Weh, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Weh(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Weh‹ als Erstglied: Wehlaut · Wehtag · wehklagen
 ·  mit ›Weh‹ als Letztglied: Abschiedsweh · Bauchweh · Fernweh · Halsweh · Heimweh · Herzweh · Kopfweh · Leibweh · Magenweh · Schädelweh · Trennungsweh · Zahnweh
 ·  formal verwandt mit: Wehwehchen
Mehrwortausdrücke  Ach und Weh · Weh und Ach

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] vergleiche Wehe³
    1. 1. [häufig] Leid, Kummer
    2. 2. [selten] körperlicher Schmerz
eWDG

Bedeutung

gehoben
vergleiche Wehe³
1.
häufig Leid, Kummer
Beispiele:
ein bitteres, brennendes Weh im Herzen tragen
etw. erfüllt jmdn. mit tiefem Weh
sie konnte sich nicht fassen vor Weh
etw. bereitet jmdm. schweres Weh
alles Weh, was er mir bereitet hat durch sein Leben und sein Sterben [ FontaneWuthenowI 1,460]
2.
selten körperlicher Schmerz
Beispiel:
Ihre ganze Brust war ein Weh, das Kreuz wollte ihr durchbrechen [ ViebigTägl. Brot406]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weh · Weh · Wehe1 · Wehklage · wehklagen · wehleidig · Wehtag
weh Interjektion Ausruf des Schmerzes, des Schreckens, ahd. (um 800; aus germ. *wai, wobei -ai im Auslaut zu -ē; dagegen lautgerecht wei- in ahd. weinōn, s. weinen), mhd. mnd. , mnl. nl. wee, aengl. , engl. woe, anord. vei, schwed. ve, got. wai. Vergleichbar sind awest. vayōi, griech. , ūá, ūá͞i (ὀά, οὐά, οὐαί) Interjektion des Schmerzes, der Bewunderung, lat. vae, lit. (mundartlich) vaĩ, vái, mir. fāe ‘weh’, (mit d(h)-Suffix) fāed, fōid ‘Schrei, Ton’ und erweitert aind. uvḗ, awest. avōi, āvōya, so daß ie. *u̯ai ‘wehe’ angesetzt werden kann. Substantiviert Weh n. ‘(seelischer) Schmerz, Leid’, ahd. (9. Jh.), mhd. . In festen Verbindungen weh sein ‘(Seelen)schmerz empfinden’, ahd. (um 1000), mhd. wē sīn; weh werden ‘(seelisches) Leid zu empfinden beginnen, zugefügt bekommen’, ahd. wē werdan (9. Jh.), mhd. wē werden; weh tun ‘Schmerz zufügen, empfinden’ (zunächst von körperlichem Schmerz), ahd. (9. Jh.), mhd. wē tuon. Attributiver Gebrauch begegnet erst in jüngerer Zeit, wohl aus mundartlichen Verwendungen wie wehe Füße, literatursprachlich eine wehe Empfindung (18. Jh.). Wehe1 f. ‘Schmerz der Gebärenden bei der Geburt’, mhd. , wēhe, überwiegend im Plural Wehen, mhd. wēhen. Dazu Wehmutter ‘Hebamme’ (Luther), Wehfrau (18. Jh.). Wehklage f. ‘laute (in Worten ausgedrückte) Klage, Jammer’ (16. Jh.), wohl aus wehklagen Vb. ‘jammern’ (15. Jh.). wehleidig Adj. ‘übertrieben schmerzempfindlich, zum Klagen neigend’ (17. Jh.), obd. Mundarten entstammend. Wehtag m. ‘Schmerz, Krankheit’, eigentlich ‘Leidenszeit’, mhd. wētac, mnd. wedage.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pein · Schmerz · Weh  ●  Aua  ugs., Kindersprache
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Weh‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weh‹.

Verwendungsbeispiele für ›Weh‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du spürst in dir das brennende Weh aller Leiden von ehedem. [Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 36]
Er meint: die böse Welt muß an ihm schuld sein; er projiziert auf sie sein dünnes Weh. [Tucholsky, Kurt: Der Neurotiker. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930], S. 7505]
Erst durch die Sprache, zu der es erzogen wird, macht sich das Kind die Weh dingfest. [konkret, 1995]
Weh dem, der in guten Tagen keine Treue gesammelt hat! [Die Zeit, 29.03.1956, Nr. 13]
Solange man zu Hause schön brav wählen darf, ist in aller Weh alles erlaubt. [konkret, 1995]
Zitationshilfe
„Weh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weh>.

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