗Innenwand · ↗Kerkerwand · ↗Kletterwand · ↗Leichtbauwand · ↗Leinwand · ↗Lärmschutzwand · ↗Magenwand · ↗Nasenwand · ↗Nebelwand · ↗Nordwand · ↗Ostwand · ↗Pinnwand · ↗Projektionswand · ↗Rabitzwand · ↗Rauchwand · ↗Regalwand · ↗Reklamewand · ↗Rückwand · ↗Scheidewand · ↗Schiffswand · ↗Schmalwand · ↗Schrankwand · ↗Seitenwand · ↗Spiegelwand · ↗Sprossenwand · ↗Spundwand · ↗Steilwand · ↗Stellwand · ↗Stirnwand · ↗Südwand · ↗Talwand · ↗Trennwand · ↗Videowand · ↗Wetterwand · ↗Wolkenwand · ↗Zeltwand · ↗Ziegelwand · ↗Zimmerwand · ↗Zwischenwand
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
einen Raum seitlich begrenzende, meist senkrecht stehende und vom Fußboden bis zur Decke reichende Fläche
Beispiele:
eine dünne, schräge, gemauerte, tragende, vorgefertigte Wand
die hintere, rechte Wand des Zimmers
tapezierte Wände
die Wände dieses Hauses sind sehr hellhörig
Wände aus Ziegeln, Platten, Beton, Gips, Holz
eine Wand einziehen, durchbrechen, niederreißen
die Wände tünchen, malen
die Wände eines Schiffes
die Wand anstarren
sie ist, wurde bleich wie die Wand (= sehr bleich)
umgangssprachlich male nicht den Teufel an die Wand! (= Aufforderung, von einem möglichen Unheil nicht zu sprechen, aus abergläubischer Furcht, es könnte sonst um so eher eintreten)
umgangssprachlich wenn diese Wände reden könnten! (= wird gesagt, wenn man meint, in diesem Raum, Haus sei einst Wichtiges gesprochen worden, geschehen)
sprichwörtlich der Lauscher, Horcher an der Wand hört seine eigne Schand'
sprichwörtlich Narrenhände beschmieren Tisch und Wände (= wird gesagt, wenn jmd. etw. an eine Stelle schreibt, an die man nichts schreiben soll)
mit Präposition
in Verbindung mit »an«
Beispiele:
ein Bild an die Wand hängen
ein Fleck an der Wand
wütend warf er das Buch an die Wand
sich, etw. an die Wand lehnen
er lehnt an der Wand
an die Wand klopfen
Lichtbilder an die Wand projizieren
umgangssprachlich Lichtbilder an die Wand werfen
den Tisch an die Wand rücken
in Verbindung mit »durch«
Beispiel:
ein Loch durch die Wand bohren
in Verbindung mit »gegen«
Beispiele:
sich gegen die Wand pressen
mit dem Hammer gegen die Wand schlagen
umgangssprachlich es war, als redete er gegen eine Wand (= man hörte nicht auf ihn)
in Verbindung mit »in«
Beispiel:
einen Nagel in die Wand schlagen
in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
umgangssprachlich es war, als redete er mit der Wand (= man hörte nicht auf ihn)
in Verbindung mit »von«
Beispiel:
den Spiegel, das Bild von der Wand nehmen
in Verbindung mit »zur«
Beispiele:
sich, das Gesicht zur Wand drehen
mit dem Rücken zur Wand stehen
bildlich
Beispiele:
mit jmdm. Wand an Wand wohnen (= unmittelbar neben jmdm. wohnen)
umgangssprachlich das ist ja, um die Wände hochzugehen (= zum Verzweifeln, Verrücktwerden)
umgangssprachlich ich hätte die Wände hochgehen können vor Schmerzen
umgangssprachlich du hast die Wand mitgenommen (= hast eine getünchte Wand gestreift und dich dabei beschmutzt)
umgangssprachlich die Wand, Wände anstarren
salopp Löcher in die Wand starren
salopp lachen, schreien, dass die Wand wackelt, die Wände wackeln (= sehr lachen, schreien)
salopp da wackelt die Wand (= da ist etw. los, da geht es hoch her)
umgangssprachlich Vorsicht, die Wände haben Ohren! (= wir werden möglicherweise belauscht)
umgangssprachlich er will immer mit dem Kopf durch die Wand (rennen) (= will seine Absichten immer gegen größte Hindernisse mit Unvernunft durchsetzen)
umgangssprachlich man kann nicht mit dem Kopf durch die Wand (= kann nichts Unmögliches erzwingen)
umgangssprachlich ihn stört, ärgert (aber auch) die Fliege an der Wand (= jede Kleinigkeit)
er sieht immer, wie er mit dem Rücken an die Wand kommt (= wie er sich Vorteile verschaffen kann)
mit dem Rücken an der Wand kämpfen (= in Verteidigung gedrängt sein)
jmdn. an die Wand spielen (= jmdn. in den Schatten stellen)
2.
