Weib, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Weib(e)s · Nominativ Plural: Weiber
Wortbildung mit ›Weib‹ als Erstglied: ↗Weibchen · ↗Weiberfeind · ↗Weibergeschichte · ↗Weibergeschwätz · ↗Weibergetratsch · ↗Weibergetratsche · ↗Weibergut · ↗Weiberhass · ↗Weiberheld · ↗Weiberklatsch · ↗Weiberl · ↗Weiberlogik · ↗Weiberrock · ↗Weiberscheu · ↗Weibervolk · ↗Weiblein · ↗Weibsbild · ↗Weibsleute · ↗Weibsperson · ↗Weibsstück · ↗Weibstück · ↗Weibsvolk · ↗weiberscheu
 ·  mit ›Weib‹ als Letztglied: ↗Bauernweib · ↗Bettelweib · ↗Dragonerweib · ↗Eheweib · ↗Fischweib · ↗Hutzelweib · ↗Hökerweib · ↗Kebsweib · ↗Klageweib · ↗Klasseweib · ↗Klatschweib · ↗Kräuterweib · ↗Kuppelweib · ↗Mannsweib · ↗Mannweib · ↗Marktweib · ↗Prachtweib · ↗Rasseweib · ↗Riesenweib · ↗Satansweib · ↗Schandweib · ↗Staatsweib · ↗Teufelsweib · ↗Tratschweib · ↗Waschweib
 ·  mit ›Weib‹ als Binnenglied: ↗Altweiberfaden · ↗Altweibergeschwätz · ↗Altweibermärchen · ↗Altweibersommer
 ·  formal verwandt mit: ↗Vielweiberei
eWDG, 1977

