Weihe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weihe · Nominativ Plural: Weihen
Aussprache 
Worttrennung Wei-he
Grundformweihen
Wortbildung  mit ›Weihe‹ als Erstglied: Weihbischof · Weihehierarchie · weihevoll
 ·  mit ›Weihe‹ als Letztglied: Bischofsweihe · Denkmalsweihe · Denkmalweihe · Fahnenweihe · Glockenweihe · Jugendweihe · Kerzenweihe · Kirchweih · Kirchweihe · Kräuterweihe · Mädchenweihe · Namensweihe · Namenweihe · Priesterweihe · Tempelweihe · Wasserweihe
eWDG

Bedeutungen

1.
Religion feierliche Handlung
a)
feierliche Handlung, durch die eine Person gesegnet und für das geistliche Amt bestimmt wird
Beispiele:
die niederen, höheren Weihen (= die Weihen für die niederen, höheren Ränge der Geistlichen) empfangen
jmdm. die Weihen erteilen
jmdm. die Weihen aberkennen
Es ist schade, daß du die Weihen noch nicht hast und noch nicht Beichte hören kannst [ HesseNarziß5,37]
b)
feierliche Handlung, durch die besonders ein kirchliches Gebäude gesegnet wird, bevor es in Gebrauch genommen wird
Beispiel:
hohe geistliche Würdenträger waren bei der Weihe des Doms, der Kirche, Kapelle zugegen
2.
gehoben feierliche Stimmung, Feierlichkeit
Beispiele:
die Weihe des Augenblicks, der Stunde empfinden
durch die musikalische Umrahmung erhielt die Feierstunde erst die rechte Weihe
3.
gehoben Erhabenheit
Beispiele:
das geduldige und stolze Ertragen der Schmerzen … gibt seinem Leben die sittliche Weihe [ Th. Mann11,15]
für ihn bin ich der Enkel des Himmelwirts, mit der ganzen Weihe, die dieser Mann für ihn hat [ BahrHimmelfahrt40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weihen · Weihe2 · Weihrauch
weihen Vb. ‘durch eine religiöse Handlung heiligen, seiner religiösen Bestimmung übergeben, jmdm. (durch die Priesterweihe) ein geistliches Amt übertragen, jmdm. etw. widmen, stiften’, reflexiv ‘sich einer Sache verschreiben’, ahd. wīhen (8. Jh.), mhd. wīhen, wīen, wīchen, asächs. wīhian, mnd. wīen, wīgen, (mit dentalem Gleitlaut) mnl. wīden (aus älterem wīen), nl. wijden, afries. wīa, got. weihan und (mit grammatischem Wechsel) anord. vīgja, schwed. viga (germ. *wīhijan) sind von dem im Nhd. ausgestorbenen (im 19. Jh. nur noch mundartlich gebräuchlichen) und durch heilig ersetzten Adjektiv weich, ahd. wīh (8. Jh.), mhd. wīch, got. weihs ‘heilig’ (germ. *wīha-), substantiviert in asächs. wīh ‘Heiligtum, Tempel’, aengl. wēoh ‘Götzenbild’, anord. ‘heiliger Ort, Gerichtsstätte’, abgeleitet, dessen etymologischer Anschluß nicht gesichert ist. Erwogen wird Verbindung mit aind. vinákti ‘siebt, sichtet, sondert, trennt’, lat. victima ‘Opfertier, Opfer’ und Rückführung auf eine Wurzel ie. *u̯eik- ‘aussondern’. Für weihen ist dann von ‘zu gottesdienstlichen Zwecken aussondern’ auszugehen. Anders Krause in: ZfdA 64 (1927) 269 ff., der für die germ. Formen mit Nasalausfall rechnet, sie daher mit anord. Ving-Þōrr ‘Weihe-Thor’ (d. i. Thor, der weihende Gott) sowie mit aind. paḍviṁśa- (das, wenn nicht falsche Lesart, mit Nasal neben páḍbīśam, páḍvīśam) ‘Fessel, Fußfessel (eines Pferdes)’, griech. (Aorist) ímpsas (ἴμψας) ‘verbunden habend’ und lat. vincīre ‘binden, umwinden’ zusammenstellt und eine Ausgangsbedeutung ‘(magisch, religiös) gebunden’ erschließt. Weihe2 f. ‘Feierlichkeit, feierliche Inbetriebnahme, kultische Handlung, mit der etw. oder jmd. in den Dienst Gottes gestellt wird’ (z. B. Altar-, Priesterweihe), ahd. wīhī(n) (8. Jh.), mhd. wīhe. Weihrauch m. aromatisches Räuchermittel, zu kultischen Zwecken verwendetes Harz des in Südarabien und Nordostafrika beheimateten Weihrauchbaumes, dessen Gebrauch in der christlichen Kirche, anfangs als Opfergabe, seit dem 7. Jh. nachgewiesen ist, ahd. wīhrouh (8. Jh.; zuerst südd.-rhein., von dort ins Md. und Nd. vordringend), mhd. wī(h)rouch, asächs. wīhrōk, mnl. wierooc, nl. wierook, eigentlich ‘heiliger Rauch’ (zum Grundwort s. Rauch).

