Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wehr, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wehr · Nominativ Plural: Wehren
Aussprache  [veːɐ̯]
eWDG

Bedeutungen

1.
sich zur Wehr setzen (= sich wehren, verteidigen)
Beispiel:
sich erbittert, energisch, mutig zur Wehr setzen
2.
Feuerwehr
Beispiele:
die Leistungsfähigkeit der Wehren überprüfen
das Feuer konnte von den Wehren schnell gelöscht werden
Brandmeister Fischer (= …) hebt die Einsatzbereitschaft der Angehörigen seiner Wehr hervor [ Tageszeitung1973]
3.
veraltet
a)
Waffe, Verteidigungswaffe
Beispiel:
ein silbernes Klirren und Rasseln von Sporen und Wehr [ J. RothHiob41]
übertragen Verteidigungsmittel
Beispiel:
[eine ägyptische Definition] laut der die Magie […] eine Wehr gegen das Unglück ist [ Dt. Literaturzeitg.1965]
b)
zur Verteidigung errichtete Mauer, Schutzwall
Beispiel:
gegen die Wehr anrennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wehr1 f. ‘Befestigung, Verteidigung, Waffe, Schutztruppe’, ahd. werī ‘Verteidigung, Befestigung’ (8. Jh.), mhd. wer(e) ‘Verteidigung, Kampf, Widerstand, Weigerung, Heer, Waffe, Befestigung’, asächs. -weri in skildweri, mnd. mnl. wēre ‘Widerstand, Verteidigung, Schanze, Waffe’, nl. weer ‘Widerstand, Verschanzung’, afries. were (westgerm. *wari-) und (mit anderer Stammbildung) anord. verja ‘Verteidigung, Verwahrung’ stellen sich zu dem unter wehren (s. d.) behandelten Verb. Dazu vgl. die Wendungen sich zur Wehr setzen ‘Widerstand leisten’ (mhd. sich ze were setzen), Wehr und Waffe(n) (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Wehr‹ (berechnet)

Ausstattung Einsatz Einsatzabteilung Einsatzkraft Feuerwehrleute Umbau absenken alarmieren anrücken ausruecken ausrücken befreundet beweglich eintreffen freiwillig freiwillige friedrichsdorfer karbener löschen nidderauer rufen rödelheimer rücken schimmernd umbauen umliegend wetterau zusammenlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wehr‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wehr‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er setzt sich zu Recht zur Wehr gegen das, was ihm da teilweise unterstellt wird. [Der Tagesspiegel, 12.07.2000]
Aber gleich schlug er sich zurück auf seinen Posten der Wehr und Wache. [Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 183]
Von der Beseitigung dieser Wehre datiere der Wiederaufschwung der Schiffahrt auf der Oder. [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 28538]
Die Ursache liegt in der Verunreinigung durch Fabrikabwässer und in der Anlage von unnatürlichen Wehren und Staudämmen, die er nicht überspringen kann. [Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 178]
Die Fabrikanten bleiben nicht müßig und setzen sich gegen solche aggressiven Ansichten zur Wehr. [Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 183]
Zitationshilfe
„Wehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wehr#1>.

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Wehr, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wehr(e)s · Nominativ Plural: Wehre
Aussprache  [veːɐ̯]
Wortbildung  mit ›Wehr‹ als Erstglied: Wehrbereich2  ·  mit ›Wehr‹ als Letztglied: Mühlwehr · Stadtwehr2 · Stauwehr · Überfallwehr
eWDG

Bedeutung

quer durch ein fließendes Gewässer gebaute Anlage zum Stauen des Wassers
Beispiele:
ein festes, bewegliches Wehr
das Wasser wird durch ein Wehr gestaut
das Wasser rauscht über das Wehr
die Wehre schließen, öffnen
den Fluss durch ein Wehr regulieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wehr2 · Wuhr
Wehr2 n. ‘quer durch ein fließendes Gewässer gebautes Stauwerk’, ahd. wer (11. Jh.), mhd. (md.) wer(e) n., ein von der Küste südwärts vordringendes Wort. Die unterschiedlich gebildeten Substantive asächs. wer(r) ‘Fischwehr’ (10. Jh.), mnd. wāre, wēr(e) n. ‘jede in das Wasser (zur Fischerei oder zum Mühlenbetrieb) hineingebaute Stauung (aus Pfählen u. dgl.)’, nl. weer f. ‘Fischwehr, Damm im Wasser’, aengl. wer m., engl. weir ‘Flußdamm, Fischwehr’, anord. ver n. ‘Klippe am Meer zum Fischfang’, norw. vær ‘Aufenthaltsort der Fischer während der Fangzeit’ sowie (vorwiegend obd.) Wuhr n. ‘Damm, Stauwerk’, ahd. wōri (10. Jh.), mhd. wuore, wüere f., wuor, wüer m. f. n. stellen sich mit einer Ausgangsbedeutung ‘Hemmung, Hindernis’ zu dem unter wehren (s. d.) behandelten Verb. Das Wort wandert vom 13. Jh. an von der Küste die großen Flüsse aufwärts in md. und obd. Gebiet, in den Mundarten entsprechend den oben genannten Formen mit unterschiedlichem Genus, teils n. und m., teils f. (in Anlehnung an Wehr1 f., s. d.).

Typische Verbindungen zu ›Wehr‹ (berechnet)

Ausstattung Einsatz Einsatzabteilung Einsatzkraft Feuerwehrleute Umbau absenken alarmieren anrücken ausruecken ausrücken befreundet beweglich eintreffen freiwillig freiwillige friedrichsdorfer karbener löschen nidderauer rufen rödelheimer rücken schimmernd umbauen umliegend wetterau zusammenlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wehr‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wehr‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im allerersten Moment versuchte sich dieser schwächlich zur Wehr zu setzen. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 76]
Vor diesem Wehr fuhrwerkten wir mit unseren Händen herum wie mit Netzen. [Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 95]
In den letzten vierundzwanzig Stunden hatte die Wehr verhältnismäßig wenig zu tun. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 02.03.1907]
Nun schwören wir alle auf blanker Wehr, ein Volk zu sein, ein Führer, ein Heer! [o. A.: Germanische Osterfeier von den "Sieben Steinhäusern" bei Fallingbostel, 16.04.1933]
Wehr hat Teile des alten Textes mit neuen Überschriften, jedoch sonst unverändert übernommen. [C't, 2001, Nr. 19]
Zitationshilfe
„Wehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wehr#2>.

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