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Welt, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Welt · Nominativ Plural: Welten
Aussprache
Wortbildung mit ›Welt‹ als Erstglied: ↗Weltabgeschiedenheit · ↗Weltabgewandtheit · ↗Weltall · ↗Weltanschauung · ↗Weltatlas · ↗Weltaufkommen · ↗Weltausstellung · ↗Weltbedarf · ↗Weltbedeutung · ↗Weltbeglücker · ↗Weltbejahung · ↗Weltbeste · ↗Weltbestleistung · ↗Weltbestseller · ↗Weltbestzeit · ↗Weltbevölkerung · ↗Weltbewegung · ↗Weltbild · ↗Weltbrand · ↗Weltbund · ↗Weltbürger · ↗Weltbürgertum · ↗Weltchronik · ↗Weltdame · ↗Weltecho · ↗Welteislehre · ↗Weltelite · ↗Weltempfänger · ↗Weltenbrand · ↗Weltenbummler · ↗Weltende · ↗Weltenlenker · ↗Weltenmeer · ↗Weltenraum · ↗Weltenrhythmus · ↗Weltentsagung · ↗Weltenwende · ↗Weltereignis · ↗Welterfahrung · ↗Welterfolg · ↗Welternte · ↗Welternährung · ↗Welternährungsorganisation · ↗Welteroberung · ↗Weltfeiertag · ↗Weltfestspiele · ↗Weltflucht · ↗Weltformat · ↗Weltformel · ↗Weltforum · ↗Weltfrauentag · ↗Weltfriede · ↗Weltfrieden · ↗Weltfriedensbewegung · ↗Weltfriedenskongress · ↗Weltfriedenslager · ↗Weltfriedensrat · ↗Weltfriedenstreffen · ↗Weltfußball · ↗Weltfußballer · ↗Weltföderation · ↗Weltgebäude · ↗Weltgefahr · ↗Weltgeist · ↗Weltgeistliche · ↗Weltgeistlichkeit · ↗Weltgeltung · ↗Weltgericht · ↗Weltgeschehen · ↗Weltgeschichte · ↗Weltgesundheitsorganisation · ↗Weltgetriebe · ↗Weltgetümmel · ↗Weltgewandtheit · ↗Weltgewerkschaftsbund · ↗Weltgremium · ↗Weltgruppe · ↗Welthandel · ↗Weltherrschaft · ↗Welthilfssprache · ↗Welthungerproblem · ↗Welthöchststand · ↗Weltimperialismus · ↗Weltinnenpolitik · ↗Weltinnenraum · ↗Weltjudentum · ↗Weltjugend · ↗Weltkapitalismus · ↗Weltkarriere · ↗Weltkarte · ↗Weltkenntnis · ↗Weltkind · ↗Weltkirche · ↗Weltklasse · ↗Weltklimakonferenz · ↗Weltkonferenz · ↗Weltkonflikt · ↗Weltkongress · ↗Weltkrieg · ↗Weltkrise · ↗Weltkugel · ↗Weltkultur · ↗Weltkulturgut · ↗Weltlage · ↗Weltliteratur · ↗Weltluftverkehr · ↗Weltmacht · ↗Weltmann · ↗Weltmarkt · ↗Weltmaßstab · ↗Weltmeer · ↗Weltmeinung · ↗Weltmeister · ↗Weltmeisterschaft · ↗Weltmensch · ↗Weltnaturerbe · ↗Weltnetz · ↗Weltniveau · ↗Weltnummer · ↗Weltordnung · ↗Weltorganisation · ↗Weltpolitik · ↗Weltpostkarte · ↗Weltpostverein · ↗Weltpremiere · ↗Weltpresse · ↗Weltproduktion · ↗Weltproletariat · ↗Weltprozess · ↗Weltrang · ↗Weltrangliste · ↗Weltraum · ↗Weltreich · ↗Weltreise · ↗Weltreisende · ↗Weltrekord · ↗Weltreligion · ↗Weltrevolution · ↗Weltruf · ↗Weltruhm · ↗Weltschmerz · ↗Weltschöpfer · ↗Weltsensation · ↗Weltsicherheitsrat · ↗Weltspitze · ↗Weltsport · ↗Weltsprache · ↗Weltstadt · ↗Weltstand · ↗Weltsystem · ↗Welttag · ↗Weltteil · ↗Welttorhüter · ↗Welttournee · ↗Weltumsegelung · ↗Weltumsegler · ↗Weltumseglung · ↗Weltuntergang · ↗Welturaufführung · ↗Weltverband · ↗Weltverbesserer · ↗Weltverhältnis · ↗Weltverschwörung · ↗Weltverächter · ↗Weltvorrat · ↗Weltwirtschaft · ↗Weltwunder · ↗Weltzeit · ↗Weltöffentlichkeit · ↗weltabgeschieden · ↗weltabgewandt · ↗weltanschaulich · ↗weltbekannt · ↗weltberühmt · ↗weltbest · ↗weltbewegend · ↗weltenfern · ↗weltentlegen · ↗weltentrückt · ↗weltenweit · ↗welterfahren · ↗weltfern · ↗weltfremd · ↗weltgewandt · ↗weltgrößt · ↗welthaft · ↗welthaltig · ↗welthistorisch · ↗weltklug · ↗weltkundig · ↗weltlich · ↗weltläufig · ↗weltoffen · ↗weltpolitisch · ↗weltstädtisch · ↗weltumfassend · ↗weltumspannend · ↗weltverloren · ↗weltverändernd · ↗weltweise · ↗weltweit · ↗weltzerstörend · ↗weltzugewandt
 ·  mit ›Welt‹ als Letztglied: ↗Alltagswelt · ↗Arbeitswelt · ↗Artistenwelt · ↗Außenwelt · ↗Bankenwelt · ↗Begriffswelt · ↗Bergwelt · ↗Berufswelt · ↗Bilderwelt · ↗Bildwelt · ↗Circuswelt · ↗Computerwelt · ↗Damenwelt · ↗Dingwelt · ↗Echtwelt · ↗Empfindungswelt · ↗Erfahrungswelt · ↗Erlebniswelt · ↗Erscheinungswelt · ↗Erwachsenenwelt · ↗Fabelwelt · ↗Fachwelt · ↗Fantasiewelt · ↗Fernsehwelt · ↗Filmwelt · ↗Finanzwelt · ↗Formenwelt · ↗Fußballwelt · ↗Gedankenwelt · ↗Gefühlswelt · ↗Gegenwelt · ↗Geisterwelt · ↗Geisteswelt · ↗Gelehrtenwelt · ↗Gemütswelt · ↗Geschäftswelt · ↗Glaubenswelt · ↗Guckindiewelt · ↗Götterwelt · ↗Halbwelt · ↗Hochgebirgswelt · ↗Ideenwelt · ↗Innenwelt · ↗Inselwelt · ↗Kiekindiewelt · ↗Klangwelt · ↗Konsumwelt · ↗Kulturwelt · ↗Kunstwelt · ↗Körperwelt · ↗Lebenswelt · ↗Medienwelt · ↗Menschenwelt · ↗Mitwelt · ↗Modewelt · ↗Musikwelt · ↗Männerwelt · ↗Märchenwelt · ↗Nachwelt · ↗Objektwelt · ↗Parallelwelt · ↗Pflanzenwelt · ↗Phantasiewelt · ↗Romanwelt · ↗Sagenwelt · ↗Scheinwelt · ↗Sinnwelt · ↗Sozialwelt · ↗Spielwelt · ↗Symbolwelt · ↗Textwelt · ↗Tierwelt · ↗Traumwelt · ↗Umwelt · ↗Unterwasserwelt · ↗Unterwelt · ↗Verbrecherwelt · ↗Vogelwelt · ↗Vorstellungswelt · ↗Wahrnehmungswelt · ↗Warenwelt · ↗Winterwelt · ↗Wirtschaftswelt · ↗Wunderwelt · ↗Wunschwelt · ↗Zauberwelt · ↗Zirkuswelt · ↗Zwischenwelt · ↗allerwelts-
 ·  mit ›Welt‹ als Binnenglied: ↗Dritte-Welt-Laden · ↗Dritte-Welt-Land · ↗Drittweltland · ↗Eine-Welt-Gruppe · ↗Eine-Welt-Laden
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur im Singular
