Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Werbewirtschaft, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Werbewirtschaft · Nominativ Plural: Werbewirtschaften · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈvɛʁbəˌvɪʁtʃaft]
Worttrennung Wer-be-wirt-schaft
Wortzerlegung werben Wirtschaft
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

Gesamtheit der Werbung (2) treibenden Einrichtungen und Unternehmen (besonders Werbeagenturen)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die heimische, weltweite, globale Werbewirtschaft
in Koordination: die Verleger, Medien, die Industrie, die Unternehmen und die Werbewirtschaft
als Genitivattribut: der Verband, der Vertreter, die Kunden, die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft
Beispiele:
Immer mehr Leser und Zuschauer informieren sich im Internet, die Werbewirtschaft folgt ihnen dorthin. Online‑Werbung, die seinerzeit noch kaum eine Rolle spielte, steht nach Daten des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft mittlerweile für rund zehn Prozent aller Branchenerlöse. [Der Standard, 12.07.2015]
In Berlin […] haben sich vor geraumer Zeit Politik und Werbewirtschaft zusammengetan, um ein neues Leitbild für die Hauptstadt zu entwickeln. […] das bisherige Motto »be Berlin« war schlichtweg nicht mehr zu halten. Viel zu viele Menschen wollten Berlin sein, was die Partyszene und überhaupt den Tourismus beflügelt hat, den tendenziell missmutigen, wenn nicht gar latent grundaggressiven Berlinern aber die Freude an ihrer Stadt verhagelt hat. [Süddeutsche Zeitung, 03.09.2020]
Eine Frechheit ist […], dass zahlreiche Sendungen, die besonders beim älteren Publikum beliebt waren, vom Bildschirm verbannt wurden. Sind denn die über 30 Millionen Zuschauer, die älter als 50 Jahre sind, abgeschrieben, nur weil sie angeblich nicht zur Zielgruppe der Werbewirtschaft gehören? Völlig unverständlich, denn nicht das junge Publikum ist am zahlungskräftigsten, sondern die Älteren haben das meiste Geld. [Bild am Sonntag, 07.04.2002]
In Deutschland ist Spam aufgrund des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb verboten. Einschlägige Gerichtsurteile legen dieses Gesetz sehr weit zugunsten des umworbenen Konsumenten aus […]. Auch die deutsche Werbewirtschaft lehnt Spam grundsätzlich ab. [C’t, 2001, Nr. 15]
Mehr als 1,8 Millionen Menschen sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Für die Werbewirtschaft eine interessante Klientel, gelten doch die 19‑ bis 29jährigen als besonders konsumfreudig. Als angehende Akademiker werden viele von ihnen vielleicht schon morgen zur einkommensstärksten Bevölkerungsgruppe gehören. So füllen Jeanshersteller und Mobilnetzbetreiber, Brauereien und Autofirmen die zahlreichen Anzeigenseiten der Hochschulmagazine. [Die Zeit, 05.12.1997]
Acht Prozent Ausgabenrückgang in den sieben wichtigsten Werbemärkten prognostiziert Adam Smith, Chef des Wissensmanagements bei Zenith Media in London, für dieses Jahr. Im nächsten Jahr soll es um fünf Prozent weiter bergab gehen. Einen Niedergang wie zuletzt bei der Großen Depression in den 30er‑Jahren. Während den bisher wachsenden Werbewirtschaften Südeuropas der Einbruch noch bevorstehe, erwartet Werbeforscher Smith, dass in den nordeuropäischen Ländern dann allmählich die Talsohle erreicht sei. [Welt am Sonntag, 07.10.2001] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Werbebranche · Werbebusiness · Werbeindustrie · Werbewirtschaft  ●  Werbung  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Werbewirtschaft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Werbewirtschaft‹.

Zitationshilfe
„Werbewirtschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Werbewirtschaft>.

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