Weh, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Weh(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Weh‹ als Erstglied: ↗Wehtag · ↗wehklagen  ·  mit ›Weh‹ als Letztglied: ↗Abschiedsweh · ↗Bauchweh · ↗Fernweh · ↗Halsweh · ↗Heimweh · ↗Herzweh · ↗Kopfweh · ↗Leibweh · ↗Magenweh · ↗Schädelweh · ↗Zahnweh
 ·  formal verwandt mit: ↗Wehwehchen
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben
vergleiche Wehe3
1.
häufig Leid, Kummer
Beispiele:
ein bitteres, brennendes Weh im Herzen tragen
etw. erfüllt jmdn. mit tiefem Weh
sie konnte sich nicht fassen vor Weh
etw. bereitet jmdm. schweres Weh
alles Weh, was er mir bereitet hat durch sein Leben und sein Sterben [FontaneWuthenowI 1,460]
2.
selten körperlicher Schmerz
Beispiel:
Ihre ganze Brust war ein Weh, das Kreuz wollte ihr durchbrechen [ViebigTägl. Brot406]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weh · Weh · Wehe1 · Wehklage · wehklagen · wehleidig · Wehtag
weh Interjektion Ausruf des Schmerzes, des Schreckens, ahd. (um 800; aus germ. *wai, wobei -ai im Auslaut zu -ē; dagegen lautgerecht wei- in ahd. weinōn, s. ↗weinen), mhd. mnd. , mnl. nl. wee, aengl. , engl. woe, anord. vei, schwed. ve, got. wai. Vergleichbar sind awest. vayōi, griech. , ūá, ūá͞i (ὀά, οὐά, οὐαί) Interjektion des Schmerzes, der Bewunderung, lat. vae, lit. (mundartlich) vaĩ, vái, mir. fāe ‘weh’, (mit d(h)-Suffix) fāed, fōid ‘Schrei, Ton’ und erweitert aind. uvḗ, awest. avōi, āvōya, so daß ie. *u̯ai ‘wehe’ angesetzt werden kann. Substantiviert Weh n. ‘(seelischer) Schmerz, Leid’, ahd. (9. Jh.), mhd. . In festen Verbindungen weh sein ‘(Seelen)schmerz empfinden’, ahd. (um 1000), mhd. wē sīn; weh werden ‘(seelisches) Leid zu empfinden beginnen, zugefügt bekommen’, ahd. wē werdan (9. Jh.), mhd. wē werden; weh tun ‘Schmerz zufügen, empfinden’ (zunächst von körperlichem Schmerz), ahd. (9. Jh.), mhd. wē tuon. Attributiver Gebrauch begegnet erst in jüngerer Zeit, wohl aus mundartlichen Verwendungen wie wehe Füße, literatursprachlich eine wehe Empfindung (18. Jh.). Wehe1 f. ‘Schmerz der Gebärenden bei der Geburt’, mhd. , wēhe, überwiegend im Plural Wehen, mhd. wēhen. Dazu Wehmutter ‘Hebamme’ (Luther), Wehfrau (18. Jh.). Wehklage f. ‘laute (in Worten ausgedrückte) Klage, Jammer’ (16. Jh.), wohl aus wehklagen Vb. ‘jammern’ (15. Jh.). wehleidig Adj. ‘übertrieben schmerzempfindlich, zum Klagen neigend’ (17. Jh.), obd. Mundarten entstammend. Wehtag m. ‘Schmerz, Krankheit’, eigentlich ‘Leidenszeit’, mhd. wētac, mnd. wedage.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leid · ↗Pein · ↗Schmerz · Weh
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ach Geburt Glück Leid Lust Menschheit Schmerz Seele Wohl abhängen bestimmen dreifach entscheiden ergreifen ewig gebären heftig kurieren kümmern schreien tief vorzeitig wild überraschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weh‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weh dem, der die Entwicklung verschlafen hat, ihm wird ein Bein amputiert.
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2003
Weh sollte es schon tun, und auf ihre 22 kosmetischen Operationen freute sie sich stets lange im Voraus.
Die Welt, 14.03.2000
Er meint: die böse Welt muß an ihm schuld sein; er projiziert auf sie sein dünnes Weh.
Tucholsky, Kurt: Der Neurotiker. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930], S. 7505
Du spürst in dir das brennende Weh aller Leiden von ehedem.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 36
Mit geballten Händen trat sie einige Schritte zu ihm heran und - - plötzlich lag sie in seinen Armen, schluchzend, sich auflösend in einem namenlosen Weh.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10132
Zitationshilfe
„Weh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weh>, abgerufen am 20.03.2019.

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