Weile, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weile · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungWei-le (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Weile‹ als Erstglied: ↗Weilchen  ·  mit ›Weile‹ als Letztglied: ↗alleweil · ↗alleweile · ↗allweil · ↗allweile
 ·  formal verwandt mit: ↗derweil · ↗derweile · ↗derweilen
eWDG, 1977

Bedeutung

Zeitraum, Zeitspanne von unbestimmter, meist nicht sehr langer Dauer
Beispiele:
es dauerte eine geraume, nur eine kurze Weile, bis sie kam
eine kleine Weile bleibe ich noch hier
er hat sich eine gute Weile dort aufgehalten
du musst eine Weile warten
sie schwiegen beide eine Weile
sie gingen eine Weile schweigend nebeneinander her
man hörte eine Weile nichts als das Rauschen des Flusses
umgangssprachlich das ist schon eine ganze Weile her
für eine Weile herrschte Ruhe
nach einer Weile sah ich ihn kommen
vor einer Weile ist er weggegangen
damit hat es noch gute Weile (= es eilt nicht, muß nicht sofort erledigt werden)
sprichwörtlich eile mit Weile
sprichwörtlich gut Ding will Weile haben (= man kann etw., was gut gelingen soll, nicht allzu schnell fertigstellen)
oft hockte er eine lange Weile untätig auf seinem Schusterschemel [O. M. GrafUnruhe28]
veraltet er hatte Weile (= Zeit, Muße) zechend zu rasten, wo ihm beliebte [FrançoisLetzte Reckenburgerin37]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weile · weilen · verweilen
Weile f. ‘kurzer oder unbestimmter Zeitraum’, ahd. (h)wīla (8. Jh.), mhd. wīl(e) ‘Zeit(raum), Zeitpunkt, Stunde’, asächs. hwīl(a) ‘Zeit(raum)’, mnd. mnl. wīle, aengl. hwīl, engl. while, got. ƕeila ‘Weile, Zeit, Stunde’, anord. hvīla ‘Ruhestätte, Bett’, schwed. vila ‘Ruhe’ (germ. *hwīlō) sind Bildungen mit l-Suffix wie verwandtes lat. tranquillus (aus *-k‐ͧilnos) ‘ruhig, still’, aind. (fraglich) ciráḥ ‘lang(während)’ zur Wurzel ie. *u̯ei̯(ə)-, *ku̯ii̯ē- ‘behaglich ruhen’, wozu sich auch lat. quiēs ‘Ruhe, Schlaf, Friede’, aslaw. pokojь, russ. pokój (покой) ‘Ruhe’ stellen. Die heute geltende Bedeutung entwickelt sich aus ‘Ruhe, Rast, Pause’. Sprichwörtlich gut Ding muß Weile (‘Zeit, keine Hast, keine Überstürzung’) haben (16. Jh.), gůt ding můß haben weile (15. Jh.); eile mit Weile (‘mit Eile, aber überlegt, nicht überstürzt’, 16. Jh.). weilen Vb. ‘sich aufhalten, (an einem Ort) sein’, ahd. (h)wīlōn (um 800), mhd. wīlen. verweilen Vb. ‘sich (lange) aufhalten, bleiben’, auch ‘säumen’, mhd. verwīlen ‘(ver)säumen, zubringen, sich aufhalten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(zeitlicher) Abstand · ↗(zeitliches) Intervall · ↗Dauer · ↗Frist · ↗Periode · ↗Phase · ↗Spanne · Weile · ↗Zeit · ↗Zeitabschnitt · ↗Zeitabstand · ↗Zeitdauer · ↗Zeitdifferenz · ↗Zeitintervall · ↗Zeitlang · ↗Zeitrahmen · ↗Zeitraum  ●  ↗Zeitspanne  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eile andauern anhalten ausruhen brauchen dasitzen dauern durchhalten eilen fortfahren ganz gebrauchen gedulden geraum hinziehen kurz lauschen nachdenken plaudern schweigen starren vergehen verharren warten zuhören zurückliegen zuschauen zusehen zögern überlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weile‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Weile lauschte ich auf das Knacken in der Leitung.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 104
Zunächst wartete ich eine Weile vergebens auf die Überführung der Boote.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 164
Ich hielt mich mühsam eine Weile munter, dann schlief ich wieder ein.
Hasler, Ulrich E.: Eubiotik, Heidelberg: Haug 1967, S. 37
Der sicherlich interessante Band liegt nun also in einem Safe, und da wird er wohl noch eine ganze Weile liegen bleiben.
Tucholsky, Kurt: Casanova im Safe. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928]
Er entfaltete es nicht sofort, ließ es eine Weile in seinen Händen ruhen.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 07.03.1920
Zitationshilfe
„Weile“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weile>, abgerufen am 19.02.2019.

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