Weltsicht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weltsicht · Nominativ Plural: Weltsichten
Aussprache [ˈvɛltzɪçt]
Worttrennung Welt-sicht
Wortzerlegung Welt Sicht
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Erklärungs- bzw. Deutungsmuster für bestimmte Phänomene; subjektiv geprägte Wahrnehmung der Welt
siehe auch Weltanschauung
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: eine Weltsicht verbreiten, vermitteln, darlegen, offenbaren, teilen, entwickeln, ändern, erklären, kritisieren
in Präpositionalgruppe/-objekt: Einblick in seine Weltsicht [geben]; etw. passt in jmds. Weltsicht
mit Genitivattribut: die Weltsicht des Autors, Menschen
als Genitivattribut: die Art, Bestätigung der Weltsicht
Beispiele:
Ein [Software-]Entwickler hat […] eine völlig andere Weltsicht als etwa ein Schuhhändler. Dementsprechend ist auch manche Software nicht unbedingt geeignet, die Welt eines Schuhhändlers zu bereichern. Entwickler können sich die Umstände, unter denen die Programme eingesetzt werden, schlichtweg nicht vorstellen. Umgebungslärm und Beanspruchung durch Kunden, so etwas kann der Programmierer nicht einschätzen. [C’t, 1999, Nr. 25]
Das Erzbistum Köln ist mit seinen 1,9 Millionen Gläubigen das mitgliederstärkste in Deutschland. Der rheinische Katholizismus ist traditionell das, was man heute ambiguitätstolerant nennt: Er kann sehr verschiedene Weltsichten und sehr unterschiedliche Menschen nebeneinander stehen lassen, die Strenggläubigen und die Linkskatholiken wie einst Heinrich Böll. Leben und leben lassen. [Süddeutsche Zeitung, 15.03.2021]
Immer mehr Eltern sind vom Lernmodell Waldorf überzeugt – mit der teils kruden Weltsicht des Schulgründers Rudolf Steiner, des Gurus der Anthroposophen, haben die meisten allerdings wenig gemein. [Der Spiegel, 30.08.2004 (online)]
Er [Albert Einstein] bat [den Architekten Erich] Mendelsohn, ein Observatorium zu entwerfen, den Einsteinturm in Potsdam, der die Relativitätstheorie wenn nicht beweisen, so doch illustrieren sollte. Eine hingeknetete bewegte Form, in der die Grenze zwischen innen und außen, Wand und Decke, zwischen Raum und Zeit verschwimmt. Über Nacht wurde dieser Turm zum Sinnbild einer neuen Weltsicht und machte aus Mendelsohn den begehrtesten Architekten der Weimarer Republik. [Die Zeit, 10.02.2000]
Die Geiselnehmer […] weisen zwar auf tatsächlich vorhandene Schwachstellen in Politik und Gesellschaft Perus hin, aber mit Methoden, die nicht toleriert werden dürfen. Sie sind auch keine breite Massenbewegung, sondern in Wahrheit eine winzig kleine Terrorgruppe, die vom Koka‑Anbau lebt und die den Peruanern ihre linksrevolutionäre Weltsicht aufdrängen will. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.1996]

letzte Änderung:

Thesaurus

Geisteswissenschaften
Synonymgruppe
(jemandes) Sicht der Dinge · Auffassung vom Leben · Denkungsart · Denkweise · Geisteshaltung · Gesinnung · Grundeinstellung · Grundhaltung · Grundüberzeugung · Ideologie · Philosophie · Sinnesart · Weltanschauung · Weltauffassung · Weltbild · Weltsicht · Weltverständnis · Wertauffassung · geistiger Standort · ideologischer Standort · wes Geistes Kind  ●  welches Sinnes  veraltet · wes Sinnes  veraltet · (die Art) wie jemand gestrickt ist  ugs., fig. · (die Art) wie jemand tickt  ugs., fig. · Denke  ugs. · aus welchem Holz jemand geschnitzt ist  ugs., fig. · welchen Sinnes  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Weltsicht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weltsicht‹.

Zitationshilfe
„Weltsicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weltsicht>.

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