Wert, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wert(e)s · Nominativ Plural: Werte
Aussprache
Wortbildung mit ›wert‹ als Erstglied: ↗-wertig · ↗Wertarbeit · ↗Wertberichtigung · ↗Wertbestimmung · ↗Wertbeständigkeit · ↗Werteethik · ↗Wertentwicklung · ↗Werterhaltung · ↗Werteskala · ↗Wertethik · ↗Werteverfall · ↗Wertevermittlung · ↗Wertewandel · ↗Wertform · ↗Wertgegenstand · ↗Wertgesetz · ↗Wertgröße · ↗Wertlehre · ↗Wertmaßstab · ↗Wertmesser · ↗Wertminderung · ↗Wertobjekt · ↗Wertpapier · ↗Wertsache · ↗Wertschrift · ↗Wertschöpfung · ↗Wertskala · ↗Wertstoff · ↗Wertstufe · ↗Wertstück · ↗Werturteil · ↗Wertvermittlung · ↗Wertvorstellung · ↗Wertwandel · ↗Wertzoll · ↗Wertänderung · ↗wertbeständig · ↗werteneutral · ↗werteschaffend · ↗wertfrei · ↗wertgemindert · ↗werthaft · ↗werthalten · ↗werthaltig · ↗wertig · ↗wertlos · ↗wertmäßig · ↗wertneutral · ↗wertorientiert · ↗wertschaffend · ↗wertvoll
 ·  mit ›wert‹ als Letztglied: ↗Absolutwert · ↗Aktienwert · ↗Altertumswert · ↗Annäherungswert · ↗Anschaffungswert · ↗Anteilswert · ↗Antiquitätswert · ↗Anwert · ↗Arbeitswert · ↗Auftragswert · ↗Aussagewert · ↗Automobilwert · ↗Autowert · ↗Außenwert · ↗Bahnwert · ↗Bankwert · ↗Barwert · ↗Basiswert · ↗Bauwert · ↗Beobachtungswert · ↗Bestwert · ↗Bildungswert · ↗Blutdruckwert · ↗Blutfettwert · ↗Blutwert · ↗Blutzuckerwert · ↗Bodenwert · ↗Buchwert · ↗Börsenwert · ↗Chemiewert · ↗Cholesterinwert · ↗DAX-Wert · ↗Dax-Wert · ↗Durchschnittswert · ↗Eckwert · ↗Effektivwert · ↗Eigenwert · ↗Einheitswert · ↗Einzelwert · ↗Emissionswert · ↗Endwert · ↗Energiewert · ↗Erfahrungswert · ↗Erinnerungswert · ↗Erkenntniswert · ↗Erklärungswert · ↗Erlebniswert · ↗Erwartungswert · ↗Ewigkeitswert · ↗Exportwert · ↗Extremwert · ↗Farbwert · ↗Feinstaubwert · ↗Finanzwert · ↗Funktionswert · ↗Gebrauchswert · ↗Gefühlswert · ↗Gegenwartswert · ↗Gegenwert · ↗Geldwert · ↗Gesamtwert · ↗Gesundheitswert · ↗Grenzwert · ↗Grundstückswert · ↗Grundwert · ↗Handelswert · ↗Hauptwert · ↗Heizwert · ↗Helligkeitswert · ↗Höchstwert · ↗Immobilienwert · ↗Indexwert · ↗Industriewert · ↗Informationswert · ↗Ist-Wert · ↗Istwert · ↗Katalogwert · ↗Konsumwert · ↗Krumpfwert · ↗Kulturwert · ↗Kundenwert · ↗Kunstwert · ↗Kurswert · ↗Lebenswert · ↗Leistungswert · ↗Liebhaberwert · ↗Markenwert · ↗Marktwert · ↗Materialwert · ↗Maximalwert · ↗Mehrwert · ↗Messwert · ↗Mietwert · ↗Millionenwert · ↗Minderwert · ↗Mindestwert · ↗Minimalwert · ↗Mittelwert · ↗Nachrichtenwert · ↗Nebenwert · ↗Nennwert · ↗Nettowert · ↗Neuigkeitswert · ↗Neuwert · ↗Nominalwert · ↗Normalwert · ↗Normwert · ↗Nutzenwert · ↗Nutzwert · ↗Nährungswert · ↗Nährwert · ↗Optionswert · ↗Orientierungswert · ↗Ozonwert · ↗Parameterwert · ↗Persönlichkeitswert · ↗Pharmawert · ↗Planwert · ↗Prognosewert · ↗Punktwert · ↗Quellenwert · ↗Realwert · ↗Referenzwert · ↗Rekordwert · ↗Richtwert · ↗Rückgabewert · ↗Rückkaufswert · ↗Rückkaufwert · ↗Sachwert · ↗Sammlerwert · ↗Schauwert · ↗Schrottwert · ↗Schwellenwert · ↗Schwellwert · ↗Schätzwert · ↗Seltenheitswert · ↗Sensationswert · ↗Skalenwert · ↗Soll-Wert · ↗Sollwert · ↗Spitzenwert · ↗Standardwert · ↗Startwert · ↗Stellenwert · ↗Streitwert · ↗Symbolwert · ↗Sympathiewert · ↗Sättigungswert · ↗Tauschwert · ↗Taxwert · ↗Technologiewert · ↗Teilwert · ↗Testwert · ↗Tiefstwert · ↗Toleranzwert · ↗Tonwert · ↗Umfragewert · ↗Unternehmenswert · ↗Unwert · ↗Verbrauchswert · ↗Vergleichswert · ↗Verkaufswert · ↗Vermögenswert · ↗Versicherungswert · ↗Vorjahreswert · ↗Vorjahrswert · ↗Vortageswert · ↗Vortagswert · ↗Wachstumswert · ↗Wahrheitswert · ↗Warenwert · ↗Warnwert · ↗Wiedererkennungswert · ↗Wohnwert · ↗Zahlenwert · ↗Zeitwert · ↗Zielwert · ↗Zustimmungswert
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur im Singular
meist in Geld ausgedrücktes materielles Äquivalent eines Gegenstandes, einer Dienstleistung, Preis, den man bezahlen müsste, um eine Ware zu erwerben, Kaufpreis
Beispiele:
der Wert dieser Ware ist groß, gering
der Ring hat einen hohen, keinen Wert
ein Muster ohne Wert (= im Postverkehr versandte kostenlose Warenprobe)
den Wert eines Gegenstandes (ab)schätzen, festsetzen, angeben
das bekommt (wieder) Wert, behält seinen Wert
jmdm. den Wert (eines beschädigten Gegenstandes) ersetzen
ein Diamant im Wert von vielen tausend Euro
das Land hat Waren im Werte von 400 Millionen Euro importiert
die Gießerei hat eine Jahresleistung im Werte von 1,5 Millionen Euro erbracht
Antiquitäten sind im Wert gestiegen
diese Briefmarke hat an Wert verloren, ist im Wert gefallen, gleichgeblieben
Börsenwesen die Aktien, Papiere sind im Wert gestiegen, gesunken
dieses Gemälde ist von hohem, unschätzbarem Wert, von einigem Wert
etw. über, unter dem, seinem Wert verkaufen
meine Mutter kaufte für das soeben erworbene Geld Waren ein, denn wenige Stunden später hatte das Geld schon wieder an Wert verloren [H. W. RichterSpuren70]
Marxismus die in einer Ware vergegenständlichte, allgemeine menschliche, abstrakte und die zur Herstellung einer Ware im Durchschnitt gesellschaftlich notwendige Arbeit in ihrem Verhältnis zur gesellschaftlichen Gesamtarbeit
Beispiele:
der Wert als das Ergebnis der abstrakten Arbeit ist die allen verschiedenen Waren gemeinsame und gleiche Eigenschaft, die die Waren miteinander vergleichbar und austauschbar macht
der Wert jeder Ware ist um so größer, je mehr Arbeit ihre Herstellung erfordert
Preis ist an sich nichts als der Geldausdruck des Werts [MarxLohn, Preis u. Profit44]
2.
