Weite, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weite · Nominativ Plural: Weiten
Aussprache
WorttrennungWei-te
Wortbildung mit ›Weite‹ als Erstglied: ↗Weitenjäger  ·  mit ›Weite‹ als Letztglied: ↗Bestweite · ↗Bildweite · ↗Brennweite · ↗Brustweite · ↗Bundweite · ↗Fabelweite · ↗Gegenstandsweite · ↗Gehweite · ↗Griffweite · ↗Halsweite · ↗Hörweite · ↗Hüftweite · ↗Jochweite · ↗Kragenweite · ↗Oberweite · ↗Reichweite · ↗Rekordweite · ↗Rockweite · ↗Rufweite · ↗Rückenweite · ↗Schrittweite · ↗Schussweite · ↗Schwingungsweite · ↗Sehweite · ↗Sichtweite · ↗Spannweite · ↗Spurweite · ↗Tragweite
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
große räumliche Ausdehnung
Beispiele:
unermessliche, unendliche Weiten
die Weite des Weltalls, des Meeres, der Heidelandschaft, der Pußta
übertragen
Beispiel:
seine gedankliche Weite (= sein vieles umfassendes Denken)
2.
Entfernung, Ausdehnung einer Strecke
a)
die lichte Weitedie Entfernung von Innenrand zu Innenrand
Beispiel:
vier Bogen [einer Brücke], von denen jeder eine lichte Weite von mehr als hundert Metern hatte [WelkHoher Befehl427]
b)
Sport erreichte Entfernung, besonders bei Sprung, Wurf, Kugelstoßen
Beispiel:
Nach einem verunglückten 62-m-Sprung steigerte er sich auf 71 und 68 m und erreichte damit ... die drittbeste Weite [Tageszeitung1964]
3.
Umfang, Größe eines Kleidungsstückes, die sich aus seinem Zuschnitt ergibt
Beispiele:
ein sportlicher Rock in bequemer Weite
die füllige Weite des Mantels wird mit einem Gürtel zusammengehalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weit · Weite · weiten · weitern · erweitern
weit Adj. ‘räumlich ausgedehnt’, ahd. (9. Jh.), mhd. wīt ‘von großer Ausdehnung’, asächs. aengl. wīd, mnd. wīde, engl. wide, mnl. wijt, nl. wijd, anord. vīðr, schwed. vid, germ. *wīda- wird am besten aus ie. *u̯i-ito- ‘auseinandergegangen’ erklärt, bestehend aus der Wurzel ie. *u̯ī̌- ‘auseinander’ (s. ↗wider) und einer to-Ableitung von der unter ↗eilen (s. d.) genannten Wurzel ie. *ei- ‘gehen’. Vergleichbar sind awest. vītay- (aus *vī-itay-) ‘das Weggehen’, wohl auch lat. vītāre ‘(ver)meiden, ausweichen’ (aus *vi-itō ‘gehe aus dem Wege’). Weite f. ‘räumliche Ausdehnung’, ahd. wītī (9. Jh.), mhd. wīte ‘Weite, Breite, weiter Raum oder Umfang, weites offenes Feld’. weiten Vb. ‘weiter machen, vergrößern’, ahd. (Hs. 12. Jh.), mhd. wīten, faktitive Bildung zum Adjektiv. Dazu das (heute kaum noch übliche) Iterativum weitern Vb. ‘weiter machen, vergrößern, ausdehnen’, mhd. wītern ‘weiter werden oder machen’; heute erweitern Vb. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstufung · ↗Ausdehnung · ↗Ausmaß · ↗Größe · ↗Maß · ↗Umfang · Weite  ●  Maße  veraltet
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Breite · ↗Dicke · ↗Stärke · ↗Umfang · Weite
Synonymgruppe
Distanz · ↗Entfernung · ↗Ferne · Weite

Typische Verbindungen
computergeneriert

All Enge Horizont Landschaft Leere Meer Meter Ozean Pampa Pazifik Prärie Steppe Tiefe Universum Vielfalt Weltall Weltraum Wüste endlos grenzenlos kosmisch licht menschenleer schweifen sibirisch suchen unendlich unermeßlich ungeheuer zweitgut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weite‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das tut natürlich nicht weh, aber es bringt auch keine Weite.
Der Tagesspiegel, 27.07.2001
Man weiß nicht viel vom Leben dieser Tiere in der Weite des Meeres.
Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 24
Da lagen die Häuser, dicht geschart in der Weite rundum.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 202
Die Kamera fliegt über einen Wald, dahinter öffnet sich das Meer in all seiner Weite.
Die Zeit, 07.03.2013, Nr. 10
Viel zu lange Zeit beherrschte bei uns die räumliche Weite das Denken.
Der Spiegel, 28.08.1989
Zitationshilfe
„Weite“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weite>, abgerufen am 17.10.2019.

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