Weigerung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungWei-ge-rung (computergeneriert)
Wortzerlegungweigern-ung
Wortbildung mit ›Weigerung‹ als Erstglied: ↗Weigerungsfall
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weigern · Weigerung
weigern Vb. ‘ablehnen, etw. zu tun’ (heute reflexiv), ahd. weigarōn (um 1000), mhd. weiger(e)n ‘sich widersetzen, widerstreben, ablehnen’, mnd. wei(g)eren, wēgeren, mnl. weigheren, wēgheren, nl. weigeren (die nd. nl. Formen mit -ei- stehen vielleicht unter hd. Einfluß), afries. wēgeria, weigeria (germ. *waigarōn) ist von dem mit r-Suffix gebildeten Adjektiv ahd. weigar ‘halsstarrig, vermessen, verwegen, trotzig, widerstrebend’ (11. Jh.), vgl. mhd. weigerlīchen Adv. ‘stolz, stattlich, sich widersetzend, verteidigend’, mnl. weigher, wēgher ‘halsstarrig, sparsam’, nl. (fläm.) weiger, wēger ‘übertrieben sparsam’ (germ. *waigara-) abgeleitet. Dieses verbindet man mit ahd. wīgan (um 800), mhd. wīgen ‘streiten, kämpfen’, aengl. wīgan, anord. vega ‘kämpfen, töten, rächen’ sowie (durch grammatischen Wechsel unterschieden) ahd. wīhan ‘zerkämpfen’ (9. Jh.), mhd. wīhen ‘schwächen, erschöpfen, vernichten’, got. weihan ‘kämpfen’ und außergerm. mit lat. vincere ‘die Oberhand erlangen, siegen, bezwingen’, pervicāx ‘fest beharrend, hartnäckig’, air. fichid ‘kämpft’, lit. veĩkti ‘machen, tun, arbeiten, ausführen’, aslaw. věkь, russ. vek (век) ‘Ewigkeit, Jahrhundert’, so daß von der Wurzel ie. *u̯eik- ‘energische, besonders feindselige Kraftäußerung, kämpfen, bezwingen’ ausgegangen werden kann. Weigerung f. ‘Ablehnung einer Forderung, Widersetzlichkeit’ (Mitte 15. Jh., vgl. mnd. weigeringe, 1. Hälfte 15. Jh.), rechtssprachlich ‘Appellation’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abfuhr · ↗Ablehnung · ↗Absage · ↗Rückweisung · ↗Verneinung · ↗Verweigerung · Weigerung · ↗Zurückweisung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auslöser Falle Hauptgrund IRA Siegermacht Unfähigkeit Untergrundorganisation Westmächte andauernd anfänglich anhaltend begründen beharrlich bisherig fortdauernd fortgesetzt halsstarrig hartnäckig jahrelang kategorisch kritisieren neuerlich ratifizieren scheitern standhaft strikt stur störrisch unverständlich wiederholt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weigerung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und schließlich hat er die verheerenden psychologischen Folgen seiner Weigerung nicht vorausgesehen.
Die Zeit, 22.07.1966, Nr. 30
Die Zeit nimmt es in dem Grade ihrer Weigerung zur Kenntnis.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1928]
Sie scheiterte vermutlich an der Weigerung Faschs, wissenschaftlichen Unterricht zu erteilen.
Adrio, Adam: Fasch (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 11840
An ihrer Weigerung erkannte er sich als ägyptischen Priester von Granit.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 163
Er suchte endlich für ihre Weigerung dort Trost, wo er ihn schon lange nicht mehr gesucht hatte, bei der Arbeit.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5676
Zitationshilfe
„Weigerung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weigerung>, abgerufen am 18.04.2019.

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