die Erde, Erdkugel
a)
als Lebensraum der Menschen
Beispiele:
die große, weite Welt
die Neue Welt (= Amerika)
die Alte Welt (= Europa)
die Welt ist (doch) ein Dorf! (= erstaunter Ausruf, wenn man an einem entfernten Ort völlig unverhofft einen Bekannten trifft)
sie hat die Welt gesehen (= sie ist viel gereist)
sie will die Welt kennen lernen
er wollte die ganze Welt erobern, beherrschen
die Sowjetunion – das erste sozialistische Land der Welt
die Kohlenvorräte der Welt
übertrieben, scherzhaft er wohnt (fast) am Ende der Welt (= sehr weit entfernt, sehr abgelegen)
übertrieben, scherzhaft für jmdn., etw. bis ans Ende der Welt (= sehr weit) laufen
Wir lassen ein Manifest ausgehen in alle vier Enden der Welt [SchillerRäuberI 2]
die Stätte des Gartens sei ... Ägypten gewesen, denn dieses sei Mitte und Nabel der Welt [Th. MannJoseph3,31]
in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
diese Briefmarke gibt es nur zehnmal auf der Welt
sie hat niemanden, keinen Menschen auf der Welt, ist allein auf der Welt (= sie hat keine Angehörigen, Freunde)
in Verbindung mit »in«
Beispiele:
einen dauerhaften Frieden in der Welt gewährleisten
er ist weit in der Welt herumgekommen
sein Name ist in der ganzen Welt bekannt
der Betrieb ist mit seinen Erzeugnissen führend in der Welt
sie lebten so abgeschieden, dass sie nicht wussten, was in der Welt vorgeht
in Verbindung mit »um«
Beispiele:
eine Reise um die Welt
sein Ruhm, Erfolg ging um die Welt
in Verbindung mit »von«
Beispiel:
er hat etwas von der Welt gesehen
in aller Weltüberall
Beispiele:
seine Stücke werden heute in aller Welt gespielt
umgangssprachlich etw. in alle Welt (= überallhin) hinausposaunen
aus aller Weltvon überallher
Beispiele:
Nachrichten aus aller Welt
er erhielt Glückwünsche aus aller Welt
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich hier ist die Welt mit Brettern vernagelt (= hier geht es nicht weiter) (= hier ist nichts los)
übertragen
Beispiele:
salopp der sieht nicht aus, als könne er die Welt einreißen (= als leiste er sehr viel)
umgangssprachlich deswegen geht die Welt nicht unter (= das ist nicht so schlimm, tragisch)
b)
im Hinblick auf die auf ihr herrschenden sozialen, ökonomischen, politischen Verhältnisse
Beispiele:
die Welt verändern helfen
eine neue, bessere Welt aufbauen
er war Visionär einer neuen Welt
die revolutionäre Veränderung der Welt
die moderne Welt
die Welt von morgen
übertragen
Beispiel:
die Welt aus den Angeln heben (= grundlegend ändern)
2.
