Wedel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wedels · Nominativ Plural: Wedel
Aussprache
WorttrennungWe-del (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wedel‹ als Letztglied: ↗Blattwedel · ↗Farnwedel · ↗Fliegenwedel · ↗Palmenwedel · ↗Palmwedel · ↗Pfauenwedel · ↗Staubwedel · ↗Straußenwedel · ↗Weihwasserwedel · ↗Weihwedel
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Gerät mit einem Griff und einem meist aus Federn bestehenden Büschel, womit besonders Staub entfernt wird
Beispiel:
dort übernahm sie [die Bücher] der Diener und schlug mit Stock und Wedel sorgfältig den Staub aus jedem einzelnen [St. ZweigAmok69]
2.
großes, gefiedertes oder auch fächerförmiges Blatt, besonders des Farns, der Palme
Beispiele:
die Wedel der Palme
[ein] etwa 2 m langer Wedel eines seltenen Samenfarnes [Urania1968]
Täglich schneidet er [der Gärtner] die reifen Wedel [des Asparagus] ab und verkauft sie an die Blumengeschäfte [Tageszeitung1959]
3.
Jägersprache Schwanz besonders des Schalenwildes mit Ausnahme des Schwarzwildes
Beispiele:
der Wedel des Damhirsches
Ruckartig flogen die langen Wedel der Giraffen [SchomburgkAfrika357]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wedel · wedeln
Wedel m. ‘Quaste, Büschel, Schwanz’, ahd. wadal (um 800), wedil (10. Jh.) ‘Fächer, Wedel, Mondwechsel’, mhd. wadel, wedel ‘Büschelartiges zum Hinundherbewegen, Pinsel, (Feder-, Laub-, Haar-, Reisig)büschel, buschiges Schwanzende, Mondwechsel, -phase’ (germ. *waþila-) sowie ahd. wadal ‘schweifend, unstet, arm’ (8. Jh.), mhd. wadel ‘schweifend, unstet’, aengl. waþol ‘Mond’ (eigentlich ‘herumstreifend’) und ahd. wāla (aus *wēþla-) ‘Fächer, Blasebalg, das Wehen’ (um 1000), mhd. wāle ‘Fächer’ sind mit dem Suffix ie. -tlo-, germ. -þla- zu der unter ↗wehen (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’ gebildet. Verwandt sind außerdem anord. vēli (aus germ. *waþila-) ‘Vogelschwanz’, lit. vė́tra ‘Sturm(wind), Unwetter’, vė́tyti ‘worfeln, etw. schwingen’, aslaw. větrъ, russ. véter (ветер) ‘Wind’ und das unter ↗wallen (s. d.) behandelte Verb. Für Wedel ist von einer Bedeutung ‘Wehendes, sich hin und her Bewegendes’ auszugehen. Als Bezeichnung für das ‘buschige Schwanzende’ steht mhd. wadel, wedel zunächst unterscheidend neben mhd. zagel ‘Schwanz’ (s. ↗Zagel); im 15. Jh. wird dieser Unterschied aufgegeben, Wedel, Wadel verdrängt das ältere Zagel und wird im 16. Jh. in südd. Sprache vorherrschend. Vom 17. Jh. an gilt in der Literatursprache allgemein vom Omd. ausgehendes ↗Schwanz (s. d.). Nur obd. Mundarten und die Jägersprache bewahren Wedel ‘Schwanz’. wedeln Vb. ‘(den Schwanz) hin und her bewegen’, mhd. wadelen, wedelen ‘schweifen, schwanken, flattern, fließen’, ahd. wadalōn ‘umherschweifen’ (9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Farnkrautwedel · Wedel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gräfin Palme gefiedert grün holsteinisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wedel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für den Macher Wedel steht zudem mehr als Geld auf dem Spiel.
Die Zeit, 16.01.1998, Nr. 4
Wedels wilde Weiber - plötzlich mischen sie um den Titel mit!
Bild, 05.10.2001
Hoch über ihnen schmiegten sich die gefiederten Wedel an die Glasdecke.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 220
Rechtzeitig vor Wedel wurden wir von Schultze nach Steuerbord gerufen.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 307
Ich weiß nicht, ob das Wedeln über dem Lesen allzu lässig betrieben wurde; Tatsache ist, daß das Schwesterchen erwachte und anfing zu schreien.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29738
Zitationshilfe
„Wedel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wedel>, abgerufen am 17.02.2019.

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