Wellblech, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungWell-blech
WortzerlegungwellenBlech
Wortbildung mit ›Wellblech‹ als Erstglied: ↗Wellblechdach
eWDG, 1977

Bedeutung

wellenförmig gebogenes Blech
Beispiel:
eine Garage, Baracke, ein Dach aus Wellblech
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Welle · wellen · Wellblech · Wellpappe
Welle f. ‘Wasserwoge, zylindrischer Körper, Locke, (Reisig)bündel’, ahd. wella ‘hochgehende Meereswoge, stürmische Welle’ (um 1000), mhd. mnd. welle ‘Woge, Walze, Stroh-, Reisigbündel, Tuch-, Leinwandballen’ und wohl anord. vella ‘das Sieden, brodelnde Masse’ gehören wie das unter ↗wallen (s. d.) angegebene starke Verb ahd. wellan ‘wälzen, rollen, drehen’ zu der dort genannten Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’. Zunächst (ahd.) bezeichnet Welle die ‘Wasserwoge’, anfangs nur obd., im 15. Jh. nach Norden vordringend; danach (mhd.) ‘Walze, (sich drehender) zylindrischer Körper’ und ‘Bündel’ (Holz, Reisig, Stroh, Tuch), besonders westobd., schließlich (im Vergleich mit der ringförmig sich ausbreitenden Bewegung des Wassers) ‘Locke’ (17. Jh.) und in der Physik die sich fortpflanzenden Schwingungen von Schall, Licht, Elektrizität u. dgl. (18. Jh.). wellen Vb. ‘Wellen machen, Wellen werfen, sich in Wellen bewegen’, ahd. wellōn (um 1000), mhd. wellen, abgeleitet vom Substantiv. Seit dem 18. Jh. auch bildlich für wellenartige Bewegung und Formung (z. B. von der Landschaft, vom Haar). Wellblech n. ‘wellenförmig gebogenes Blech’ (19. Jh.). Wellpappe f. ‘wellig geformte Pappe’ (Ende 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beton Brett Bude Dach Glas Holz Hütte Karton Lehm Maschendraht Papp Pappe Plastik Plastikplane Stroh Verschlag Wand Zaun Zement decken ersetzen grau hausen rostig verrostet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wellblech‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche sind notdürftig mit Wellblech geflickt, eine Reparatur mit Holz ist oft zu teuer.
Die Zeit, 14.05.2012, Nr. 19
Kaum ein Baumaterial trägt ein so miserables Image wie Wellblech.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2000
Loth spürte die Hitze, die im Wellblech unter ihm war, nicht mehr.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 105
Die Decke über unseren Köpfen ist kaum dreißig Zentimeter dick, darüber liegen Balken und Wellblech.
Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 38
Die Heldenfriedhöfe sind noch da, die Schützengräben und Unterstände, Blindgänger liegen noch herum und große Haufen Wellblech von ausgebauten Unterständen.
Brief von Unteroffizier E. B. vom 26.5.1940. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 49
Zitationshilfe
„Wellblech“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wellblech>, abgerufen am 18.11.2019.

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