nur im Singular
Gesamtheit der Menschen
a)
Beispiele:
der Welt den Frieden erhalten
mit sich und der Welt zufrieden sein
das Ereignis, diese Nachricht ließ die Welt aufhorchen
die Welt vor den Gefahren eines Krieges schützen
bildlich
Beispiele:
die Welt hielt den Atem an
umgangssprachlich so etw. hat die Welt noch nicht gesehen, erlebt (= so etw. gab es noch nie)
umgangssprachlich, spöttisch nobel geht die Welt zugrunde (= wird gesagt bei großer Verschwendung)
sprichwörtlich Undank ist der Welt Lohn (= wird gesagt, wenn jmd. Unfreundlichkeit statt Dank erntet) (= drückt Resignation aus)
[Lenin] rührte an den Schlaf der Welt (= Lenin rüttelte die Menschheit auf) [Becher1,151]
verstärkend
umgangssprachlich die ganze Welt
Beispiele:
ich könnte vor Freude die ganze Welt umarmen
er hatte die ganze Welt (= alles) um sich herum vergessen
die ganze Welt blickte auf ihn, nahm Anteil am Schicksal dieses Volkes, war empört über diese Tat
umgangssprachlich alle Weltjedermann
Beispiele:
alle Welt spricht schon davon, weiß es
sie kennt alle Welt, fühlt sich von aller Welt verlassen
er wird von aller Welt gefeiert, so genannt
sie hatte ihn vor aller Welt blamiert
die halbe Weltsehr viele Menschen
Beispiel:
die halbe Welt hat inzwischen nach dir gefragt
die (urteilende) Öffentlichkeit
Beispiele:
etw. vor der Welt verbergen
in den Augen der Welt (= nach der Ansicht der Mitmenschen) war er ein Verbrecher
Vor der Welt aber ist sie deine Frau [Roda RodainÖsterr. Erzähler1,65]
auch Zebullas gutgemeinte Winke und Jakobs der Welt nie bekanntgewordene Hilfe erschöpften sich [MarchwitzaJugend65]
da er mit seinem ersten wirklichen Buch vor die Welt tritt [St. ZweigBalzac143]
b)
nur mit Adj.
Kreis von Menschen, die bestimmte Gemeinsamkeiten aufweisen
Beispiele:
die gelehrte, wissenschaftliche, studentische, diplomatische Welt
die weibliche Welt (= die Frauen)
er nahm am Leben und Treiben der jungen Welt (= Jugend) noch regen Anteil
die große, vornehme, reiche, elegante Welt war dort versammelt
3.
auf jmdn. oder etw. bezogener, in sich geschlossener Bereich, Lebensbereich
Beispiele:
die gelehrte, geistige, künstlerische, literarische, wissenschaftliche Welt
die elegante Welt der Haute Couture
die bunte Welt des Zirkus
ein Buch für alle Freunde der gefiederten Welt (= Vogelwelt)
die Welt der Antike, Kunst
die Welt der Arbeit, des Geistes
die Welt des Kindes, der Erwachsenen, des Films, Theaters, Märchens
die Welt der Technik, Chemie faszinierte ihn
die Welt der Pflanzen, Tiere
etw. ist eine Welt für sich, im Kleinen
hier stoßen, prallen zwei Welten aufeinander, stehen sich zwei Welten gegenüber
damit brach für sie, in ihr eine Welt zusammen
eine völlig neue Welt tat sich uns auf
sie war glücklich in ihrer Welt
er lebt in einer ganz anderen Welt als wir
sich in einer neuen, fremden Welt zurechtfinden
sich eine eigene, kleine Welt aufbauen
Hier trat ihm die Welt des herrschenden und voll entfalteten Kapitalismus entgegen [Engels-Biographie63]
[die] Welt Rembrandtscher Radierungen [HamannGesch. d. Kunst2,403]
Ich stehe zwischen zwei Welten, bin in keiner daheim [Th. MannKröger9,270]
statt mich in die abgeschiedene Welt meiner Studien zu vergraben [KasackStadt69]
etw. ist jmds. Weltetw. ist jmds. ein und alles, jmds. idealer Lebensinhalt
Beispiele:
Bücher waren ihre Welt
seine Welt war die Musik, die Antike
Sphäre
Beispiele:
er lebte in einer Welt des Traums, der Phantasie, des Glücks
sie war mit ihren Gedanken in einer anderen Welt
4.
