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Wettbewerb, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wettbewerb(e)s · Nominativ Plural: Wettbewerbe
Aussprache
WorttrennungWett-be-werb
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Wettstreit, das Wetteifern um die beste Leistung
Beispiele:
einen Wettbewerb für Architekten, Fotografen ausschreiben
ein musikalischer, kultureller, literarischer, sportlicher Wettbewerb
einen Wettbewerb im Kunstschwimmen veranstalten, austragen
aus einem Wettbewerb ausscheiden
2.
DDR dem Sozialismus eigene Methode zur Entwicklung der Masseninitiative, bei der die Werktätigen in kameradschaftlicher Zusammenarbeit um die besten Arbeitsleistungen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität wetteifern
Beispiele:
den sozialistischen Wettbewerb entwickeln, entfalten, organisieren, weiterführen
innerbetrieblicher, überbetrieblicher Wettbewerb
die Arbeiter des Betriebes sind zu Ehren des Parteitages in den Wettbewerb getreten
die Baubetriebe stehen untereinander im Wettbewerb
im Wettbewerb führen
zum Wettbewerb aufrufen
einen Betrieb, eine Brigade zum Wettbewerb auffordern
3.
Konkurrenzkampf zwischen Wirtschaftsunternehmen, Kampf um Märkte
Beispiele:
der Wettbewerb der Firmen untereinander
ein scharfer, unlauterer Wettbewerb
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wette · wetten · Wettbewerb · Wettkampf · Wettlauf · Wettrennen · Wettstreit
Wette f. ‘Abmachung, daß derjenige, dessen Behauptung oder Vorhersage zutrifft, vom Verlierer einen Gewinn erhält, mit Geldeinsatz verbundene Vorhersage’. Das (ursprünglich neutrale) Substantiv entstammt alter Rechtssprache. Ahd. wetti n. ‘Pfand, Pfandvertrag’ (8. Jh.), mhd. wet(t)e, wet n. ‘Pfandvertrag, Rechtsverbindlichkeit, Gesetz, Pfand, Einsatz bei einem Wettspiel, Bezahlung einer Schuld, Vergütung eines Schadens, Geldbuße’, asächs. weddi n. ‘Pfand’, mnd. wedde ‘Wette, dem Richter zu erlegendes Strafgeld, Strafe, Strafurteil’, mnl. nl. wedde ‘Pfand, Besoldung’, aengl. wed(d) n. ‘Übereinkunft, Pfand, Versprechen’, engl. (älter) wed ‘Pfand, Wetteinsatz’, anord. veð n. ‘Pfand, (Spiel)einsatz, Sicherheit’, schwed. vad ‘Wettvertrag’, got. wadi n. ‘Pfand’ führen auf germ. *wadja- n. Dieses läßt sich mit lat. vas (Genitiv vadis) m. ‘Bürge’ und wohl auch mit lit. vãdas ‘Pfand, Bürge’, vadúoti ‘auslösen, loskaufen, für jmdn. eintreten’ auf eine Wurzel ie. *u̯adh- ‘Pfand, Pfand einlösen’ zurückführen. Die gemeingerm. Bedeutung ‘Pfand’ (im Schuldrecht) wird im Mhd. erweitert zu ‘Strafgeld, Geldbuße’ (im Strafrecht) und im Bereich der Hanse zu ‘Ratsbehörde, die die Strafgelder einzieht’ (14. Jh.). Die dem heutigen Gebrauch entsprechende Verwendung im Sinne von ‘Pfandeinsatz (beim Spiel oder Meinungsstreit), der der gewinnenden Partei zufällt, Wettstreit’ verbreitet sich in Verbindung mit den mittelalterlichen ritterlichen Kampfspielen, wobei Wette die Sphäre der Rechtssprache verläßt. Der Übergang zum fem. Genus zeigt sich zuerst im Spätmhd. (14. Jh.), entsprechend im Mnl. Vgl. formelhaftes es gilt eine Wette (17. Jh.), was gilt die Wette? (18. Jh.), um die Wette (18. Jh.), älter in die Wette (15. Jh.), mhd. in wette, enwette. wetten Vb. ‘eine Wette abschließen’, ahd. wettōn ‘als Pfand nehmen, ein