Weile, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weile · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈvaɪ̯lə]
Worttrennung Wei-le
Wortbildung  mit ›Weile‹ als Erstglied: Weilchen  ·  mit ›Weile‹ als Letztglied: alleweil · alleweile · allweil · allweile
 ·  formal verwandt mit: derweil · derweile · derweilen
eWDG

Bedeutung

Zeitraum, Zeitspanne von unbestimmter, meist nicht sehr langer Dauer
Beispiele:
es dauerte eine geraume, nur eine kurze Weile, bis sie kam
eine kleine Weile bleibe ich noch hier
er hat sich eine gute Weile dort aufgehalten
du musst eine Weile warten
sie schwiegen beide eine Weile
sie gingen eine Weile schweigend nebeneinander her
man hörte eine Weile nichts als das Rauschen des Flusses
umgangssprachlichdas ist schon eine ganze Weile her
für eine Weile herrschte Ruhe
nach einer Weile sah ich ihn kommen
vor einer Weile ist er weggegangen
damit hat es noch gute Weile (= es eilt nicht, muß nicht sofort erledigt werden)
sprichwörtlicheile mit Weile
sprichwörtlichgut Ding will Weile haben (= man kann etw., was gut gelingen soll, nicht allzu schnell fertigstellen)
oft hockte er eine lange Weile untätig auf seinem Schusterschemel [ O. M. GrafUnruhe28]
veralteter hatte Weile (= Zeit, Muße) zechend zu rasten, wo ihm beliebte [ FrançoisLetzte Reckenburgerin37]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weile · weilen · verweilen
Weile f. ‘kurzer oder unbestimmter Zeitraum’, ahd. (h)wīla (8. Jh.), mhd. wīl(e) ‘Zeit(raum), Zeitpunkt, Stunde’, asächs. hwīl(a) ‘Zeit(raum)’, mnd. mnl. wīle, aengl. hwīl, engl. while, got. ƕeila ‘Weile, Zeit, Stunde’, anord. hvīla ‘Ruhestätte, Bett’, schwed. vila ‘Ruhe’ (germ. *hwīlō) sind Bildungen mit l-Suffix wie verwandtes lat. tranquillus (aus *-k‐ͧilnos) ‘ruhig, still’, aind. (fraglich) ciráḥ ‘lang(während)’ zur Wurzel ie. *u̯ei̯(ə)-, *ku̯ii̯ē- ‘behaglich ruhen’, wozu sich auch lat. quiēs ‘Ruhe, Schlaf, Friede’, aslaw. pokojь, russ. pokój (покой) ‘Ruhe’ stellen. Die heute geltende Bedeutung entwickelt sich aus ‘Ruhe, Rast, Pause’. Sprichwörtlich gut Ding muß Weile (‘Zeit, keine Hast, keine Überstürzung’) haben (16. Jh.), gůt ding můß haben weile (15. Jh.); eile mit Weile (‘mit Eile, aber überlegt, nicht überstürzt’, 16. Jh.). weilen Vb. ‘sich aufhalten, (an einem Ort) sein’, ahd. (h)wīlōn (um 800), mhd. wīlen. verweilen Vb. ‘sich (lange) aufhalten, bleiben’, auch ‘säumen’, mhd. verwīlen ‘(ver)säumen, zubringen, sich aufhalten’.

Thesaurus

Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Weile‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weile‹.

Verwendungsbeispiele für ›Weile‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hielt mich mühsam eine Weile munter, dann schlief ich wieder ein. [Hasler, Ulrich E.: Eubiotik, Heidelberg: Haug 1967, S. 37]
Und dann blendet der Überholte, sofern er höflich ist, seinerseits eine kleine Weile ab! [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 242]
Der Leser ist eingeladen, eine Weile unter diesem Baum, den es eigentlich nicht geben kann, Platz zu nehmen. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 22]
Erst nach einer Weile, in der er verlegen von einem Fuß auf den anderen trat, sprach er weiter. [Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1]
Wenn er wirklich an Reformen interessiert ist, würde ich mit ihm schon eine Weile zusammenarbeiten. [Der Spiegel, 02.10.1989]
Zitationshilfe
„Weile“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weile>.

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