nur im Singular
das Leben, Dasein (auf der Erde)
Beispiele:
das ist der Lauf der Welt
im Strom, Getriebe der Welt
sich in der Welt zurechtfinden, aus der Welt zurückziehen
gehoben der Welt entsagen (= sich in die Einsamkeit zurückziehen)
umgangssprachlich so geht's in der Welt zu
mit offenen Augen durch die Welt gehen
er verstand die Welt nicht mehr
das ist ja eine verkehrte Welt (= der normale Lauf der Dinge ist auf den Kopf gestellt)
zur, auf die Welt kommen (= geboren werden)
gehoben das Licht der Welt erblicken (= geboren werden)
ein Kind zur Welt bringen (= ein Kind gebären)
umgangssprachlich Kinder in die Welt setzen (= Kinder zeugen, gebären)
gehoben, verhüllend aus der Welt gehen, scheiden (= sterben)
umgangssprachlich das jüngste Kind war damals noch nicht auf der Welt (= das jüngste Kind lebte damals noch nicht)
bildlich
Beispiele:
etw. mit auf die Welt bringen (= etw. von Geburt an haben)
[Mozart] hat es mit zur Welt gebracht, dieses Talent [Fritz-EulauZauberflöte79]
übertragen
Beispiele:
abwertend eine Lüge, Gerüchte in die Welt setzen (= eine Lüge, Gerüchte in Umlauf bringen)
umgangssprachlich einen Streit aus der Welt schaffen, räumen (= bereinigen, beseitigen)
5.
abgeblasst
a)
nur im Singular
dient der Verstärkung
Beispiele:
keine Macht der Welt kann ihn von ihr trennen
salopp um alles in der Welt, nur das nicht!
salopp du darfst jetzt um alles in der Welt nicht aufgeregt sein
salopp ich bitte darum um alles in der Welt
salopp um alles in der Welt, was sollen wir jetzt machen?
nichts in der Welt schien ihm jetzt wichtiger
um nichts in der Welt, um keinen Preis der Welt würde er sich von dem Bild trennen
das Dümmste von der Welt tun
etw. ist das Selbstverständlichste von der Welt
du bist doch der beste Mensch (von) der Welt!
Ich habe schon als Kind nichts auf der Welt so gehaßt wie Befehle [RauchfußSchles. Himmelreich112]
b)
nur im Singular in Fragesätzen
umgangssprachlich Fragepron. + ›in aller Weltdrückt Verwunderung, Beunruhigung, Unwillen aus
Beispiele:
wer in aller Welt hat das gesagt?
warum in aller Welt hast du nichts davon erzählt?
was in aller Welt willst du noch mehr?
wie in aller Welt war das nur möglich?
wo in aller Welt bist du so lange gewesen? (= Ausruf der bewundernden Überraschung)
alle Welt, das hast du gut gemacht!
c)
dient als Maßstab
α)
nur im Singular
eine Welt von etw.eine große Menge von etw.
Beispiele:
er musste gegen eine Welt von Vorurteilen kämpfen, sah sich einer Welt von Problemen gegenüber
eine ganze Welt von Zweiflern [WerfelBernadette617]
β)
nur im Singular
bezeichnet einen sehr hohen Wert
Beispiele:
nicht um die Welt (= um keinen Preis) gebe ich das her
das kann nicht die Welt kosten (= kann nicht sehr teuer sein)
scherzhaft was kostet die Welt? (= mich kann nichts zurückhalten)
etw. bedeutet jmdm. eine ganze Welt (= sehr viel)
die Bretter, die die Welt bedeuten
γ)
Beispiele:
Welten liegen zwischen uns, trennen uns (= wir sind völlig verschieden, haben völlig verschiedene Ansichten)
vom Imperialismus trennt uns eine ganze Welt (= trennt uns ungeheuer viel) [Tageszeitung1972]
δ)
umgangssprachlich
Beispiel:
ein Mann von Welt (= Mann, der in seinem Auftreten und im Umgang mit Menschen sehr gewandt und geschickt ist, Weltmann)
6.