nur im Singular
Gesamtheit der positiven Eigenschaften einer Sache, Person, ihre (ideelle) Bedeutung, Wichtigkeit im Verhältnis zu einem bestimmten Maßstab
Beispiele:
der künstlerische, unvergängliche, dokumentarische Wert eines Romans
der sittliche, ethische, moralische, ideelle, gesellschaftliche, erzieherische Wert einer Tat
der technische Wert einer Erfindung
das hat wenig, geringen, viel, einen hohen, unschätzbaren Wert (für meine Arbeit)
das hat nur persönlichen, (einen) großen Wert, ist ohne jeden Wert (für mich)
umgangssprachlich das hat keinen Wert (= das hat keinen Zweck, ist nutzlos)
einer Sache großen, keinen Wert beilegen, beimessen
sie erkannten erst spät seinen wahren, vollen Wert
die Menschen nach ihrem wahren Wert beurteilen
moralische, sittliche Bedeutung
Beispiele:
er kannte den Wert seines Freundes, kannte keinen Menschen seines Wertes
er ist sich [Dativ] seines (eigenen) Wertes bewusst
er erkannte den Wert ihrer Liebe, ihres Vertrauens
sie hatte weise Sprüche über den Wert des Leids angehört [A. ZweigJunge Frau115]
Wert auf etw. legenetw. für besonders wichtig halten
Beispiele:
er legt (großen, den größten, ganz besonderen) Wert auf seine Kleidung, gute Zusammenarbeit
er legt besonderen Wert darauf, höflich bedient zu werden
3.
nur im Plural
Dinge von großer materieller Bedeutung, Sachwerte
Beispiele:
Werte erhalten, vernichten
im Hochwassergebiet konnten viele materielle Werte vor der Zerstörung gerettet werden
gehoben dem Krieg, Feuer sind große Werte zum Opfer gefallen
Indem man diesen Überfluß in eine Eisenbahnanlage verwandelt, schafft man bleibende und dauernde Werte für die Nation [MoloEin Deutscher340]
übertragen
Beispiel:
die inneren, positiven, negativen Werte eines Menschen
4.
in Zahlen ausgedrückte Bedeutung einer (mathematischen, physikalischen) Größe, Zahlenwert
Beispiele:
der Wert einer physikalischen Größe
der Wert der Messung liegt um 25 Prozent höher als erwartet
Werte vergleichen, (in eine Gleichung) einsetzen
einen Wert (an einer Skala) ablesen
die Werte berechnen, erhöhen, vergrößern, verringern, verkleinern
meteorologische, mathematische, technische Werte
die Temperaturen haben in diesem Winter extreme Werte erreicht
die mittleren Werte des Wasserstandes
fachsprachlich streuende (= abweichende) Werte
Sport der beste Wert (= Bewertung) beim Eiskunstlauf ist die Sechs
Sport die Kunstspringerin erhielt die gleichen Werte wie im vorigen Jahr
Denn in jedem solchen Falle entspricht ... nicht jedem beliebig gegebenen Wert der Energiekonstanten eine endliche Welle [PlanckWeltbild25]
5.
Briefmarke mit einem bestimmten aufgedruckten Preis
Beispiele:
die Serie wird mit einem Wert zu zehn Cent und einem zu fünfzig Cent fortgesetzt
auf Werten von fünf bis fünfundfünfzig Cent werden Zugvögel dargestellt
6.
