Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wermut, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wermut(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Wer-mut
Häufige Falschschreibung Wehrmut
Wortbildung  mit ›Wermut‹ als Erstglied: Wermutbecher · Wermutbruder · Wermutextrakt · Wermutschwester · Wermutstropfen · Wermuttee · Wermutwein
eWDG

Bedeutungen

1.
gelbblühender, bitter schmeckender Korbblütler, der in der Natur an Zäunen, Mauern und Wegrändern wächst und als Heilpflanze bei Verdauungsstörungen verwendet wird
Beispiel:
einen Tee aus Wermut kochen
gehoben, übertragen Bitternis, Bitterkeit
Beispiele:
Wermut in den Freudenbecher schütten
das Ereignis war ein Tropfen Wermut in dem Becher ihrer Freude
2.
Wermutwein
Beispiele:
einen Wermut bestellen, einschenken
er trank zwei Wermut, zwei Gläser Wermut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wermut m. nur westgerm. bezeugter Name der bitter schmeckenden Pflanze, ahd. wer(i)muota f. (8. Jh.), wermuot m. (Hs. 12. Jh.), mhd. wermuot(e), wermüete f., mnd. wermōde, wermede f., asächs. wermōda f., mnl. wermoede f., aengl. wermōd, wormōd m. Herkunft nicht geklärt. Er ist volksetymologisch sowohl an warm (vgl. die wärmende Wirkung des Wermutabsuds) als auch an Wurm (Verwendung als Wurmmittel, vgl. mundartlich Wurmtod, 18. Jh., sowie engl. wormwood) angelehnt worden. Seit dem 16. Jh. setzt sich maskulines Genus durch. Als Bezeichnung für den mit Wermut angesetzten Wein (1. Hälfte 19. Jh.) wohl aus Wermutwein (15. Jh.) gekürzt.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Wermut  ●  Vermouth  engl.
Oberbegriffe
Botanik
Synonymgruppe
Alsem · Bitterer Beifuß · Echt-Wermut · Echter Wermut · Gemeiner Wermut · Wermut · Wermutkraut  ●  Artemisia absinthium  fachspr., lat., griechisch
Oberbegriffe
  • Köpfchenblütler · Körbchenblütler  ●  Korbblütler  Hauptform · Asteraceae  fachspr., lat. · Asterngewächse  fachspr. · Compositae  fachspr. · Korbblütengewächse  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wermut‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wermut‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wermut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich glaube, die Historiker sind den Polen einen Tropfen Wermut schuldig. [Die Zeit, 15.04.1988, Nr. 16]
Aber dies ist nur ein kleiner Tropfen Wermut in der sehenswerten Schau. [Der Tagesspiegel, 27.03.2004]
Das tat er gern und oft, unterstützt von diversen Gläsern Wermut. [Die Welt, 14.05.2005]
Es wird ihnen ein Glas Sherry oder Wermut, auch Wein oder Sekt gereicht. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 229]
Wenn da die Redaktion mal nur nicht zum Wermut gegriffen hat. [Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Wermut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wermut>.

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