Astronomie Universum
Beispiele:
Im Weltall seien viele bewohnte Welten möglich [Urania1973]
Als ich ganz jung war, hielt ich die Mädchen für Wesen aus anderen Welten [H. Mann9,250]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Welt · weltlich · verweltlichen · Umwelt · Weltalter · Weltbürger · Weltmann
Welt f. ‘Erde, Universum, gesamte Realität’, ahd. weralt (8. Jh.), mhd. werlt und (zuerst 12. Jh., später häufiger) welt ‘Zeitalter, die gesamte Schöpfung, Erde als Wohnsitz der Menschen und als Gegensatz zum Meer, Menschheit’, asächs. werold, mnd. werlt, werlde, mnl. wērelt, werlt, nl. wereld, aengl. weorold, wor(o)ld, engl. world, anord. verǫld (wohl entlehnt aus dem Aengl.), schwed. värld (germ. *weraldi-). Es handelt sich um eine Zusammensetzung, deren erstes Glied aus ahd. (8. Jh.), mhd. wer ‘Mann’, asächs. aengl. wer ‘Mann, Mensch’, anord. verr ‘Mann, Ehemann’, got. waír ‘Mann’ (germ. *wera- m. ‘Mensch, Mann’, aus *wira-) besteht, das mit lat. vir ‘Mann, Gatte’, air. fer ‘Mann’ und (langvokalisch) aind. vīráḥ ‘Mann, kraftvoller Mann, Held’, lit. výras ‘Mann, Ehemann’ auf ie. *u̯ī̌ros ‘Mann’, eigentlich ‘der Kräftige’, führt, vielleicht zu der unter ↗Weide (s. d.) genannten Wurzel ie. *u̯ei-, *u̯eiə- ‘auf etw. losgehen’, auch ‘kräftig sein’ gehörig. Das Grundwort besteht aus dem (mit unterschiedlicher Stammbildung) in aengl. ieldo ‘Zeitalter, -raum, Lebenszeit, Alter’ (Plur. ielde ‘Leute’), anord. ǫld ‘Lebenszeit, Zeitalter, Menschen’, got. alds ‘Menschenalter, Zeit’ überlieferten Substantiv, das zu der unter ↗alt und ↗Alter (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’ gehört. Ahd. weralt übersetzt lat. saeculum ‘Geschlecht, Zeitalter, Zeit, Zeitgeist, Jahrhundert’, kirchenlat. ‘Welt, irdisches (sündiges) Leben’ und lat. mundus ‘Welt, Weltordnung, Weltall’ und entwickelt so bereits die Bedeutungen ‘Zeitalter, Menschen-, Weltalter, Zeitlichkeit, Kreis der Erdbewohner, Außenwelt, Erdkreis, Schöpfung’. Naturwissenschaftliche Betrachtungsweise erweitert in spätmhd. Zeit (14. Jh.) den Anwendungsbereich um ‘Makrokosmos, Universum’ sowie ‘Mikrokosmos, die kleine Welt des Menschen’. Dazu stellt sich in übertragenem Gebrauch Welt als Bezeichnung für einen ‘umfassenden geistigen Bereich’ (14. Jh., geläufig besonders seit dem 18. Jh., vgl. Fügungen wie eine Welt von Begriffen, der Erinnerungen, von Kenntnissen). Die Verwendung des Wortes im Sinne der christlichen Schöpfungsvorstellung tritt in neuerer Zeit hinter der der modernen Naturwissenschaften zurück. weltlich Adj. ‘die Welt betreffend, ihr angehörend, irdisch, sinnlich’, besonders als Gegenwort zu geistlich, kirchlich, himmlisch (‘jenseitig’), ahd. weraltlīh ‘zeitlich, irdisch, dem Laienstand gemäß, weltzugewandt’ (9. Jh.), mhd. werltlich, weltlich ‘zur Welt, zum Leben gehörend, weltlich gesinnt’, Übersetzungswort für lat. mundānus ‘zur Welt gehörig’ und saeculāris ‘zeitlich, weltlich, heidnisch’. verweltlichen Vb. ‘sich der Welt zuwenden’ (17. Jh.), ‘weltlicher Verwaltung unterstellen (von Kirchenbesitz), säkularisieren’ (19. Jh.). Umwelt f. ‘Umgebung des Menschen (Land, Leute)’. Da zuerst (1800) in einem dt. verfaßten Gedicht des Dänen Baggesen auftretend, ist vielleicht gleichbed. dän. omverden vorauszusetzen; danach Goethe (1816). Später (um 1870) wird Umwelt Übersetzungswort von ↗Milieu (s. d.) in der