Werwolf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Werwolf(e)s · Nominativ Plural: Werwölfe
Aussprache [ˈveːɐ̯vɔlf]
Worttrennung Wer-wolf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Werwolf m. (im alten Volksglauben) ‘zeitweilig in Wolfsgestalt auftretender Mensch’, dann auch ‘Mensch, der sich wie ein Wolf gebärdet, grausamer Mensch’, ahd. werwolf (um 1000), mhd. werwolf, mnd. warwulf, aengl. werewulf, engl. wer(e)wolf, mnl. weerwolf, werwolf, nl. weerwolf, zusammengesetzt aus ahd. asächs. aengl. wer ‘Mann’ (germ. *wera-, s. Welt) und dem unter Wolf (s. d.) behandelten Substantiv. Zugrunde liegt eine weitverbreitete mythologische Vorstellung, nach der sich ein Mensch (mit Hilfe eines Wolfshemdes oder eines Wolfsgürtels u. dgl.) in einen Wolf verwandeln könne, vgl. griech. lykánthrōpos (λυκάνθρωπος, zu λύκος ‘Wolf’ und ἄνθρωπος ‘Mensch’), russ. (älter) volkolák, volkodlák (волколак, волкодлак, zu aslaw. vlьkъ, russ. volk, волк ‘Wolf’ und kslaw. dlaka ‘Haar, Fell’) und (als Entlehnung aus dem Anfrk.) afrz. garol, garou (altnorm. garulf).

Thesaurus

Synonymgruppe
Werwolf · Wolfsmensch
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen

Typische Verbindungen zu ›Werwolf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Werwolf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Werwolf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war allerdings kein großes Vergnügen, den Werwölfen, die den Laden führten, bei der Arbeit zuzusehen. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 617]
Das hatte nichts mit Werwolf zu tun, geschossen wurde nicht. [Die Zeit, 06.04.1962, Nr. 14]
Schon bald werden sie sich das erste Mal in einen Werwolf verwandeln. [Die Welt, 21.07.2005]
Es ist ein Werwolf: er ist unheimlich und gefährlich, er benimmt sich unmenschlich roh und frevelhaft. [Röhrich, Lutz: Werwolf. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 21696]
Doch was schafspelzig und sentimental auftritt, versteckt einen antistädtischen Werwolf im Herzen. [Die Zeit, 02.10.1997, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Werwolf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Werwolf>.

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