nur im Plural
Börsenwesen Aktien
Beispiel:
er kaufte verschiedene Werte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wert · Wert · werten · abwerten · bewerten · entwerten · verwerten · Werturteil · gleichwertig
wert Adj. ‘Geltung, Bedeutung habend, angesehen, geschätzt, kostbar, lieb, teuer’, ahd. werd (9. Jh.), mhd. mnd. wert, asächs. werð, mnl. waert, weert, wert, nl. waard, aengl. worþ, weorþ, wurþ, engl. worth, anord. verðr, schwed. värd, got. waírþs (germ. *werþa-) gehört offensichtlich zu der unter ↗werden (s. d.) dargestellten Dentalerweiterung ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’. Möglich ist unmittelbarer Anschluß an die unter ↗-wärts (s. d.) genannten Formen sowie an lat. versus ‘gegen’, air. frith- ‘gegen’, indem wert im Sinne von ‘wohin, gegen etw. gewendet, zugewandt’ verstanden wird mit Weiterentwicklung zu ‘einen Gegenwert habend’. Vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei lat. pretium ‘Preis, Wert’. Es ist verwandt mit aind. práti ‘zu, zu … hin, gegen, wieder, auf’, griech. protí (προτί) ‘überdies, dazu, von … her, bei, an, zu … hin, gegenüber’, aslaw. protivъ, russ. prótiv (против) ‘gegen’, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘als Äquivalent gegenüberstehend’ ansetzbar ist. wert wird bis ins 12. Jh. nur prädikativ, danach auch attributiv gebraucht. In neuerer Zeit ist es häufig Grundwort zusammengesetzter Adjektive, vgl. ehren-, hoch-, liebwert und lesens-, sehens-, wissenswert. Wert m. ‘Preis, Geltung, Wertschätzung’, ahd. werd n. (8. Jh.), mhd. wert n. m. ‘Kaufpreis, Wert(sache), Ware, Standesehre, Geltung, Ansehen, Würdigkeit, Herrlichkeit’, Substantivierung des Adjektivs. Neutrales Genus gilt vereinzelt bis ins 16. Jh.; maskuliner Gebrauch (seit dem Mhd.) entwickelt sich wohl in Anlehnung an Kauf und Preis. werten Vb. ‘den Wert festsetzen, einschätzen’, ahd. werdōn (8. Jh.), mhd. werden ‘(wert)schätzen, für wert halten, würdigen, verherrlichen’, auch vereinzelt ‘kaufen, den Wert vergüten’. abwerten Vb. ‘im Wert herabsetzen’ (18. Jh., geläufig 20. Jh.), ‘abschätzen’ (19. Jh.). bewerten Vb. ‘den Wert festlegen, benoten, einschätzen’ (2. Hälfte 19. Jh.). entwerten Vb. ‘ungültig machen’ besonders von Geld und Geldwert (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. ahd. intwerdōn ‘starke Abneigung empfinden, verschmähen’ (10. Jh.), mhd. (vereinzelt) entwerten ‘entgelten’. verwerten Vb. ‘(einen Wert) nützlich verwenden’ (19. Jh.). Werturteil n. ‘abgegebenes Urteil über den Wert einer Sache’ (2. Hälfte 19. Jh.). gleichwertig Adj. ‘von gleichem Wert’ (15./16. Jh., dann wieder Mitte 19. Jh.). Vgl. auch Bildungen wie minderwertig, vollwertig (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedeutung · ↗Einfluss · ↗Geltung · ↗Rang · Wert  ●  ↗Wichtigkeit  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausprägung · ↗Ergebnis · Wert
Mathematik
Synonymgruppe
Wert · ↗Zahl
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktie Aktienindex Dollar Euro Immobilie Mark Milliarde Million Prozent Ware besonder christlich erreichen fair gewinnen hoch inner legen liegen mittelgroß moralisch niedrig schätzen sinken steigen traditionell unschätzbar verkaufen verlieren wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einen Wert bekommt sie im Film ausschließlich durch männliche Bestimmungen.
konkret, 1996
Für verkaufte Chips im Wert von 100 Dollar bekamen die Hersteller neue Aufträge im Wert von nur noch 90 Dollar.
Die Zeit, 19.04.1996, Nr. 17
Wert dieses Werks ragt jedoch über die tonmalerischen Absichten weit hinaus.
LaRue, Jan u. a.: Symphonie. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 7216
Aber man sucht vergeblich nach den konkreten Inhalten dieser Werte.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2035
Die Kultur ist ihm ein System allgemeingültiger Werte (Vom System der Werte 1912).
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7770
Zitationshilfe
„Wert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wert>, abgerufen am 16.10.2018.

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