Weide, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weide · Nominativ Plural: Weiden
Aussprache
WorttrennungWei-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Weide‹ als Erstglied: ↗Weidenbast · ↗Weidenbaum · ↗Weidenbohrer · ↗Weidenbusch · ↗Weidendickicht · ↗Weidengebüsch · ↗Weidengeflecht · ↗Weidengerte · ↗Weidenkorb · ↗Weidenkätzchen · ↗Weidenmeise · ↗Weidenrute · ↗Weidenstock · ↗Weidenstrunk · ↗Weidenstumpf
 ·  mit ›Weide‹ als Letztglied: ↗Flechtweide · ↗Kopfweide · ↗Korbweide · ↗Palmweide · ↗Reifweide · ↗Salweide · ↗Silberweide · ↗Trauerweide
eWDG, 1977

Bedeutung

zweihäusiger Baum oder Strauch mit schmalen Blättern und in Kätzchen zusammenstehenden Blüten
Beispiele:
am Bach stehen alte Weiden
die Weiden tragen schon Kätzchen, treiben, blühen
einen Korb aus Weiden (= Weidenruten) flechten
Eine Weide neigte ihre Gertenzweige über das in der Sonne funkelnde Wasser [R. WernerBenario312]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weide1 f. Der Baumname zeigt im Germ. unterschiedliche Bildungsweisen, den (w)ō-Stamm (germ. *wiþ(w)ō) ahd. wīda f. (9. Jh.), mhd. mnd. wīde f., nl. (älter) wije, wijde f., den ja-Stamm (germ. *wiþja-) anord. vīðir m., schwed. vide n. und die Suffixbildung aengl. wīþig m. Verwandt sind ahd. witta ‘Binde, Band’ (8. Jh.), mhd. wid(e), wit, mnd. wede, wide ‘(gedrehter) Strick, Strang’, aengl. wiþþe ‘Band, Fessel’, engl. withe ‘Weidenrute, Band, Fessel aus Weidenrute’, anord. viðja ‘Weidenrute, Fessel’, schwed. vidja ‘Weidenrute’. Außergerm. vergleichen sich aind. vētasáḥ ‘Rohrpflanze’, awest. vaētay- ‘Weide, Weidengerte’, griech. ītéa (ἰτέα) ‘Weide’, lat. vītis ‘Weinrebe, -ranke’, lit. vytìs ‘Rute, Gerte’, apreuß. witwan ‘Weide’, russ. (landschaftlich) vítvina (витвина) ‘Zweig, Rute, Gerte’. Zugrunde liegt eine Dentalerweiterung zu einer Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯eiə- ‘drehen, biegen’, vielfach von ‘biegsamen Zweigen, Flechtwerk, Rankengewächsen’, zu der auch aind. vyáyati ‘umhüllt, bedeckt, birgt’, lat. vīēre ‘binden, flechten’, lit. výti ‘drehen, winden, spulen’, aslaw. poviti ‘bewinden, einwickeln’, russ. vit’ (вить) ‘winden’ gehören (vgl. dazu auf anderen Erweiterungen dieser Wurzel beruhendes ↗Weib, ↗weich, ↗weichen, ↗Wechsel). Der Baum ist nach der Biegsamkeit seiner Ruten benannt.

