Wegerich, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wegerichs · Nominativ Plural: Wegeriche
Aussprache 
Worttrennung We-ge-rich
Wortbildung  mit ›Wegerich‹ als Letztglied: Breitwegerich
eWDG

Bedeutung

an Wegen, auf Wiesen wachsendes artenreiches Kraut mit ungeteilten, meist in einem dichten Kreis unmittelbar über dem Boden wachsenden Blättern und mit meist unscheinbaren Blüten, die zu einer kurzen Ähre geordnet sind
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weg · zuwege bringen · Wegerich · Wegweiser · weg · frischweg · durchweg · glattweg · wegen
Weg m. ‘festgetretene oder befestigte Bahn zum Gehen, Fahren, Pfad, zurückzulegende Strecke in einer bestimmten Richtung, Art und Weise’, ahd. weg ‘Bahn, Straße, Gang, Reise’ (8. Jh.), mhd. wec, asächs. aengl. weg, mnd. wech, engl. way, anord. vegr ‘Bahn, Reise, Fahrt, Richtung, Art und Weise’, schwed. väg, got. wigs (germ. *wega- m., wohl im Sinne von ‘Spur’) stellt sich mit lit. vėžeė͂ ‘Wagen-, Schlittenspur’ zu der unter bewegen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’. Häufig in Wendungen wie zuwege bringen Vb. ‘in rechte Ordnung, zustande bringen’ ahd. zuo wege bringan ‘auf den rechten Weg bringen’ (9. Jh.), mhd. zuo wegen bringen ‘sich verschaffen, zustande bringen’; ferner jmdm. aus dem Wege gehen ‘ihn meiden’ (16. Jh.); jmdm. im Weg sein ‘ihn hindern, stören’ (17. Jh.); jmdm. über den Weg laufen ‘zufällig begegnen’ (19. Jh.). Wegerich m. Name der häufig an Wegen, Straßen, Gräben, Dorfangern wachsenden Pflanze, ahd. wegarī̌h (9. Jh.), mhd. wegerīch, in seinem zweiten Kompositionsglied nachgebildet dem in männlichen Personennamen auftretenden Bildungselement -rī̌h (vgl. Diotrīh, Fridurīh, nhd. Dietrich, Friedrich, zur Etymologie s. Reich). Wegweiser m. ‘Wegzeiger, Tafel mit Angabe der Richtung’, mhd. wegewīser. weg Adv. ‘von einem Ort entfernt oder sich entfernend, fort’, verkürzt (14. Jh.) aus mhd. enwec ‘hinweg, fort’, zuvor mhd. in wec ‘auf den Weg’ (vgl. noch enweg, Luther), oft in Verbindung mit Verben der Bewegung wie mhd. in wec gān ‘fortgehen’, eigentlich ‘auf den Weg, auf die Reise gehen’. Vgl. auch gleichbed. aengl. onweg, aweg, engl. away ‘weg, fort’. In Zusammensetzungen frischweg Adv. ‘geradewegs’ (16. Jh.), durchweg Adv. ‘ausnahmslos, völlig’ (18. Jh.), glattweg Adv. ‘völlig, kurzerhand, drauflos’ (19. Jh.). wegen Präp. mit Genitiv, heute auch mit Dativ ‘infolge, auf Grund (von)’, spätmhd. wegen (2. Hälfte 14. Jh.), verkürzt aus mhd. von … wegen ‘von … Seiten’ (mit eingeschlossenem Genitiv, mhd. von unser beider wegen, 13. Jh.), daher eigentlich Dativ Plur. von mhd. wec ‘Weg’ in der Bedeutung md. mnd. ‘Ort, Stelle, Seite’. Vielleicht aus dem Mnd. in die Kanzleisprache übernommen (vgl. mnd. van … wegen, mnl. van … weghen).

Typische Verbindungen zu ›Wegerich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wegerich‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wegerich‹

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Der mittlere Wegerich legt seine breiten, elliptischen Blätter auf den Boden.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 114
Gleich bei der Davidwache zwischen den Pflastersteinen wächst der Wegerich.
Bild, 23.09.1998
Wir müssen an dieser Stelle des Erkenntnisprozesses bedenklich das Haupt wiegen und vor Persönlichkeitsspaltung beim Wegerich warnen.
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2002
Am Wegrand blühen Rittersporn und Wegerich, umflattert von kleinen Schmetterlingen.
Die Zeit, 11.05.2008, Nr. 19
Wie hier alles nach Fluß schmeckte, nach Kohlenschuppen, Rost, Regen, nach Glasscherben, tauben Nesseln, dürrem Wegerich, Schilf und Aare.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 129
Zitationshilfe
„Wegerich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wegerich>, abgerufen am 26.07.2021.

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