Bedeutung

siehe auch Weibchen
1.
erwachsene Person weiblichen Geschlechts
a)
Singular selten
salopp, abwertend
Beispiele:
die Weiber sind verrückt nach ihm
gib dich doch nicht mit den Weibern ab!
alberne, keifende, heulende Weiber
ein hysterisches, klatschsüchtiges, falsches, gehässiges, schlampiges Weib
benimm dich nicht wie ein altes Weib (= sei nicht so ängstlich, zimperlich)
er tratschte, klatschte wie ein altes Weib
die Frauen – oder vielmehr: die Weiber, wie es in unserer studentischen Überheblichkeit hieß [St. ZweigAmok287]
der ist ein Weib in Hosen [FalladaBauern519]
b)
salopp
Beispiele:
ein tolles Weib (= eine attraktive, interessante Frau)
umgangssprachlich, scherzhaft Männlein und Weiblein (= Männer und Frauen)
veraltend ein altes, zittriges, verhutzeltes, vertrocknetes Weiblein
gehoben, veraltend
Beispiele:
ein kräftiges, gesundes, blühendes, schönes, üppiges, begehrenswertes, anmutiges, zartes Weib
zum Weib erwachen, heranwachsen, werden
Sie ist ja natürlich ein prächtiges Weib [KafkaAmerika301]
Dabei liebt das Mädchen Sie, wie noch kein Weib Sie je geliebt hat [WedekindErdgeistIII 10]
Sie erschien ihm ... als das Weib selber, als die vollkommene Lockung des Geschlechts [B. FrankTrenck35]
2.
Ehefrau
Beispiele:
umgangssprachlich Weib und Kind haben (= eine Familie haben)
umgangssprachlich er hat für Weib und Kind zu sorgen
umgangssprachlich er hat Weib und Kind verlassen, im Stich gelassen, verloren
gehoben ein Weib nehmen, freien
gehoben er nahm sie zum Weibe
gehoben er begehrte sie zum Weib, machte sie zu seinem Weib
gehoben Wer ein holdes Weib errungen, / Mische seinen Jubel ein [SchillerAn die Freude]
gehoben worauf das Weib des Küsters ... öffnete [G. Hauptm.Quint1,421]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weib · weibisch · weiblich
Weib n. ‘erwachsene weibliche Person, Ehefrau’, ahd. wīb (8. Jh.), mhd. wīp, asächs. mnd. wīf, mnl. nl. wijf, aengl. wīf, engl. wife (vgl. engl. woman, aus aengl. wīfmann, eigentlich ‘Weibsmensch’), anord. vīf, schwed. (nur noch dichterisch) viv. Die Herkunft ist ungeklärt. Zweifelhaft ist der Versuch, das Wort an got. biwaibjan ‘umwinden, umkleiden’, aengl. wǣfan ‘bekleiden, umwickeln’, anord. (vereinzelt poetisch) vīfa ‘umhüllen’ anzuschließen und Weib als die ‘mit einem Kopftuch umhüllte verheiratete Frau’ zu erklären. Unsicher ist auch eine Deutung der germ. Wortgruppe als ‘die in geschäftiger Bewegung Befindliche’, also eine Verbindung mit ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben ‘sich hin und her bewegen, drehen, schwanken, schweben’, anord. veifa ‘schwingen, werfen’, den unter ↗Wimpel, ↗Wipfel und ↗wippen (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit aind. vḗpatē ‘zittert, ist erregt’, kymr. gwisgi ‘unruhig, reif (von Nüssen)’, lat. vibrāre ‘in zitternde Bewegung setzen, sich zitternd bewegen’, lit. viẽpti ‘das Gesicht verziehen’, lett. viept ‘verhüllen’, zu ie. *u̯eip-, *u̯eib- ‘drehen, sich drehend, schwingend bewegen’. weibisch Adj. ‘unmännlich’ (abwertend von Männern, 16. Jh.), ‘weiblich’ (in neutraler Verwendung bis ins 18. Jh.), spätmhd. wībisch. weiblich Adj. ‘einer Frau entsprechend, zu einer Frau gehörend’ (Gegensatz zu männlich), ahd. wīblīh (8. Jh.), mhd. wīplich; in der grammatischen Terminologie ‘feminines Genus aufweisend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angetraute · ↗Ehegattin · ↗Frau · ↗Gattin · frisch Vermählte  ●  ↗Ehefrau  Hauptform · ↗Alte  derb · ↗Ehegemahlin  geh. · ↗Ehegespons  geh. · ↗Eheweib  geh. · ↗Gebieterin  geh., ironisch · ↗Gemahlin  geh. · ↗Gespons  geh., veraltet · ↗Olle  derb · Weib  derb · bessere Hälfte  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Eva · ↗(eine) Sie · ↗Dame · ↗Evastochter · ↗Frauensperson · Vertreterin des schönen Geschlechts · Vertreterin des weiblichen Geschlechts · ↗Weibsbild · weibliche Person · weiblicher Mensch  ●  ↗Frau  Hauptform · ↗Frauenzimmer  veraltet · Person weiblichen Geschlechts  Amtsdeutsch · Weib  veraltend, abwertend · weibliches Wesen  scherzhaft · ↗Braut  ugs., salopp · ↗Grazie (eingeschränkter Gebrauch)  ugs. · ↗Kalle  derb, Gaunersprache · ↗Lady  ugs., salopp, engl. · ↗Mutti  ugs. · ↗Perle  ugs., regional, salopp · ↗Schnalle  ugs., salopp · ↗Tante  ugs. · ↗Trine  ugs., schimpfwort, selten · ↗Weibsen  ugs., Plural, abwertend, scherzhaft · ↗Weibsperson  ugs. · ↗Weibsstück  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eiablage Gesang Hyäne Jungtier Männchen Nächster Paarung Schwachsinn Weib Wein anlocken befruchtet begatten geil geschlechtsreif hold hysterisch keifend liebend locken lockend lustig nackt närrisch paaren paarungsbereit paarungswillig trächtig wild zänkisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weib‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber das Weib in unserem Jahrhundert liebt die starke Hand des Mannes am Steuer des möglichst schnellen Wagens.
Die Zeit, 19.04.1956, Nr. 16
Die Weiber fingen an, sich gegenseitig an den Haaren zu reißen.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 200
Und sind die Augen der Männer nicht gieriger als die der wilden Hunde und die Herzen der Weiber noch ärger?
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 131
Das liebeglühende Weib wuchs über sich empor zu kältestem Stolz.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 07.03.1925
Erschrocken rannte unten das Weib, von Grauen gepackt - hohnlachend sauste oben die Schar weiter, hinein in das windige Dunkel.
Tucholsky, Kurt: Walpurgisnacht. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 5211
Zitationshilfe
„Weib“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weib>, abgerufen am 16.11.2018.

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