Wehrpflicht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wehrpflicht · Nominativ Plural: Wehrpflichten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungWehr-pflicht
WortzerlegungWehr1Pflicht
Wortbildung mit ›Wehrpflicht‹ als Erstglied: ↗Wehrpflichtarmee
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutung

in einigen Staaten   durch Gesetz festgelegte Pflicht der männlichen, selten auch weiblichen Staatsbürger eines bestimmten Alters, für eine gewisse Zeit Dienst in den Streitkräften oder in einer den Streitkräften gleichgestellten Organisation, z. B. dem Katastrophenschutz, abzuleisten
Beispiele:
Die Wehrpflicht wurde zum 1. Juli 2011 ausgesetzt und durch einen freiwilligen Wehrdienst ersetzt, der bis zu 23 Monate dauert. […] [Die Zeit, 12.01.2014 (online)]
Ein Berufsheer mit allen Konsequenzen sei […] um einiges teurer als das bisherige System der allgemeinen Wehrpflicht und daher nicht finanzierbar. [Der Standard, 15.03.2011]
Heute kennt Israel als wohl einziges Land die Wehrpflicht für Frauen. Allerdings sind zahlreiche Verwendungen in Kampftruppen und kampfunterstützenden Einheiten für weibliche Soldaten gesperrt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.1999]
Allerdings kann man die »nationaler Dienst« genannte Wehrpflicht auch bei der Polizei, beim Katastrophenschutz oder im Entwicklungsdienst ableisten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.1996]
Die Wehrpflicht umfaßt den Grundwehrdienst […], eine Verfügungsbereitschaft im Anschluß an diesen Grundwehrdienst […] und Wehrübungen […]. [o. A. [kk]: Wehrpflicht. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000. Zitiert nach: Süddeutsche Zeitung, 02.01.1980.]
Volksbewaffnung, die Wehrhaftmachung und Verwendung des ganzen Volks zu kriegerischen Zwecken […], von den meisten Staaten in der Form der allgemeinen Wehrpflicht durchgeführt. [o. A.: V. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 14308. Zitiert nach: o. A.: V. In: Brockhausʼ Kleines Konversation-Lexikon, Leipzig: F.A. Brockhaus 1906.]
Im Zeitalter der ideologischen Kriege sind nationale Wehrpflichten und Vereidigungen sinnlos geworden. Jeder muß die Entscheidung […] nach seinem Gewissen treffen. [Der Spiegel, 12.11.1952, Nr. 46] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die allgemeine, eine zehnmonatige Wehrpflicht
als Akkusativobjekt: die Wehrpflicht ableisten, einführen, abschaffen, aussetzen, beibehalten, verkürzen
als Dativobjekt: der Wehrpflicht nachkommen, genügen
in Koordination: Wehrpflicht und Zivildienst, Ersatzdienst; Wehrpflicht oder Berufsarmee
mit Prädikativ: die [allgemeine] Wehrpflicht ist verfassungsgemäß, verfassungswidrig, obsolet, [nicht mehr] zeitgemäß
als Aktivsubjekt: die Wehrpflicht fällt weg
als Genitivattribut: Einführung, Erhalt, Abschaffung, Kürzung der Wehrpflicht; Befürworter, Gegner der Wehrpflicht

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Militärpflicht · Wehrpflicht
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ableistung Abschaffung Aussetzen Aussetzung Befürworter Beibehaltung Berufsarmee Dienstpflicht Einführung Erhalt Ersatzdienst Festhalten Fortbestand Kampagne Militär Verfassungsmäßigkeit Verkürzung Wegfall Wehrgerechtigkeit Wiedereinführung Zivildienst Zwangsdienst abschaffen allgemein aussetzen beibehalten einführen festhalten neunmonatig verkürzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wehrpflicht‹.

Zitationshilfe
„Wehrpflicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wehrpflicht>, abgerufen am 25.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wehrpaß
Wehrmedizin
Wehrmauer
Wehrmann
Wehrmachtsteil
Wehrpflichtarmee
wehrpflichtig
Wehrpflichtige
Wehrpolitik
wehrpolitisch