Werbung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Werbung · Nominativ Plural: Werbungen
Aussprache
WorttrennungWer-bung (computergeneriert)
Wortzerlegungwerben-ung
Wortbildung mit ›Werbung‹ als Erstglied: ↗Werbungskosten  ·  mit ›Werbung‹ als Letztglied: ↗Absatzwerbung · ↗Anzeigenwerbung · ↗Außenwerbung · ↗Bandenwerbung · ↗Brautwerbung · ↗Direktwerbung · ↗Displaywerbung · ↗Dressenwerbung · ↗Eigenwerbung · ↗Einführungswerbung · ↗Erinnerungswerbung · ↗Fernsehwerbung · ↗Gemeinschaftswerbung · ↗Imagewerbung · ↗Kundenwerbung · ↗Leserwerbung · ↗Liebeswerbung · ↗Lockvogelwerbung · ↗Luftwerbung · ↗Mitgliederwerbung · ↗Online-Werbung · ↗Onlinewerbung · ↗Plakatwerbung · ↗Postwerbung · ↗Produktwerbung · ↗Radiowerbung · ↗Rundfunkwerbung · ↗Schleichwerbung · ↗Sichtwerbung · ↗Suggestivwerbung · ↗Tabakwerbung · ↗Telefonwerbung · ↗Trikotwerbung · ↗Unterbrecherwerbung · ↗Wahlwerbung · ↗Wirtschaftswerbung · ↗Zeitungswerbung · ↗Zigarettenwerbung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
das Gewinnen, Werben
a)
nur im Singular
entsprechend der Bedeutung von werben (Lesart 1 a)
Beispiele:
die Werbung neuer Leser, Abonnenten, Kunden, Mitglieder
die Werbung von Söldnern, Fremdenlegionären
b)
das Bemühen, die Gunst einer Person, besonders die Liebe einer Frau, zu erringen
Beispiele:
sie gab seinen stürmischen Werbungen nach
ein Mädchen ... das er als Jüngling wohl ein Jahr lang mit brennender Werbung verfolgt hatte [Hesse3,376]
veraltet Heiratsantrag
Beispiele:
sie schlug seine Werbung aus, nahm seine Werbung an
dreimal brachte er seine Werbung vergeblich an
seine Werbung um die Tochter wurde von den Eltern abgelehnt
2.
nur im Singular
bewusste, zielgerichtete Beeinflussung von Menschen, um ihr Interesse für bestimmte Waren, Dienstleistungen zu gewinnen
Beispiele:
die Werbung für die Einführung neuer Erzeugnisse
er arbeitet in der Werbung, hat auf dem Gebiet der Werbung große Erfahrungen
die Werbung für Tabakprodukte ist verboten
die Werbung für einen neuen Film, ein neues Buch
eine gute, schlechte, individuelle Werbung betreiben
3.
Werbeabteilung
Beispiel:
die (Abteilung) Werbung befindet sich im ersten Stockwerk des Hauses
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werben · Werbung · bewerben · erwerben · Erwerb
werben Vb. ‘jmdn. zu gewinnen suchen, Reklame machen’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. (h)werban ‘sich drehen, wenden, umkehren, einhergehen, sich bemühen’ (8. Jh.), mhd. werben, werven ‘bewegen, drehen, sich bemühen, tätig sein, sich bewerben, ausrichten, betreiben’, asächs. hwerƀan ‘hin und her gehen, wandeln, sich wohin wenden’, mnd. werven, warven ‘sich drehen, tätig sein, betreiben, ausrichten, vollführen’, mnl. werven, warven ‘drehen, entstehen, zunehmen, bewirken, tun, anwerben’, nl. werven, aengl. hweorfan ‘drehen, wenden’, anord. hverfa ‘sich wenden, gehen, fahren’, schwed. värva ‘(an)werben’, got. ƕaírban ‘wandeln’ (germ. *hwerban) läßt sich vielleicht mit aind. śū́rpam ‘Getreideschwinge, Korb zum Worfeln des Getreides’, griech. karpós (καρπός) ‘Handwurzel’, kýrbis (κύρβις) ‘drehbarer Pfeiler mit Gesetzestafeln’ vergleichen und auf ie. *ku̯erp- ‘sich drehen’ zurückführen (s. auch ↗Werft und ↗Wirbel). Bei der Bedeutungsentwicklung ist von ‘(sich) drehen’ auszugehen, das über ‘sich hin und her bewegen, geschäftig sein’ bereits früh die noch heute üblichen Verwendungen ‘sich um etw., jmdn. bemühen, zu erreichen, erlangen suchen, jmdn. für einen Dienst, eine Arbeit, ein Amt gewinnen wollen’ entwickelt; vgl. ‘Soldaten anwerben’ (17. Jh.), ‘Reklame machen’ (Ende 19. Jh.). Werbung f. ‘Bemühung um die Gunst einer Person, militärische Anwerbung, Propaganda’, mhd. werbunge ‘Wirbel, Umkreis, Kreislauf, das Tun, Tätigkeit’; in der Bedeutung ‘kaufmännische Anpreisung’ (Anfang 20. Jh.) älteres Reklame ablösend. bewerben Vb. reflexiv ‘sich (um eine Stelle) bemühen’, ahd. bi(h)werban ‘vollbringen, sich bemühen, vermeiden, umgehen’ (8. Jh.), mhd. bewerben ‘erwerben, anwerben’. erwerben Vb. ‘erlangen, in den Besitz von etw. kommen’, ahd. ir(h)werban ‘durch Bemühung erlangen’ (8. Jh.), mhd. erwerben ‘durch tätiges Handeln zu Ende bringen, ausrichten, erlangen, gewinnen’. Erwerb m. ‘Anschaffung, Kauf, Verdienst, Beruf’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Reklame · Werbung  ●  ↗Publicity  engl.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Design Einnahme Fernsehen Internet Marketing Medium Produkt Sache Sponsoring Verkaufsförderung Vertrieb Werbung aggressiv ausgeben betreiben finanzieren gezielt irreführend klassisch kommerziell kostenlos schalten suggerieren unerwünscht unterbrechen untersagen unzulässig verbieten vergleichend Öffentlichkeitsarbeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Werbung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach 40 Jahren steht die zentrale Werbung für die deutschen Bauern vor dem Aus.
Die Zeit, 12.01.2009 (online)
Die bunten Lichter gehen aus und die Werbung fängt an.
Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 85
Die Ideen für diese spielerische Werbung kamen nicht nur aus der Redaktion selbst.
Tippach-Schneider, Sabine: Das große Lexikon der DDR-Werbung, Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002, S. 106
Ich habe auf strikteste Anordnung des Führers die Werbung ausländischer Arbeiter, das ist richtig, in mein Programm aufnehmen müssen.
o. A.: Einhundertzweiundvierzigster Tag. Donnerstag, 30. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 30183
Als er abgewiesen wird, versucht er seine Werbung bei ihrer Schwester.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 33
Zitationshilfe
„Werbung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Werbung>, abgerufen am 23.03.2019.

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