Versprechen geben, als Pfand- oder Wetteinsatz setzen’ (um 1100), mhd. wetten ‘Pfand geben, durch ein Pfand sichern, ein Pfand einsetzen’, mnd. mnl. wedden ‘Strafgeld zahlen, Pfandbesitz nehmen, einen Vertrag eingehen, einen Einsatz geben’, aengl. weddian ‘einen Vertrag machen, versprechen, verheiraten’, engl. to wed ‘(ver)heiraten’, anord. veðja ‘zum Pfand setzen, wetten’, got. gawadjōn ‘verloben’ (durch Bürgschaft). Wettbewerb m. ‘Kampf um bessere Leistungen (besonders in der Wirtschaft)’ (19. Jh.), älteres Konkurrenz (s. ↗konkurrieren) teilweise ablösend. Wettkampf m. ‘Leistungskampf’ besonders bei Spiel und Sport (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.). Wettlauf m. ‘Lauf um den Sieg’ (15. Jh.). Wettrennen n. ‘Wettlauf, Pferde- und Wagenrennen’ (16. Jh.), substantiviert aus wett(e)rennen Vb. ‘um die Wette rennen’ (16. Jh.). Wettstreit m. ‘das Bestreben, andere zu übertreffen, den Vorrang zu gewinnen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Konkurrenz · ↗Mitbewerb · ↗Rivalität · Wettbewerb · ↗Wettstreit  ●  ↗Bewerb  österr. · Kontrarität  geh., veraltend
Assoziationen
  • Coopetition · Kooperationswettbewerb · Koopkurrenz
  • deutscher Dualismus · preußisch-österreichischer Dualismus
Synonymgruppe
Konkurrenzkampf · Verdrängungskampf · Wettbewerb
Synonymgruppe
Wettbewerb  ●  ↗Bewerb  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Sport
Synonymgruppe
(...) Spiele · ↗Ausscheidung · ↗Ausscheidungswettkampf · ↗Championat · Championship · ↗Contest · ↗Cup · ↗Meisterschaft · ↗Turnier · Wettbewerb · ↗Wettkampf  ●  ↗Ausscheid  regional · ↗Entscheidung  ugs.
Unterbegriffe
  • Gotcha · Paintball
  • Völkerball · Zweifelderball (ostdt.)  ●  Völk  schweiz.
  • Rennen
  • Bierduell · Bierjunge · Biermensur · Biermensur · Bierskandal · Trinkmensur
  • Geschicklichkeitsturnier · Geschicklichkeitswettbewerb
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Markt Schiene Sieger Strommarkt ausschreiben austragen behaupten behindern bestehen europäisch fair frei gewinnen global hart herrschen international mithalten ruinös scharf städtebaulich stärken teilnehmen unlauter verschärfen verschärft verzerren weltweit werdend zunehmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wettbewerb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im diesjährigen Wettbewerb hatten 20 Filme um die Preise konkurriert.
Die Zeit, 26.05.2013 (online)
Noch war keine andere Stadt mit Babylon in Wettbewerb getreten.
Altheim, Franz: Das alte Iran. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 21841
Diese aber begannen sofort miteinander in Wettbewerb um die oberste Macht zu treten.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 76
Die private Wirtschaft, mit dem sogenannten freien Wettbewerb, geht gewiß zu Ende, gerade innerkapitalistisch zu Ende.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 44
Wenn man der deutschen Industrie helfe, ehe die französische Industrie sich wieder erholt habe, würde der Wettbewerb für Frankreich sehr schwer sein.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 06.03.1920
Zitationshilfe
„Wettbewerb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wettbewerb>, abgerufen am 25.04.2019.

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