Wenzel, der

GrammatikEigenname (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wenzels · Nominativ Plural: Wenzel
Aussprache
WorttrennungWen-zel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wenzel‹ als Letztglied: ↗Lausewenzel · ↗Scharwenzel
eWDG, 1977

Bedeutung

landschaftlich Spielkarte mit dem Zahlenwert 2, Bube, Unter
Beispiel:
er hatte drei Wenzel in seiner Karte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scharwenzel · Wenzel · scharwenzeln · Scharwenzler
Scharwenzel älter Scherwenzel m. ‘Bube, Unter, Junge’ (im Kartenspiel), daher auch eine Art Kartenspiel, übertragen ‘dienstbeflissener Mensch, Allerweltsdiener’ (Mitte 18. Jh.); wohl Entlehnung (Mitte 17. Jh.) in der Oberlausitz aus tschech. (mundartlich) červenc ‘Unter aller Farben’ (eigentlich ‘roter Unter, Herzbube’), z. B. in dem alten tschechischen Hasardkartenspiel Straschak, abgeleitet von tschech. červený ‘rot’. Der dt. Ausdruck steht unter dem Einfluß von Wenzel m. ‘Unter, Bube, Junge’ (für die vier höchsten Trümpfe beim Skat), nach dem Männernamen Wenzel, dem böhmischen Nationalheiligen (ahd. Wenzil, mhd. Wenzel), aus atschech. *Vęceslav (latinisiert Venceslaus), tschech. Václav (s. ↗Fatzke). scharwenzeln Vb. (landschaftlich auch scherwenzeln) ‘das Kartenspiel Scharwenzel spielen’ (Ende 17. Jh.), auch ‘sich durch Dienstbeflissenheit angenehm zu machen suchen, liebedienern, übereifrig den Hof machen’; diese Bedeutung (wie auch ‘dienstbeflissener Mensch’, s. oben) entwickelt sich wohl unter dem Einfluß von ↗schwänzeln ‘geziert einherstolzieren, jmdn. umschmeicheln’ (s. d.), vielleicht mit volksetymologischer Anlehnung an frz. cher ‘teuer, lieb’. Scharwenzler m. ‘wer durch Dienstbeflissenheit auffallen will’ (Anfang 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Denkmal Statue geboren heilig stotternd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wenzel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Davor war ich dreieinhalb Jahre mit Mark Wenzel zusammen, und den Namen kennt heute kaum jemand.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2003
Die Gäste fragten; Wenzel empfand manche Fragen offenkundig als besserwisserisch.
Die Zeit, 08.08.1986, Nr. 33
Für die Zeit Wenzels liegt uns keine neue Arbeit vor.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1937, S. 225
Mit dem Detail des Unterrichts befaßte Wenzel sich gar nicht gern.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Oft möchte ich wissen, wo Inge Wenzel geboren und aufgewachsen ist.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 119
Zitationshilfe
„Wenzel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wenzel>, abgerufen am 19.10.2019.

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