Wermut, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wermut(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungWer-mut (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wermut‹ als Erstglied: ↗Wermutextrakt · ↗Wermutstropfen · ↗Wermuttee · ↗Wermutwein
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
gelbblühender, bitter schmeckender Korbblütler, der in der Natur an Zäunen, Mauern und Wegrändern wächst und als Heilpflanze bei Verdauungsstörungen verwendet wird
Beispiel:
einen Tee aus Wermut kochen
gehoben, übertragen Bitternis, Bitterkeit
Beispiele:
Wermut in den Freudenbecher schütten
das Ereignis war ein Tropfen Wermut in dem Becher ihrer Freude
2.
Wermutwein
Beispiele:
einen Wermut bestellen, einschenken
er trank zwei Wermut, zwei Gläser Wermut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wermut m. nur westgerm. bezeugter Name der bitter schmeckenden Pflanze, ahd. wer(i)muota f. (8. Jh.), wermuot m. (Hs. 12. Jh.), mhd. wermuot(e), wermüete f., mnd. wermōde, wermede f., asächs. wermōda f., mnl. wermoede f., aengl. wermōd, wormōd m. Herkunft nicht geklärt. Er ist volksetymologisch sowohl an warm (vgl. die wärmende Wirkung des Wermutabsuds) als auch an Wurm (Verwendung als Wurmmittel, vgl. mundartlich Wurmtod, 18. Jh., sowie engl. wormwood) angelehnt worden. Seit dem 16. Jh. setzt sich maskulines Genus durch. Als Bezeichnung für den mit Wermut angesetzten Wein (1. Hälfte 19. Jh.) wohl aus Wermutwein (15. Jh.) gekürzt.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Wermut  ●  Vermouth  engl.
Oberbegriffe
Botanik
Synonymgruppe
Alsem · Artemisia absinthium · Bitterer Beifuß · Gemeiner Wermut · Wermut · Wermutkraut
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Wermut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anis Fenchel Gin Glas Sherry Wehmut Wein Weißwein Whisky Wodka Zinnkraut gießen schmecken trinken trocken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wermut‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wermut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dies ist nur ein kleiner Tropfen Wermut in der sehenswerten Schau.
Der Tagesspiegel, 27.03.2004
Ich glaube, die Historiker sind den Polen einen Tropfen Wermut schuldig.
Die Zeit, 15.04.1988, Nr. 16
Es wird ihnen ein Glas Sherry oder Wermut, auch Wein oder Sekt gereicht.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 229
Tee mit Kuchen - dann Wermut - gegen zwölf eine wirkliche Bowle.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 191
Wermut kann auch zu einer Tinktur verwendet werden, die sehr lange hält, ohne zu verderben.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 296
Zitationshilfe
„Wermut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wermut>, abgerufen am 29.01.2020.

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