Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Warenhaus, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Warenhauses · Nominativ Plural: Warenhäuser
Aussprache 
Worttrennung Wa-ren-haus
Wortzerlegung Ware Haus
Wortbildung  mit ›Warenhaus‹ als Erstglied: Warenhausdieb · Warenhausdiebstahl · Warenhauskonzern
 ·  mit ›Warenhaus‹ als Letztglied: HO-Warenhaus · Kinderwarenhaus · Landwarenhaus · SB-Warenhaus
eWDG

Bedeutung

Haus, in dem Waren vieler Branchen im Einzelhandel verkauft werden
Beispiele:
die Schuhe hat er im Warenhaus gekauft
die Abteilungen eines Warenhauses
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ware · Warenhaus
Ware f. ‘Handelsgut, für den Markt bestimmtes Produkt menschlicher Arbeitskraft’, mhd. war(e) (1290 erstmals in einem hd. Text belegt) gilt seiner Herkunft nach als nl. nd. Wort der Hanse. Mnd. mnl. wāre, nl. waar, aengl. waru, engl. ware, anord. schwed. vara ist etymologisch nicht sicher geklärt. Möglicherweise entspricht es genau dem unter wahren (s. d.) dargestellten Substantiv ahd. asächs. wara, mhd. war(e), mnd. mnl. wāre, aengl. waru, anord. vari ‘Aufmerksamkeit, Obhut’ und gehört wie dieses zur Wurzel ie. *u̯er- ‘gewahren, achtgeben’, so daß Ware als ‘das, was man unter seine Obhut nimmt, dem man seine Aufmerksamkeit zuwendet’ zu deuten ist. Semantisch befriedigender ist freilich die Verbindung von germ. *wazō f. mit hethit. u̯aš- ‘kaufen’, aind. vasnám ‘Kaufpreis, Wert’, griech. ṓnos (ὦνος) ‘Kaufpreis, Kauf’, lat. vēnum dare ‘zum Verkauf geben’ und Anschluß an die Wurzel ie. *u̯es- ‘kaufen, verkaufen’; vgl. Szemerényi in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 93 (1979) 118 ff. Ware dringt in der Mitte des 15. Jhs. von Mitteldeutschland her in obd. Texte ein, wo es sich in der 2. Hälfte des 16. Jhs. gegen gleichbed. obd. Kaufmannschaft, Kaufmannschatz durchsetzt; vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 178 ff. Warenhaus n. ‘Lagerhaus für Warenvorräte’ (18. Jh.), ‘großes, Waren aller Art anbietendes Kaufhaus’ (19. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Kaufhaus · Warenhaus
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Warenhaus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Warenhaus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Warenhaus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es kommt für das deutsche Warenhaus darauf an, die richtige Sprache zu finden, klingende Worte, geschmackvolle Sätze zu prägen. [Reklame-Praxis, 1928, Nr. 9, Bd. 4]
Die Ware selbst spricht hier ein entscheidenderes Wort als in den Warenhäusern. [Wiener, Alfr.: Geschäftsbauten und Reklame. In: Ruben, Paul (Hg.) Die Reklame, Berlin: Paetel 1914, S. 98]
So verzichten Warenhäuser darauf, jedem eintretenden Kunden einen Verkäufer zuzuordnen. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 243]
Laßt uns in unserm Kampf gegen die Warenhäuser durch Aufklärung der breiten Massen nicht müde werden! [Berliner Arbeiterzeitung, 12.01.1930]
Der Erfolg der Warenhäuser liegt in der Psychologie der Masse. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 03.03.1908]
Zitationshilfe
„Warenhaus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Warenhaus>.

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