Weste, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Weste · Nominativ Plural: Westen
Aussprache 
Worttrennung Wes-te
Wortbildung  mit ›Weste‹ als Erstglied: ↗Westenfutter · ↗Westenknopf · ↗Westentasche
 ·  mit ›Weste‹ als Letztglied: ↗Clubweste · ↗Klubweste · ↗Panzerweste · ↗Pelzweste · ↗Signalweste · ↗Strickweste · ↗Warnweste
Mehrwortausdrücke blütenreine Weste · ↗blütenweiße Weste · ↗reine Weste · ↗saubere Weste · ↗weiße Weste
eWDG

Bedeutung

ärmelloses, über einem Oberhemd, einer Bluse getragenes, bis zur Taille reichendes Kleidungsstück der Oberbekleidung
Beispiele:
eine weiße, bunte, seidene, warme, gestrickte, lederne, Weste tragen
die Weste ausziehen, zuknöpfen
sie trug Rock und Weste
er trug Frack und weiße Weste, einen Anzug mit Weste
bildlich
Beispiel:
salopp, spöttischjmdm. etw. unter die Weste jubeln (= jmdm. in betrügerischer Weise Schaden zufügen)
(k)eine reine, saubere, weiße Weste haben (= (nicht) ohne Schuld sein)
Beispiel:
Übrigens sollte man nachforschen, ob seine Weste so rein ist, wie er behauptet[.] [ SteinbergEinzug399]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weste f. ‘ärmelloses, über Hemd oder Bluse getragenes, meist nur bis zur Taille reichendes Kleidungsstück’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘von Männern unter dem Rock getragenes Kleidungsstück mit Ärmeln’, in diesem Sinne Entlehnung (2. Hälfte 17. Jh.) aus frz. veste ‘Wams, unter dem knielangen Rock getragene Jacke’ (mit Ärmeln und die Oberschenkel bedeckenden Schößen), auch ‘langes Untergewand der Orientalen’, einer Übernahme von ital. veste ‘Kleid, Gewand, langes, weites Oberkleid’, aus lat. vestis ‘Kleid, Gewand, Kleidung’. Mit der Weiterentwicklung der Herrenmode geht die Bezeichnung im Dt. des späten 18. Jhs. auf die ärmellose Anzugweste über (frz. gilet, s. ↗Gilet), während frz. veste in neuerer Zeit die Bedeutung ‘als Oberbekleidung dienende kurze Männerjacke ohne Schöße’ annimmt. Seit dem 18. Jh. kann Weste auch für ein entsprechendes Teil der Frauenkleidung gebraucht werden. Vgl. ferner die Wendung eine weiße Weste (‘ein ruhiges, sauberes Gewissen’) haben (Ende 19. Jh.), auch eine reine Weste haben (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gilet · Weste

Typische Verbindungen zu ›Weste‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weste‹.

Verwendungsbeispiele für ›Weste‹

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Er wirbt schon länger mit dem Slogan "Wir sind die Guten" und verweist damit diskret auf seine weiße Weste.
Der Tagesspiegel, 20.01.2000
Und so rein wie exponierte Töne soll natürlich auch die Weste der Künstler sein.
Süddeutsche Zeitung, 06.12.1995
Er gehe nicht mit offenem Rock oder gar offener Weste auf die Straße.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 189
Es war ein schwarzer Pulver-Ring auf der sonst weißen Weste zu sehen.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 695
Und auf dem Rücken des Überziehers hatte der Schneider eine weiße Weste aufgenäht - ebenfalls mit Goldfäden.
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 10388
Zitationshilfe
„Weste“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Weste>, abgerufen am 27.02.2021.

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