(etw. von etw. trennende oder etw. gegen etw. abschirmende) senkrecht und frei stehende Fläche
Beispiele:
als Hindernis war eine Wand aus Brettern aufgebaut
über eine Wand klettern
umgangssprachlich jmdn. an die Wand stellenjmdn. auf ein Urteil militärischer Gerichtsbarkeit, auf Befehl (an einer Mauer) erschießen
Beispiel:
Wir hatten Angst, die Milizsoldaten würden uns, wenn wir uns erwischen ließen, sofort an die Wand stellen [EnzensbergerVerhör205]
eine spanische Wandzum Aufstellen bestimmte, zusammenklappbare, mit Stoff oder Papier bespannte, durch Scharniere verbundene Holzrahmen, Paravent
Beispiel:
eine Art spanische Wand diente als Raumteiler
bildlich
Beispiele:
vor uns erhob sich eine dunkle Wand aus, von Tannen
gegen eine Wand von Ablehnung, Voreingenommenheit anrennen
mit dieser Tat hast du eine Wand zwischen uns aufgerichtet
das Feuer legte eine brennende Wand zwischen mich und sie [HagelstangeSpielball133]
3.
übertragen etw., was 1 oder 2 ähnlich ist
a)
steil aufragender glatter Felsen, steil aufragende, glatte, felsige Seite eines Berges, Felsenwand
Beispiele:
eine steile, hohe, schroff aufragende Wand
eine Wand besteigen, bezwingen, erklettern
Bergsport in eine Wand einsteigen
Felsen mit glatten, verwaschenen Wänden [FedererRegina Lob251]
[es] wurde ... eine über 30 Meter hohe Wand gesprengt [Tageszeitung1964]
b)
ausgedehnte, geschlossene, aufsteigende Wolkenbank, Wolkenwand
Beispiele:
eine graue Wand zieht auf, herauf
Vom Horizont her wälzte sich eine schwarze Wand heran [BredelHeerstraßen183]
4.
etw., was einen Hohlkörper, besonders einen Hohlraum im menschlichen und tierischen Körper, umschließt
Beispiele:
die Wand des Magens, Dickdarms
aus diesem Grunde haben die Schlagadern eine derbe Muskelwand, die Venen dagegen nur dünne, schwache Wände [Tageszeitung1962]
Wandung
Beispiel:
die Wand eines Zylinders, Rohres, Brunnens, Tunnels
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wand f. ‘senkrecht stehende, raumbildende und -abtrennende Fläche’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. want, nl. wand gehört als ablautendes Verbalnomen zu der unter ↗winden (s. d.) behandelten Wortgruppe. Es bezeichnet ursprünglich die nach germanischer Bauweise aus Zweigen gewundene oder geflochtene, dann mit Lehm bestrichene Wand. Vgl. auch mit anderer Stammbildung (als u-Stämme) anord. vǫndr ‘Zweig, Stock, Rute’, got. wandus ‘Rute’, eigentlich ‘Gewundenes’ bzw. ‘zum Winden Gebrauchtes’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mauer · ↗Wall · Wand
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Boden Decke Fenster Fußboden Kopf Loch Putz Rücken Wand beschmieren drücken dünn eigen feucht gegenüberliegend hangen hängen kahl kleben lehnen malen nageln projizieren reißen schmücken streichen vier wackeln weiß zieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wände bestehen aus schweren Brettern, das Dach ragt mit einem geschwungenen First hoch auf.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 28893
Und ansonsten sehe ich nachts, wenn ich manchmal nicht einschlafen kann, auf einmal ein Kreuz an der Wand.
konkret, 1980
Zwischen den zahllosen Fotos an den "Wänden des Büros klaffte eine leere Stelle.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 89
Den ganzen Tag in den vier Wänden, ich möchte so gern raus.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.10.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Und sie spielten den Baron Haas, spielten alle anderen Darsteller mühelos an die Wand.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 04.03.1926
Zitationshilfe
„Wand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wand>, abgerufen am 21.09.2019.

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