Wange, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wange · Nominativ Plural: Wangen
Aussprache
WorttrennungWan-ge
Wortbildung mit ›Wange‹ als Erstglied: ↗-wangig · ↗Wangenbein · ↗Wangenknochen · ↗Wangenmuskel · ↗Wangenröte
 ·  mit ›Wange‹ als Binnenglied: ↗Weißwangengans
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
gehoben fleischiger Teil des Gesichtes zu beiden Seiten der Nase, Backe
Beispiele:
die rechte, linke Wange
beide Wangen
blasse, bleiche, rote, rosige, volle, eingefallene, hohle, glatte, unrasierte Wangen
sie stand da mit heißen, glühenden Wangen
jmds. Wangen röten sich, brennen, glühen
er hatte vom Laufen, Wind, von der Luft, Kälte rote Wangen bekommen
er streichelte ihre Wange, ihr die Wange, küsste ihre Wangen
Beispiele:
sie saßen Wange an Wange
jmdn. auf die Wange küssen
jmdm. steigt, schießt das Blut, die Röte in die Wangen
jmdn. in die Wange kneifen, zwicken
jmdm. laufen, rollen Tränen über die Wangen, von der Wange
2.
fachsprachlich, übertragen Seitenteil, Seitenfläche, Seitenwand
a)
Seitenteil, Seitenfläche, Seitenwand an Maschinen, Werkzeugen
Beispiel:
ein Beil mit breiter Wange und leichtgekrümmter Schneide [A. ZweigBeil73]
b)
Seitenteil, Seitenfläche, Seitenwand an einer Treppe
Beispiel:
Eine schlichte, durch zwei kräftig gemauerte Wangen behütete Treppe führt in das Haus hinein [H. FranckAnnette251]
c)
Seitenteil, Seitenfläche, Seitenwand an den Sitzen eines Chorgestühls
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wange f. ‘Backe’, ahd. wanga n. (8. Jh.), mhd. wange n. (f.), asächs. wanga n., mnd. wange n. f., mnl. wanghe f., nl. wang f., aengl. wange n., engl. (mundartlich) wang, anord. vangi m., auch ‘Schläfe’, germ. *wangōn n., und abgeleitetes got. waggarja (Dativ Sing.) ‘Kopfkissen’ wird verknüpft mit ahd. wang ‘Feld’, asächs. ‘Aue, Flur’, aengl. ‘Feld, Ebene, Platz, Erde’, anord. vangr ‘Feld, Flur, Wiese’ sowie mnd. wingeren ‘krümmen, kriechen’, auch (aus germ. *wanha-) mit asächs. wāh ‘Böses’, aengl. wōh ‘krumm, ungerecht; Biegung, Krümmung, Fehler, Unrecht’, anord. ‘Ecke, Winkel’, got. unwāhs ‘untadelhaft’. Außergerm. können verglichen werden aind. váñcati ‘geht krumm, wankt’, lat. convexus ‘gewölbt, gekrümmt’, mir. feccaid ‘bückt sich’. Alle Formen lassen sich auf ie. *u̯e(n)k- ‘biegen’ zurückführen, wenn man das g der germ. Formen aus k (d. h. endbetontem ie. *u̯onkó-) herleitet (vgl. Specht Dekl. 216). Wange ist das ‘Gebogene, Gekrümmte, die gewölbte Gesichtsseite unter dem Auge’, während ↗Backe den ‘Unterkiefer’ bezeichnet. Das ursprünglich neutrale Substantiv wird schon im Mhd. gelegentlich, seit dem 17. Jh. endgültig als Femininum verwendet. Der Genuswechsel ist wohl auf den häufigen pluralischen Gebrauch und den Einfluß von ↗Backe zurückzuführen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Backe · Wange
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Grübchen Hakenkreuz Kinn Kuß Lippe Narbe Rouge Röte Schmiß Stirn Träne Wange bleich eingefallen gerötet glühen glühend hinhalten hohl kneifen kullern küssen link rinnen ritzen rosig röten streicheln tätscheln wischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wange‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie küßte mich zuerst auf die Wange, dann auf den Mund.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 365
Er umarmt sie, küsst sie immer wieder zärtlich auf die Wange.
Bild, 27.08.2003
Wunderbar virtuos zog er das Messer über die Wangen seiner Kunden.
Der Tagesspiegel, 01.06.1996
Auf seine grauen Wangen kamen, von beglückender Tätigkeit, jetzt meistens rote Flecken.
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 132
Ihre Wangen glühten und ihre großen schwarzen Augen blickten ihn eigentümlich an.
Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 4157
Zitationshilfe
„Wange“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wange>, abgerufen am 15.11.2019.

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