Weidmann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Nominativ Plural: Weidmänner
Nebenform Waidmann · Substantiv (Maskulinum) · Nominativ Plural: Waidmänner
WorttrennungWeid-mann ● Waid-mann (computergeneriert)
Wortzerlegungweid-Mann
Wortbildung mit ›Weidmann‹ als Erstglied: ↗Waidmannsbrauch · ↗Waidmannsdank · ↗Waidmannsheil · ↗Waidmannslust · ↗Waidmannssprache · ↗Weidmannsbrauch · ↗Weidmannsdank · ↗Weidmannsheil · ↗Weidmannslust · ↗Weidmannssprache · ↗waidmännisch · ↗weidmännisch
eWDG, 1977

Bedeutung

weidgerechter Jäger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weide2 · Weidmann · Weidwerk · Augenweide · weiden
Weide2 f. ‘grasbewachsene Fläche als Futterplatz für Herdenvieh’, ahd. weida ‘Nahrungsgewinn’ (auch vom Menschen und nicht nur in bezug auf Pflanzenkost), ‘Futter’ (9. Jh.), mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weideplatz, Tagreise, Weg, Jagd, Fischerei’, mnd. weide ‘Weideplatz, Nahrung’, mnl. nl. weide ‘Weideplatz, Grasland’, aengl. wāþ ‘Jagd, das Umherstreifen’, anord. veiðr ‘Jagd’ lassen sich mit aind. vḗti ‘richtet sein Augenmerk auf etw., wendet sich an jmdn., trachtet nach, verfolgt’, griech. hī́esthai (ἵεσθαι, aus *ϝῑ́εσθαι) ‘sich vorwärts bewegen, sich beeilen, streben, begehren’, lat. vīs ‘du willst’, lit. výti ‘treiben, verfolgen, nachjagen’, aslaw. vojinъ, russ. vóin (воин) ‘Krieger, Soldat’ vergleichen und auf eine Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯ei̯ə- ‘gehen, auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, verfolgen, ersehnen’ sowie ‘Weg, Reihe’ zurückführen. Als Ausgangsbedeutung kann ‘Ausgang auf Nahrungssuche’ (von Menschen und Tieren) erschlossen werden. Bereits im 11. Jh. ist die heutige Bedeutung ‘Futterplatz für Herdenvieh’ entwickelt. Weidmann m. ‘Jäger’, in älterer Sprache auch ‘Fischer’, mhd. weidemann ‘Jäger, Fischer’. Weidwerk n. ‘Jagd’, frühnhd. auch ‘Fischfang, Jagdgerät’, mhd. weidewerc ‘Jägerei, zur Jagd gebrauchte Tiere’. Augenweide f. ‘Freude für die Augen’, mhd. ougenweide ‘das Umherschweifen der Augen, Erquickung für die Augen, Anblick (jeder, auch unangenehmer Art)’, vgl. mhd. weide im Sinne von ‘Speise, Labsal’. weiden Vb. ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, sich an etw. erfreuen, genießen’, ahd. weidōn ‘Futter suchen, jagen’ (9. Jh.), mhd. weiden ‘auf der Weide fressen, auf die Weide führen, ausschlachten, genießen’.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Hubertusjünger · ↗Waidgenosse · Waidmann  ●  ↗Jäger  Hauptform · ↗Jägersmann  altertümelnd, veraltend · ↗Nimrod  scherzhaft, hebräisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So wie die Lage derzeit ist, wird Weidmann das eher früher als später klarmachen.
Die Zeit, 14.02.2011, Nr. 07
Nach einem Beschluß des norwegischen Parlaments dürfen nur ausgebildete Weidmänner unter ortskundiger Führung jagen.
Die Welt, 06.10.2004
Mit dem Sport verwandt ist auch die Geweihsammlung des Weidmanns.
Reznicek, Paula von u. Reznicek, Burghard von: Der vollendete Adam. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 9155
Die Tiere, wie der Weidmann das weibliche Wild nennt, haben dem Kampf teilnahmlos zugesehen und erkennen ohne weiteres das Recht des Stärkeren an.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 68
Huldigungen an die Fürsten als erfolgreiche Weidmänner kommen in Jagdkantaten nach 1700 mehrfach vor.
Karstädt, Georg: Jagdmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 36547
Zitationshilfe
„Weidmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weidmann>, abgerufen am 15.11.2018.

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