Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Werbung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Werbung · Nominativ Plural: Werbungen
Aussprache 
Worttrennung Wer-bung
Wortzerlegung werben -ung
eWDG

Bedeutungen

1.
das Gewinnen, Werben
a)
entsprechend der Bedeutung von werben (1 a)
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Werbung neuer Leser, Abonnenten, Kunden, Mitglieder
die Werbung von Söldnern, Fremdenlegionären
b)
das Bemühen, die Gunst einer Person, besonders die Liebe einer Frau, zu erringen
Beispiele:
sie gab seinen stürmischen Werbungen nach
ein Mädchen … das er als Jüngling wohl ein Jahr lang mit brennender Werbung verfolgt hatte [ Hesse3,376]
veraltet Heiratsantrag
Beispiele:
sie schlug seine Werbung aus, nahm seine Werbung an
dreimal brachte er seine Werbung vergeblich an
seine Werbung um die Tochter wurde von den Eltern abgelehnt
2.
bewusste, zielgerichtete Beeinflussung von Menschen, um ihr Interesse für bestimmte Waren, Dienstleistungen zu gewinnen
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Werbung für die Einführung neuer Erzeugnisse
er arbeitet in der Werbung, hat auf dem Gebiet der Werbung große Erfahrungen
die Werbung für Tabakprodukte ist verboten
die Werbung für einen neuen Film, ein neues Buch
eine gute, schlechte, individuelle Werbung betreiben
3.
Werbeabteilung
Beispiel:
die (Abteilung) Werbung befindet sich im ersten Stockwerk des Hauses
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werben · Werbung · bewerben · erwerben · Erwerb
werben Vb. ‘jmdn. zu gewinnen suchen, Reklame machen’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. (h)werban ‘sich drehen, wenden, umkehren, einhergehen, sich bemühen’ (8. Jh.), mhd. werben, werven ‘bewegen, drehen, sich bemühen, tätig sein, sich bewerben, ausrichten, betreiben’, asächs. hwerƀan ‘hin und her gehen, wandeln, sich wohin wenden’, mnd. werven, warven ‘sich drehen, tätig sein, betreiben, ausrichten, vollführen’, mnl. werven, warven ‘drehen, entstehen, zunehmen, bewirken, tun, anwerben’, nl. werven, aengl. hweorfan ‘drehen, wenden’, anord. hverfa ‘sich wenden, gehen, fahren’, schwed. värva ‘(an)werben’, got. ƕaírban ‘wandeln’ (germ. *hwerban) läßt sich vielleicht mit aind. śū́rpam ‘Getreideschwinge, Korb zum Worfeln des Getreides’, griech. karpós (καρπός) ‘Handwurzel’, kýrbis (κύρβις) ‘drehbarer Pfeiler mit Gesetzestafeln’ vergleichen und auf ie. *ku̯erp- ‘sich drehen’ zurückführen (s. auch Werft und Wirbel). Bei der Bedeutungsentwicklung ist von ‘(sich) drehen’ auszugehen, das über ‘sich hin und her bewegen, geschäftig sein’ bereits früh die noch heute üblichen Verwendungen ‘sich um etw., jmdn. bemühen, zu erreichen, erlangen suchen, jmdn. für einen Dienst, eine Arbeit, ein Amt gewinnen wollen’ entwickelt; vgl. ‘Soldaten anwerben’ (17. Jh.), ‘Reklame machen’ (Ende 19. Jh.). Werbung f. ‘Bemühung um die Gunst einer Person, militärische Anwerbung, Propaganda’, mhd. werbunge ‘Wirbel, Umkreis, Kreislauf, das Tun, Tätigkeit’; in der Bedeutung ‘kaufmännische Anpreisung’ (Anfang 20. Jh.) älteres Reklame ablösend. bewerben Vb. reflexiv ‘sich (um eine Stelle) bemühen’, ahd. bi(h)werban ‘vollbringen, sich bemühen, vermeiden, umgehen’ (8. Jh.), mhd. bewerben ‘erwerben, anwerben’. erwerben Vb. ‘erlangen, in den Besitz von etw. kommen’, ahd. ir(h)werban ‘durch Bemühung erlangen’ (8. Jh.), mhd. erwerben ‘durch tätiges Handeln zu Ende bringen, ausrichten, erlangen, gewinnen’. Erwerb m. ‘Anschaffung, Kauf, Verdienst, Beruf’ (17. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Absatzförderung · Reklame  ●  Publicity  engl., Jargon · Werbung  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
Werbebranche · Werbebusiness · Werbeindustrie · Werbewirtschaft  ●  Werbung  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Werbung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Werbung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Werbung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er abgewiesen wird, versucht er seine Werbung bei ihrer Schwester. [Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 33]
Dafür hatte aber die Werbung, wenn man beim obigen Angebot von einer solchen sprechen will, fast gar nichts gekostet. [Reklame-Praxis, 1928, Nr. 9, Bd. 4]
Bisher haben wir allgemein von der Werbung des Mannes gesprochen. [Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1927], S. 105]
In gewisser Weise hat sie heutige Werbung in die Stadt zurückgeholt. [o. A.: Lexikon der Kunst - W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31337]
Ja, gut, ich bin da jetzt nicht orientiert, aber machen Sie nur fleißig Werbung. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Werbung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Werbung>.

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