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Wechselfieber, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungWech-sel-fie-ber
WortzerlegungwechselnFieber
eWDG, 1977

Bedeutung

Malaria
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wechsel · wechseln · Wechsler · abwechseln · verwechseln · Wechselbalg · Wechselfieber
Wechsel m. ‘(Aus)tausch, Veränderung, Aufeinanderfolge, Schuldschein’, ahd. wehsal n. m. ‘Tausch, Aufeinanderfolge, Änderung, Handel’ (8. Jh.), mhd. wehsel, (md.) wechsel, wessel m. n. ‘Wechsel, Tausch, Austausch, Ersatz, Handel, Vorkaufsrecht’, asächs. wehsal m. n. ‘Wechsel, Tausch, Handel, Geld’, mnd. wessele, wissele f., wissel m. ‘Wechsel, Tausch, Wechslerbank, -geschäft’, mnl. nl. wissel m., anord. vīxl n. ‘Wechsel, Austausch’, gebildet mit dem Suffix ie. -slo-, germ. -sla- zu ie. *u̯eig- ‘Wechsel, Abwechslung’, auch ‘biegen, winden, sich wenden, weichen’ (s. ↗weichen und ↗weich). Auf die Variante ie. *u̯eik- führt verwandtes lat. vicis (Genitiv) ‘Wechsel, Abwechslung’ (s. ↗Vikar). Wechsel ist als ‘Zustand oder Handlung, wodurch etw. an die Stelle eines anderen tritt’ zu erklären; daraus entwickelt sich ‘Tausch, Veränderung, Aufeinanderfolge’. Das Substantiv wird schon im Ahd. auf den Warentausch und -kauf bezogen; im Geldverkehr bezeichnet es zunächst den ‘Umtausch von Geldsorten’ sowie die ‘Wechselzahlung’, d. h. die ‘schriftliche Zusicherung, zu einem späteren Zeitpunkt eine bestimmte Summe zu zahlen’ (14. Jh.), nach ital. cambio ‘Wechselzahlung’; vgl. mlat. cambium ‘Tausch(urkunde)’, zu spätlat. cambiāre ‘wechseln, tauschen’. Aus der Gewohnheit, ein solches Schriftstück statt Bargeld an Dritte weiterzugeben, entwickelt sich im 16. Jh. ‘Urkunde für eine Wechselzahlung’, älteres Wechselbrief (14. Jh.) ablösend, weiter ‘Geldanweisung’ (18. Jh.), auch ‘Geld, das auf den Wechsel gezahlt wird’ (17. Jh.). wechseln Vb. ‘(aus-, um)tauschen, an die Stelle eines anderen setzen, verändern’, ahd. wehsalōn (8. Jh.), wehsalen, wihslen (9. Jh.), mhd. wehseln. Wechsler m. ‘wer Geld wechselt’, ahd. wehs(a)lāri (11. Jh.), mhd. wehselære, wehseler. abwechseln Vb. ‘wechselnd aufeinanderfolgen (lassen), ablösen’ (15. Jh.), auch (bis ins 18. Jh.) ‘(Geld) ein-, umtauschen’, mhd. abewechseln. verwechseln Vb. ‘versehentlich vertauschen’, ahd. firwehsalen, -wihslen (8. Jh.), firwehsalōn (um 1000) ‘verwandeln’, mhd. verwehseln ‘(um)wechseln, (ver)tauschen’. Wechselbalg m. ‘mißgestaltetes Kind’, das nach abergläubischer Vorstellung von bösen Geistern einer Wöchnerin untergeschoben worden ist, auch allgemein ‘untergeschobenes Kind’, mhd. wehselbalc (s. ↗Balg). Vgl. gleichbed. ahd. wehseling m. (um 1000) und ahd. wehselkind n. (um 1000), mhd. wehselkint. Wechselfieber n. ‘in bestimmten Abständen auftretendes Fieber, Malaria’ (17. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Kaltes Fieber · ↗Malaria · ↗Sumpffieber · Wechselfieber  ●  Febris intermittens  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • 3-Tage-Fieber · Drei-Tage-Fieber · ↗Dreitagefieber · Drüddendagsfeber · Ernteseuche · ↗Marschenfieber · Marschenkrankheit · Marschkrankheit · Stoppelfieber · Wechselfieber
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
3-Tage-Fieber · Drei-Tage-Fieber · ↗Dreitagefieber · Drüddendagsfeber · Ernteseuche · ↗Marschenfieber · Marschenkrankheit · Marschkrankheit · Stoppelfieber · Wechselfieber
Oberbegriffe
  • Kaltes Fieber · ↗Malaria · ↗Sumpffieber · Wechselfieber  ●  Febris intermittens  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wechselfieber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch bei Rot-Grün ergriff manche das Wechselfieber, wenn auch nicht immer freiwillig.
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2004
Inzwischen kennen wir nicht nur die wahre Ursache des gefährlichen Wechselfiebers, wir wissen auch, wie sie zu bekämpfen ist.
Die Zeit, 30.01.1978, Nr. 05
Es fehlte an Musikern, besonders 1639; er selber litt verschiedentlich an Wechselfieber.
Brennecke, Wilfried: Jeep. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 37904
Von Wechselfieber mag auf dem seit gut einem Jahr liberalisierten Strommarkt der Hauptstadt noch niemand reden.
Die Welt, 30.05.2000
In der Tat bedeutet das Wechselfieber des Bilderstreits nichts anderes als eine Ansteckung des Orients an sich selbst.
Rubin, Berthold: Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 15216
Zitationshilfe
„Wechselfieber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wechselfieber>, abgerufen am 21.04.2019.

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