Weide2 · Weidmann · Weidwerk · Augenweide · weiden
Weide2 f. ‘grasbewachsene Fläche als Futterplatz für Herdenvieh’, ahd. weida ‘Nahrungsgewinn’ (auch vom Menschen und nicht nur in bezug auf Pflanzenkost), ‘Futter’ (9. Jh.), mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weideplatz, Tagreise, Weg, Jagd, Fischerei’, mnd. weide ‘Weideplatz, Nahrung’, mnl. nl. weide ‘Weideplatz, Grasland’, aengl. wāþ ‘Jagd, das Umherstreifen’, anord. veiðr ‘Jagd’ lassen sich mit aind. vḗti ‘richtet sein Augenmerk auf etw., wendet sich an jmdn., trachtet nach, verfolgt’, griech. hī́esthai (ἵεσθαι, aus *ϝῑ́εσθαι) ‘sich vorwärts bewegen, sich beeilen, streben, begehren’, lat. vīs ‘du willst’, lit. výti ‘treiben, verfolgen, nachjagen’, aslaw. vojinъ, russ. vóin (воин) ‘Krieger, Soldat’ vergleichen und auf eine Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯ei̯ə- ‘gehen, auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, verfolgen, ersehnen’ sowie ‘Weg, Reihe’ zurückführen. Als Ausgangsbedeutung kann ‘Ausgang auf Nahrungssuche’ (von Menschen und Tieren) erschlossen werden. Bereits im 11. Jh. ist die heutige Bedeutung ‘Futterplatz für Herdenvieh’ entwickelt. Weidmann m. ‘Jäger’, in älterer Sprache auch ‘Fischer’, mhd. weidemann ‘Jäger, Fischer’. Weidwerk n. ‘Jagd’, frühnhd. auch ‘Fischfang, Jagdgerät’, mhd. weidewerc ‘Jägerei, zur Jagd gebrauchte Tiere’. Augenweide f. ‘Freude für die Augen’, mhd. ougenweide ‘das Umherschweifen der Augen, Erquickung für die Augen, Anblick (jeder, auch unangenehmer Art)’, vgl. mhd. weide im Sinne von ‘Speise, Labsal’. weiden Vb. ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, sich an etw. erfreuen, genießen’, ahd. weidōn ‘Futter suchen, jagen’ (9. Jh.), mhd. weiden ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, ausschlachten, genießen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grasland · ↗Viehweide · Weide · ↗Weideland
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Sömmern · Sömmerung
  • Gehege · ↗Koppel · ↗Korral · ↗Pferch · eingezäuntes Areal  ●  ↗Hürde  fachspr.
  • Naturweidewirtschaft · Pastoralismus · pastorale Tierhaltung auf Naturweiden
Synonymgruppe
Grün · ↗Grünfläche · ↗Grünland · ↗Matte · ↗Rasen · ↗Rasenfläche · Weide  ●  ↗Bleiche  regional, veraltet · ↗Wiese  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Weide  ●  Salix  fachspr., botanisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Ackerland Birke Eiche Erle Esche Gras Herde Kalb Kuh Pappel Rind Schaf Stall Stute Ulme Vieh Wald Wiese abgrasen ausbüxen fett grasen karg knorrig saftig satt sattgrün säumen umzäunt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weide‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch irgendetwas lockt Anna dorthin, zur riesigen Weide am Ende des Waldes.
Die Welt, 24.07.2004
Da habe ich die Kühe schon selbst auf der Weide stehen sehen.
Der Tagesspiegel, 27.11.2000
Kühe, buntgefleckt, schritten langsam mit gesenkten Köpfen grasend über die Weiden.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Dadurch gerieten dann oft die Weiden dauernd in herrschaftlichen Besitz.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 1024
Auf der schuldlosen Spur ihres Hungers schritt er schweigend über die Weiden der Welt.
Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Prosa 1906 bis 1926, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1966 [1910], S. 869
Zitationshilfe
„Weide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weide#1>, abgerufen am 26.04.2019.

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Weide, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weide · Nominativ Plural: Weiden
Aussprache
WorttrennungWei-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Weide‹ als Erstglied: ↗Weidebesatz · ↗Weidefläche · ↗Weidegang · ↗Weidegerechtigkeit · ↗Weidegrund · ↗Weideland · ↗Weidemonat · ↗Weidenutzung · ↗Weideplatz · ↗Weidevieh · ↗Weidewirtschaft · ↗Weidezaun · ↗Weidgang
 ·  mit ›Weide‹ als Letztglied: ↗Augenweide · ↗Bergweide · ↗Bienenweide · ↗Gemeindeweide · ↗Grasweide · ↗Hochweide · ↗Hutweide · ↗Koppelweide · ↗Kuhweide · ↗Ohrenweide · ↗Portionsweide · ↗Schafsweide · ↗Schafweide · ↗Sommerweide · ↗Viehweide · ↗Waldweide · ↗Winterweide
 ·  mit ›Weide‹ als Grundform: ↗weiden
eWDG, 1977

Bedeutung

grasbewachsene Fläche, auf der das Vieh weiden kann, Grünland, das an Ort und Stelle zur Fütterung des Viehs dient
Beispiele:
eine gute, fette Weide
grüne, saftige, dürre, verdorrte Weiden
das Vieh, die Kühe, Schafe auf die Weide treiben
das Vieh bleibt den ganzen Sommer über auf der Weide
die Herde kommt von der Weide, wird von der Weide geholt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weide1 f. Der Baumname zeigt im Germ. unterschiedliche Bildungsweisen, den (w)ō-Stamm (germ. *wiþ(w)ō) ahd. wīda f. (9. Jh.), mhd. mnd. wīde f., nl. (älter) wije, wijde f., den ja-Stamm (germ. *wiþja-) anord. vīðir m., schwed. vide n. und die Suffixbildung aengl. wīþig m. Verwandt sind ahd. witta ‘Binde, Band’ (8. Jh.), mhd. wid(e), wit, mnd. wede, wide ‘(gedrehter) Strick, Strang’, aengl. wiþþe ‘Band, Fessel’, engl. withe ‘Weidenrute, Band, Fessel aus Weidenrute’, anord. viðja ‘Weidenrute, Fessel’, schwed. vidja ‘Weidenrute’. Außergerm. vergleichen sich aind. vētasáḥ ‘Rohrpflanze’, awest. vaētay- ‘Weide, Weidengerte’, griech. ītéa (ἰτέα) ‘Weide’, lat. vītis ‘Weinrebe, -ranke’, lit. vytìs ‘Rute, Gerte’, apreuß. witwan ‘Weide’, russ. (landschaftlich) vítvina (витвина) ‘Zweig, Rute, Gerte’. Zugrunde liegt eine Dentalerweiterung zu einer Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯eiə- ‘drehen, biegen’, vielfach von ‘biegsamen Zweigen, Flechtwerk, Rankengewächsen’, zu der auch aind. vyáyati ‘umhüllt, bedeckt, birgt’, lat. vīēre ‘binden, flechten’, lit. výti ‘drehen, winden, spulen’, aslaw. poviti ‘bewinden, einwickeln’, russ. vit’ (вить) ‘winden’ gehören (vgl. dazu auf anderen Erweiterungen dieser Wurzel beruhendes ↗Weib, ↗weich, ↗weichen, ↗Wechsel). Der Baum ist nach der Biegsamkeit seiner Ruten benannt.

