Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Webstuhl, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Webstuhl(e)s · Nominativ Plural: Webstühle
Aussprache  [ˈveːpʃtuːl]
Worttrennung Web-stuhl
Wortzerlegung weben Stuhl1
Wortbildung  mit ›Webstuhl‹ als Letztglied: Bandwebstuhl · Handwebstuhl · Hochwebstuhl
eWDG

Bedeutung

Gerät oder Maschine zum Herstellen von Geweben
Beispiele:
ein mechanischer Webstuhl
Erwachsene Kinder und Unmündige, von Jugend auf an die Balken des Webstuhls gefesselt, dessen Pedale sie ununterbrochen treten mußten [ G. Hauptm.Quint1,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weben · Weber · Webstuhl
weben Vb. ‘durch Verkreuzen von Längs- und Querfäden textiles Gewebe herstellen’. Das ursprünglich stark flektierende Verb ahd. weban ‘weben, flechten’ (um 800), mhd. weben, auch ‘sich hin und her bewegen, wirken, spinnen’, mnd. mnl. wēven, nl. weven, afries. weva, aengl. wefan, engl. to weave, anord. vefa, schwed. väva (germ. *weban) hat neben sich ein schwach flektierendes Verb mhd. weben ‘weben’, mnd. weffen ‘weben, flechten, knüpfen’, aengl. webbian ‘ersinnen, ausdenken’, anord. vefja ‘(ein)wickeln’, vefjask ‘hin und her fahren’; vgl. auch die unter Gewebe (s. d.) und wabbeln (s. d.) angegebenen Formen. Außergerm. sind vergleichbar aind. ubhnā́ti, umbháti, unápti ‘schnürt zusammen, bedeckt’, ūrṇa-vā́bhiḥ ‘Spinne’, griech. hyphá͞inein (ὑφαίνειν) ‘weben, anzetteln, ersinnen, verfertigen’, hyphḗ (ὑφή) ‘Gewebe’. Für alle Formen läßt sich eine Wurzel ie. *u̯ebʰ- ‘weben, flechten, knüpfen, sich hin und her bewegen, wimmeln’ erschließen. Hierzu gehören auch die unter Wabe, Waffel und Wespe (s. d.) behandelten Substantive. – Weber m. ‘wer webt’, ahd. webāri, weberi (Hs. 12. Jh.), mhd. webære, weber. Webstuhl m. ‘Gerät zum Weben’ (Anfang 16. Jh.), Weberstuhl (15. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Webmaschine · Webstuhl
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Webstuhl‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Webstuhl‹.

Verwendungsbeispiele für ›Webstuhl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine zerbrechliche Frau sitzt an einem Webstuhl, ihr Mann kommt auf mich zu. [Die Zeit, 10.03.2005, Nr. 11]
Den ersten Webstuhl stellt sie, da ihr zunächst kein anderer Raum gegeben wird, 1913 in ihrer Küche auf. [Die Zeit, 16.01.1978, Nr. 03]
Es sei denn, am Stand nebenan läuft gerade der automatische Webstuhl. [Süddeutsche Zeitung, 11.03.1998]
Von den fünfundvierzig Webstühlen, die in Castle Cary entwickelt wurden, sind dreißig mehr als hundert Jahre alt. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.1997]
Er half seinem Vater am Webstuhl und hütete die Gänse. [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 3144]
Zitationshilfe
„Webstuhl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Webstuhl>.

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