Werkzeugmacher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Werkzeugmachers · Nominativ Plural: Werkzeugmacher
Aussprache [ˈvɛʁkʦɔɪ̯kˌmaχɐ]
Worttrennung Werk-zeug-ma-cher
Wortzerlegung Werkzeug machen -er
Wortbildung  mit ›Werkzeugmacher‹ als Erstglied: Werkzeugmacherei
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
veraltet, umgangssprachlich Berufsbezeichnung   Handwerker, Facharbeiter, der Werkzeuge herstellt
Synonym zu WerkzeugmechanikerDWDS
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein gelernter, geschickter, arbeitsloser, einstiger Werkzeugmacher
als Akkusativobjekt: Werkzeugmacher lernen
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Ausbildung zum Werkzeugmacher [absolvieren]
in Koordination: Dreher, Fräser, Schlosser und Werkzeugmacher
als Genitivattribut: der Beruf des Werkzeugmachers
Beispiele:
Der Werkzeugmacher stellt moderne und leistungsfähige Fertigungsmittel wie Schneid‑, Form‑, Gesenk‑ und Blechformwerkzeuge, Vorrichtungen und Prüfmittel her und hält sie instand. [Berliner Zeitung, 11.07.1989]
Hans war 19, als er merkte, dass er in Zweibrücken nicht das erreichen konnte, wovon er träumte – Freiheit und Wohlstand. Hans hatte eine ruhige Hand und eine Berufsausbildung als Werkzeugmacher. Er kaufte eine Schiffspassage nach New York und blieb. 44 Jahre lang stellte er Präzisionsinstrumente für die Schifffahrt her. [Welt am Sonntag, 19.05.2019]
Manche Berufe haben sich […] gemeinsam mit der Technik weiterentwickelt. Aus dem Werkzeugmacher ist heute der Feinwerkmechaniker geworden, der Hochleistungswerkzeuge für Industrieroboter anfertigt. Aus dem Drucker, der noch Setzkästen verwendete, der Drucker, der mit Digitaltechnik arbeitet. [Süddeutsche Zeitung, 18.04.2015]
Die ehemals eigenständigen Berufe Dreher, Feinmechaniker, Werkzeugmacher und Maschinenbaumechaniker bilden heute die Spezialisierungsrichtungen. So stellen Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Maschinenbau einzelne Maschinenteile und sogar ganze Produktionssysteme wie Montageeinrichtungen für die Automobilindustrie her. Wer sich auf Werkzeugbau spezialisiert hat, produziert und repariert Spezialwerkzeuge wie Messgeräte oder chirurgische Instrumente. Zerspanungstechniker dagegen sind Experten fürs Drehen und Fräsen. [Die Zeit, 15.11.2011]
Sicher, sie [die neuen Auszubildenden] werden nun nicht mehr zum Mechaniker, Schlosser, Dreher oder Werkzeugmacher, sondern zum Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker oder Werkzeugmechaniker ausgebildet. Doch hinter diesen neuen Berufsbezeichnungen verbirgt sich weit mehr als eine bloße Namensänderung. Der künftige Industriemechaniker zum Beispiel hat völlig andere Aufgaben zu erfüllen als der Mechaniker alter Prägung. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.1987]
Die Veränderung von Arbeitsinhalten durch neue Produktionskonzepte hat bereits zu völlig veränderten Anforderungen in den Betrieben geführt: Der Werkzeugmacher überwacht jetzt die automatischen Werkzeugmaschinen, die er zum Teil selbst programmiert, und er ist für ihre Wartung zuständig. Der Konstrukteur verbringt einen großen Teil seiner Arbeitszeit am Bildschirm. [Die Zeit, 07.11.1986]
2.
Frühmensch, der einfache Werkzeuge fertigteDWDS
Beispiele:
Die Affen hatten die Zweige zuvor abgebrochen und setzten sie offensichtlich gezielt als Werkzeuge ein: Sie bohrten die Stöcke in den Bau, zogen sie wieder heraus und leckten die daran haftenden Insekten ab. Bis dahin hatten Anthropologen den Menschen als »Werkzeugmacher« definiert und in dieser Fähigkeit den entscheidenden Unterschied zum Tier gesehen. Mittlerweile haben Verhaltensforscher noch viel mehr Aspekte gefunden, in denen Schimpansen und andere Primaten dem Menschen erstaunlich ähnlich sind. [Süddeutsche Zeitung, 14.11.2020]
Und wenn man das Rift Valley hinabreist, stößt man im Norden Tansanias in der Olduvai‑Schlucht auf die ältesten Steinwerkzeuge und auf frühe Überreste der Gattung Homo. Als Hommage an diesen Ort ließ Stanley Kubrick den Beginn seines Films »2001: Odyssee im Weltraum« in der Olduvai‑Schlucht spielen, ein schwarzer, außerirdischer Monolith führt zu einer Veränderung der Vormenschen und lässt sie zu Jägern und Werkzeugmachern werden. [Süddeutsche Zeitung, 12.05.2018]
Der afrikanische Ursprung des Menschen begann mit der Entstehung der ersten aufrecht gehenden, aber sonst menschenaffenähnlichen Vormenschen. Diese erschienen vor weit über sechs Millionen Jahren im tropischen Afrika. Spätestens vor zwei Millionen Jahren verließ der frühe Homo erectus (der sogenannte Werkzeugmacher Homo ergaster) oder ein später Homo rudolfensis zum ersten Mal den afrikanischen Kontinent. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2003]
War der Neanderthaler [sic!] ein geschickter Werkzeugmacher? Wo und wann ist er dem modernen Menschen begegnet? Wie ging das Treffen aus? Und warum mußte der stämmige Urmensch schließlich dem Homo sapiens sapiens weichen? [Die Zeit, 25.03.1999]
Flintsteine, vor zwei Millionen Jahren in Nordkenia benutzt, sind nach Aussage des US‑Anthropologen Nicholas Toth nur zu 57 Prozent von Rechtshändern hergestellt worden. Andere prähistorische Werkzeugmacher, vor 250.000 Jahren in Spanien tätig, entpuppten sich nach Analysen zu 61 Prozent als Rechtshänder. Erst der kulturelle Fortschritt im Jungpaläolithikum (40.000 bis 10.000 Jahre vor Christus) hat möglicherweise den Siegeszug der Rechtshänder ausgelöst. [Der Spiegel, 11.09.1989]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Werkzeugmacher · Werkzeugmechaniker  ●  Facharbeiter für Fertigungsmittel  DDR
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Werkzeugmacher‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Werkzeugmacher‹.

Zitationshilfe
„Werkzeugmacher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Werkzeugmacher>.

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