Weide2 · Weidmann · Weidwerk · Augenweide · weiden
Weide2 f. ‘grasbewachsene Fläche als Futterplatz für Herdenvieh’, ahd. weida ‘Nahrungsgewinn’ (auch vom Menschen und nicht nur in bezug auf Pflanzenkost), ‘Futter’ (9. Jh.), mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weideplatz, Tagreise, Weg, Jagd, Fischerei’, mnd. weide ‘Weideplatz, Nahrung’, mnl. nl. weide ‘Weideplatz, Grasland’, aengl. wāþ ‘Jagd, das Umherstreifen’, anord. veiðr ‘Jagd’ lassen sich mit aind. vḗti ‘richtet sein Augenmerk auf etw., wendet sich an jmdn., trachtet nach, verfolgt’, griech. hī́esthai (ἵεσθαι, aus *ϝῑ́εσθαι) ‘sich vorwärts bewegen, sich beeilen, streben, begehren’, lat. vīs ‘du willst’, lit. výti ‘treiben, verfolgen, nachjagen’, aslaw. vojinъ, russ. vóin (воин) ‘Krieger, Soldat’ vergleichen und auf eine Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯ei̯ə- ‘gehen, auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, verfolgen, ersehnen’ sowie ‘Weg, Reihe’ zurückführen. Als Ausgangsbedeutung kann ‘Ausgang auf Nahrungssuche’ (von Menschen und Tieren) erschlossen werden. Bereits im 11. Jh. ist die heutige Bedeutung ‘Futterplatz für Herdenvieh’ entwickelt. Weidmann m. ‘Jäger’, in älterer Sprache auch ‘Fischer’, mhd. weidemann ‘Jäger, Fischer’. Weidwerk n. ‘Jagd’, frühnhd. auch ‘Fischfang, Jagdgerät’, mhd. weidewerc ‘Jägerei, zur Jagd gebrauchte Tiere’. Augenweide f. ‘Freude für die Augen’, mhd. ougenweide ‘das Umherschweifen der Augen, Erquickung für die Augen, Anblick (jeder, auch unangenehmer Art)’, vgl. mhd. weide im Sinne von ‘Speise, Labsal’. weiden Vb. ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, sich an etw. erfreuen, genießen’, ahd. weidōn ‘Futter suchen, jagen’ (9. Jh.), mhd. weiden ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, ausschlachten, genießen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grasland · ↗Viehweide · Weide · ↗Weideland
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Sömmern · Sömmerung
  • Gehege · ↗Koppel · ↗Korral · ↗Pferch · eingezäuntes Areal  ●  ↗Hürde  fachspr.
  • Naturweidewirtschaft · Pastoralismus · pastorale Tierhaltung auf Naturweiden
Synonymgruppe
Grün · ↗Grünfläche · ↗Grünland · ↗Matte · ↗Rasen · ↗Rasenfläche · Weide  ●  ↗Bleiche  regional, veraltet · ↗Wiese  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Weide  ●  Salix  fachspr., botanisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Ackerland Birke Eiche Erle Esche Gras Herde Kalb Kuh Pappel Rind Schaf Stall Stute Ulme Vieh Wald Wiese abgrasen ausbüxen fett grasen karg knorrig saftig satt sattgrün säumen umzäunt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weide‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch irgendetwas lockt Anna dorthin, zur riesigen Weide am Ende des Waldes.
Die Welt, 24.07.2004
Da habe ich die Kühe schon selbst auf der Weide stehen sehen.
Der Tagesspiegel, 27.11.2000
Kühe, buntgefleckt, schritten langsam mit gesenkten Köpfen grasend über die Weiden.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Dadurch gerieten dann oft die Weiden dauernd in herrschaftlichen Besitz.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 1024
Auf der schuldlosen Spur ihres Hungers schritt er schweigend über die Weiden der Welt.
Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Prosa 1906 bis 1926, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1966 [1910], S. 869
Zitationshilfe
„Weide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weide#2>, abgerufen am 26.04.2019.

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