Typische Verbindungen zu ›Weihe‹ (berechnet)

Dreikönigskirche Empfang Frauenkirche Gesamtbau Gültigkeit Hochaltar Klosterkirche Palmzweig Taufwasser Zürichsee akademisch allerhoch anglikanisch eleusinisch empfangen empfehlen erlangen feierlich formosianischen hoehere hoeheren klerikal museal nieder niedern priesterlich sakral sakramental simonistisch verleihen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weihe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Weihe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich empfinde genau wie du die Weihe dieses hohen Gewölbes mit den bunten Fenstern im spärlichen Licht. [Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 307]
Daher bedarf es einer besonderen Weihe für jeden, der an der Gemeinschaft teilnehmen will. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 31389]
Das heißt viel in diesem Land, das sind die höheren Weihen. [Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40]
Viele geben sich in einer Art Weihe einen eigenen Namen. [Die Zeit, 14.11.2011 (online)]
Doch steinig ist der Weg zu den Weihen der Literatur. [Die Zeit, 23.02.2009, Nr. 08]
Zitationshilfe
„Weihe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weihe#1>.

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Weihe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weihe · Nominativ Plural: Weihen
Aussprache 
Worttrennung Wei-he
Wortbildung  mit ›Weihe‹ als Letztglied: Gabelweihe · Kronweihe · Königsweihe · Rohrweihe · Wiesenweihe
eWDG

Bedeutung

schlanker, langbeiniger Raubvogel von der Größe eines Bussards
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weih · Weihe1 · Gabelweihe
Weih m. heute meist Weihe1 f. (im 17. Jh. entwickelt aus den schwachen Pluralformen des Maskulinums), Name eines in mehreren Arten auftretenden Greifvogels, ahd. wīo m. (8. Jh.), mhd. wīe, wīge, wīhe, wīwe m., mnd. wīe, wīge m. f., mnl. wīwe, wīe, wūwe, wouwe, nl. wouw m.; vgl. auch den zweiten Wortteil in anord. langvē m. ‘Alk’ (Art wilde Fettgans). Herkunft unbekannt. Vielleicht zu der unter Weide2 (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯eiə- ‘gehen, auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, verfolgen, ersehnen’ sowie ‘Weg, Reihe’ gehörig und als ‘Jäger’ zu deuten? Oder angesichts einer Grundform germ. *wīwa- lautnachahmenden Ursprungs? Weitere Erklärungsversuche bei Neuss Ahd. Tierbezeichnungen (1973) 168 ff. Gabelweihe f. Rotmilan, mit auffällig gegabeltem Schwanz (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Weihe‹ (berechnet)

Dreikönigskirche Empfang Frauenkirche Gesamtbau Gültigkeit Hochaltar Klosterkirche Palmzweig Taufwasser Zürichsee akademisch allerhoch anglikanisch eleusinisch empfangen empfehlen erlangen feierlich formosianischen hoehere hoeheren klerikal museal nieder niedern priesterlich sakral sakramental simonistisch verleihen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weihe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Weihe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich empfinde genau wie du die Weihe dieses hohen Gewölbes mit den bunten Fenstern im spärlichen Licht. [Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 307]
Daher bedarf es einer besonderen Weihe für jeden, der an der Gemeinschaft teilnehmen will. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 31389]
Das heißt viel in diesem Land, das sind die höheren Weihen. [Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40]
Viele geben sich in einer Art Weihe einen eigenen Namen. [Die Zeit, 14.11.2011 (online)]
Doch steinig ist der Weg zu den Weihen der Literatur. [Die Zeit, 23.02.2009, Nr. 08]
Zitationshilfe
„Weihe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weihe#2>.

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