Watsche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Watsche · Nominativ Plural: Watschen
WorttrennungWat-sche (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Watsche‹ als Erstglied: ↗Watschenmann
eWDG, 1977

Bedeutung

landschaftlich, besonders süddeutsch, besonders österreichisch, umgangssprachlich Ohrfeige
Beispiele:
jmdm. eine Watsche geben
[er] hat mir eine Watsche hineingehauen [E. WeberÖsterreich9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Watsche · Watsch(e)n
Watsche, Watsch(e)n f. südd. öst., auch md. ‘Ohrfeige’. Herkunft ungewiß. Ohrwatschel, mhd. ōrewetzelīn stehen sowohl für ‘Ohrmuschel’ als auch für den ‘Schlag ans Ohr’, also ‘Ohrfeige’. Am ehesten ist lautmalender Ursprung anzunehmen im Hinblick auf eine Interjektion watsch (witsch für das Mhd.) für eine rasche, mit einem klatschenden Geräusch verbundene Bewegung; daraus abgeleitet das Substantiv Watsche ‘Schlag’, in der Komposition Ohrwatschel ‘Schlag’ und ‘Stelle, die geschlagen wird’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Backpfeife · ↗Knallschote · ↗Maulschelle · ↗Ohrfeige  ●  ↗Fotze  derb, österr., bair. · ↗Klatsche  ugs. · Tätschen  ugs., österr. · Watsche  ugs., bair., österr. · ↗Watschen  ugs., bair., österr.
Assoziationen
  • Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · ↗Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · ↗Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

abholen einstecken kräftig verbal verpassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Watsche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dass er bis heute alle behalten habe, seien die "Watschen, die ich mir selber verpasst habe", so Krug.
Die Welt, 18.11.2002
Du gehst dahin, wo ich es dir sage, und schon hatte ich eine Watschen.
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2001
Er hat ihm jedesmal eine Watschen gegeben, daß es geknallt hat.
Thoma, Ludwig: Lausbubengeschichten. In: ders., Lausbubengeschichten, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1961 [1905], S. 3
Eben noch ganz nett, dann setzt es wieder Watschen satt.
Der Tagesspiegel, 06.03.2004
In der hier abgebildeten Situation konnte ich die »Watsche« erwidern.
Die Zeit, 02.04.2009, Nr. 14
Zitationshilfe
„Watsche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Watsche>, abgerufen am 11.12.2019.

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