Gesellschaftstheorie von Taine. Im biologischen Sinne versteht J. v. Uexküll (1909) unter Umwelt die für ein Lebewesen existierende und auf seine Lebensbedingungen einwirkende Umgebung (zunächst in Hinsicht auf Tiere, dann Menschen). Das Wort Umwelt wird (ca. 1970) als Standardbegriff aufgenommen von der ökologischen Bewegung und steht dort im weitesten Sinne für ‘Natur’, doch im allgemeinen Sprachgebrauch durchaus noch der Erstbedeutung folgend für ‘Dinge, Lebewesen, Vorgänge, die in Kontakt und Wechselbeziehung zum Menschen stehen’. Weltalter n. ‘Zeitalter’ (17. Jh.), ‘weltgeschichtlicher Zeitabschnitt’ (18. Jh.). Weltbürger m. ‘Mensch, der sich als Bürger der gesamten Welt, nicht nur als Bürger eines Staates empfindet’, Übersetzung (17. Jh.) von griech. kosmopolítēs (κοσμοπολίτης), s. ↗Kosmopolit. Dann (18. Jh.) unter Einfluß von frz. cosmopolite als Schlagwort der Aufklärung ‘freier, weltweit (über die nationalen Grenzen hinaus) denkender Mensch, der sich der gesamten Menschheit verpflichtet fühlt’ (besonders seit Wieland); auch ‘Erdenbürger’ (18. Jh.). Weltmann m. ‘Mann mit Weltkenntnis, Erfahrung und gewandten Umgangsformen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.), vgl. Mann von Welt (18. Jh.) nach frz. homme du monde; auch allgemein ‘Mann, der das Leben meistert’ (17. Jh.), älter abschätzig für einen ‘allzu lebenstüchtigen Mann’ (16. Jh.); vgl. ahd. weraltman ‘Bewohner der Erde, Mensch’, abschätzig ‘weltlich gesinnter Mensch, Nichtgeistlicher’ (9. Jh.), mhd. werltman ‘Mensch auf Erden, weltlich gesinnter Mensch’; noch im 17. Jh. bilden Weltmann und Mönch ein Gegensatzpaar.

Thesaurus

Synonymgruppe
Erde · ↗Globus · ↗Terra · Welt  ●  blauer Planet  ugs.
Oberbegriffe
  • kalter Himmelskörper  ●  ↗Planet  Hauptform · ↗Wandelstern  veraltet · Wanderstern  veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Welt · alle Nationalitäten · aus aller Herren Länder · aus aller Welt · von überall
Assoziationen
Synonymgruppe
Diesseits · Welt · irdisches Jammertal (christl.)
Antonyme
  • Welt
Synonymgruppe
Welt · ↗Weltganze

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ende Gott Kind Kultur Land Licht Länder Mensch Rest Sonntag Teil Volk alt ander arabisch bringen dritt frei ganz heil islamisch kommen leben modern neu schaffen schön verändern westlich übrig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Welt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie sollen die Länder heute ihre Stärke in Relation zu der übrigen Welt definieren?
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Aus jeder Ecke der Welt zieht der kalte Duft des Todes durch die Medien an uns vorbei.
Die Zeit, 28.10.1999, Nr. 44
Mit großem Erfolg konzertiert er seither auch in anderen Teilen der Welt.
o. A.: G. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 3814
In anderen Teilen der Welt blieb die Entwicklung gegenüber dem Orient zurück.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 4386
Der Akt war geschlossen, und niemand hatte Lust, darauf zurückzukommen; eine Frage war aus der Welt geschafft, die ihren kirchenpolitischen Sinn längst verloren hatte.
Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 25809
Zitationshilfe
„Welt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Welt>, abgerufen am 22.03.2019.

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